Muss ich einschreiten wenn mein Sohn oder Kinder sich prügeln?

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12 Antworten

Mein Sohn (7 Jahre)prügelt sich viel und ich habe damit kein Problem

Du hast damit kein Problem? Andere Menschen aber sehr wohl, und später auch dein Sohn. Er lernt auf die Art, dass Gewalt ein Mittel ist, um sich durchzusetzen. So was endet dann später oft im Knast. Und er ist ja in der Schule nicht plötzlich ein friedliches Kind. D.h., wenn er seine Methoden der Auseinandersetzung auf dem Schulhof fortsetzt, wird er   gewaltigen Ärger in der Schule bekommen.

Wenn dein Sohn Spaß am Wrestling hat, dann melde ihn doch in einem Verein an. Judo, Boxen, Karate oder Wrestling sind da hervorragend zu geeignet. Und es macht ihm  vielleicht auch Spaß, das richtig zu lernen.

Und nein, er wird auf die Art nicht aggressiver, sondern er lernt vor allem, sich zu kontrollieren.

Grundsätzlich sollte man Kinder, die sich ernsthaft prügeln, sofort trennen (konsequent, aber ohne selbst aggressiv zu sein), damit sie lernen, dass Aggression kein Mittel der Auseinandersetzung ist. Sie müssen lernen, dass das nicht geduldet wird. Sonst müssen sie unter  Umständen später - wenn sie älter sind - harte Konsequenzen erfahren.

Wie gesagt, du magst damit kein Problem haben. Andere haben aber ein Problem - und später nicht zuletzt dein Sohn.

Ich habe damit kein Problem, weil es hier unter den Kindern ein härter Umgang ist als wo anders. Ich meinte damit auch nicht nur die harten prügeleien sondern auch solche spielerische Kämpfe, mit denen unsere Nachbarin auch ein Problem hat und wir die unterbinden sollen. Wie du vorgeschlagen hast wrestling oder so scheitert am Geld und das viele Vereine plötzlich keine freien Plätze mehr haben , wenn sie die Adresse hören. Die Kinder haben sich aus Baustellen absperband einen Ring gebaut. Darin werden Spaßkämpfe ausgetragen, bei denen zwei solange kämpfen bis einer von der Schultern bis zum Arsch auf dem Boden liegt, dann wird bis 10 gezählt und der Kampf ist vorbei.  Die Kinder haben dabei viel Spaß und ich finde, es ist Ersatz für den Verein. Klar wird in der Schule auch geprügelt, dort sind viele aus der Siedlung, aber am schlimmsten ist der Schulweg, da wird das ausgetragen, Wo in der Schule getrennt wurde. Deshalb bin ich mir oft nicht sicher, ob es wirklich gut ist dazwischen zu gehen 

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Prügeleien sind rechtlich gesehen Körperverletzungen und strafbar. Wenn Kinder sich prügeln ist es auc heine Körperverletzung, jedoch noch nicht strafbar, weil sie noch nicht dtrafmündig sind.

Es ist deine Aufgabe, deinen Kindern Recht und Unrecht beizubringen, damit sie später, im Jugendalter und als Erwachsene nicht straffällig werden, d.h. für ihre Un-Taten nicht rechtlich belangt werden können.

Sonst sind sie vorbestraft und haben daurch wieder schlechtere Voraussetzungen in der Gesellschaft, in der Ausbildung, im Beruf und bei der Arbeit.

Wie wollen deine Kinder nun lernen, welche Art von Prügeleien noch akzeptabel sind und welche nicht? Es ist schwer, hier einen Unteschied zu machen, vor allem wenn die Kinder noch so klein sind.

Dein Junge lernt: drauf zu hauen, es passiert nichts, niemand stört sich daran, nicht mal Mama und Papa sagen etwas. Er lernt, nur so kann er sich wehren, nichts passiert. Er lernt zu hauen ohne Rücksicht auf Spiel, Spaß oder Ernst.

Ich sehe Ärger in der Schule, in der Aubildung, im Beruf, bei der Arbeit, in der Freizeit vorprogrammiert, weil er es nicht anders gelernt hat, weil ihm niemand den richtigen Weg aufgezeigt hat.

Schade! Der Junge tut mir leid, er kann nämlich für sein späteres Verhalten nichts dafür, weil er so erzogen worden ist.

Hallo Anja,

bei kleinen Kindern haben die Eltern viel Einfluss. Jeh größer die Kinder werden, desto größer wird der Einfluss der "Peers" - der Freunde und Bekannten, mit denen Zeit verbracht wird.

Du schreibst selbst recht kritisch über den Umgang in Euerem Viertel.

Und Du scheinst gebildet zu sein, daher hast Du bestimmt eine Vorstellung welche Chancen und Aussichten die Jungs aus Euerem Viertel später haben.

Du als Mutter kannst jetzt noch lenkend eingreifen. In ein paar Jahren ist auch das vorbei.

Meine Ideen wären so viel Zeit wie möglich mit Jungen aus anderen Vierteln verbringen - z.B. zum Sport in ein anderes Viertel fahren.

Fussblall- oder Sportvereine sind in der Regel günstig. Auch manche Fitnessstudios oder Kampfsport-Clubs haben die Möglichkeit einen Sonderpreis auszuhandeln.

In unserer Nähe gibt es z.B. einen Taekwondo Meister in dessen Studio sich Reich und Arm, gebildet und ungebildet mischen. Er verlangt von den vermögenden viel und von ärmeren und für Kinder weniger.

In der Stadt in der ich arbeite gibt es Jugendclubs (z.b. von der AWO) wo Jugendliche unter Aufsicht von Pädagogen, Erziehern und Sozialarbeitern Freizeit auf eine friedliche, konstruktive Art verbringen können. Dort kann man Hausaufgaben machen, Kickern, Tischtennis, Dart, Brettspiele und anderes spielen und es gibt immer wieder Projekte und Kurse (z.B. Fussball, Trommeln, Breakdance, Hip-Hop etc.).

Vielleicht kannst Du ihn sogar motivieren zu einem Hobby für "Schlaue" z.B. Schach oder Literatur-Club.

Du hast ein gutes Auge für die Proleme in Deinem Viertel. Du scheinst schlau zu sein und vermutlich auch Zeit zu haben?

Vielleicht willst Du Dich selbst engagieren für eine friedlichere und Kinder- und Jugendfreundlichere Umgebung in Euerem Viertel?

Man kann so viel erreichen! Gerade in Zusammenarbeit mit Stadt, Jugendamt, Kinderschutzbund, Verbänden wie AWO oder Caritas, Sponsoren wie Firmen oder Banken.

Vielleicht gibt es auch andere Eltern, die sich motivieren lassen.

Ein Bolzplatz, ein Fitnesspfad, ein Jugendclub o.ä. Wenn die Jugendlichen bei Planung und Bau beteilig werden ist die Chance besser, dass es keinen Vandalismus gibt.

In einem sozial schwachen Viertel unserer Stadt kommt zwei Mal wöchentlich ein blauer Bauwagen mit Spielen, Betreuung und Beziehungsangebot.

Vielleicht können Du und Dein Sohn zu Frieden und Wachstum beitragen, statt zu den täglichen Schlägereien ;)

LG, Hourriyah

Danke für die vielen Anregungen 

Ich glaube, dass hier inzwischen alle aufgegeben haben. Wir hatten versuchsweise auch ein Projekt, wo Sozialarbeiter mit Spielsachen zu uns kamen. Auf die wurden nach einiger Zeit von den Jugendlichen eine regelrechte Hetzjagt veranstaltet . Ein Sozialarbeit würde zusammen geschlagen und das Fahrzeug beschäftigt. Vor den Sommerferien würde der Spielplatz neu gemacht, von dem ist nicht's mehr übrig.  Dann gab es eine Holzhütte mit Spielzeug, die ging in Flammen auf. Vor 2 Jahren hat man es mit einem Straßenfest versucht , das endete in einer Massenschlägerei. Was soll man hier noch erreichen? Mit welchen Nachbarn soll ich Reden, die sprechen entweder kein Deutscher oder sind betrunken. Selbst in den Sportvereinen gibt es Probleme, wenn die merken ,Das man hier wohnt. Wenn ich könnte würde ich sofort hier weg, aber da gibs ein unlösbares Problem, weshalb das nicht geht

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Natürlich muss man einschreiten, wenn die Gefahr besteht, dass die Kinder sich verletzen. (egal welches).

Aber Eltern tun gut daran, Kinder auch kleine Streitigkeiten selbst  "ausfechten" zu lassen.

Das sich Kinder Prügeln ist normal und hat nichts mit der wohnlage zu tun. Ich finde es gut dass dein Sohn mit dir darüber spricht. Auch solltest du dich mit den Eltern der anderen Kinder in Kontakt setzen und die mit ihnen darüber sprechen. Ab und zu sich zu raufen ist in Ordnung doch wenn es an der Tagesordnung steht sollte man definitiv dagegen vorgehen. Im Notfall wirklich wegziehen

Ich finde es hat schon viel mit der Wohnlage zu tun. Ich bin in einem ganz anderen Umfeld aufgewachsen und durch einen totalen Absturz vor ca 8 Jahren hier gelandet und kann ( die Gründe dafür mag ich hier nicht erklären) hier auch nicht weg. Wenn ich mich erinner, was wir gespielt haben, das würde kein Kind hier spielen. Hier wird Fußball gespielt, wenn es einen Ball gibt. Der Spielplatz ist zerstört und zum kämpfen braucht man nur einen Gegner und den findet man hier schnell. Ich finde es auch gut, dass er mir fast alles erzählt. Manchmal bin ich erschrocken, was er so von anderen Kindern erzählt. Er weiß, auch wenn er schieße baut halte ich zu ihm.

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În erster Linie bist du weiblich, Jungs neigen eher dazu sich zu rangeln als Mädchen, egal in welchem Umfeld. Um zu spielen braucht es nicht unbedingt ein Spielplatz. Kinder haben eine große Fantasie, da sind Geräte nicht unbedingt erforderlich. Dass dein Sohn dir immer berichtet ist sehr gut aber du solltest nicht immer zu ihm halten sonst nimmt er es als Bestätigung seines tuns.

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OMG! Wie bist du denn drauf? Was denkst du, was aus einem Kind werden soll, was gelernt hat, sich prügelnd durchzusetzen. So wie du schreibst bist du viel zu gebildet um dich in der  Ecke " sozialer Brennpunkte " einzusortieren. Deshalb gehe ich mal schwer davon aus, dass du nur ein bisschen provozieren willst. Wenn nicht : ziehe um, erziehe dein Kind vernünftig und mit einer sozialen Kompetenz, wo körperliche Auseinandersetzung keine Diskussion sind.

Gut beobachtet, ich bin erst später hier gelandet. Habe mit Anfang zwanzig einen guten Job im Büro gehabt. Habe dann den falschen Freund gehabt: Alkohol,Drogen,Griff in die Geschäftskass; Job weg, Wohnung weg, Knast und auf der Straße gelebt. Als ich schwanger wurde habe ich die Wohnung hier bekommen und komme hier nicht mehr weg. Bin froh, dass der "Ghetto Slang " beim schreiben noch nicht durchkommt. Mein Sohn hat gelernt sich durchsetzen, weil er hier sonst total untergehen würde. Er ist auch nicht aggressiver als andere Kinder hier. Ich glaube, für jemanden, der das Leben in einer Solchen Gegend nicht kennt, ist es nicht nachvollziehbar

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Ich kann dir nur raten: ziehe da weg! Sonst haben weder Du noch das Kind eine Zukunft. Suche dir eine preisgünstige Wohnung auf dem Lande wo Schulen und Umgebung einen guten Ruf haben. Wo Kinder noch in der Naturspielen und wissen, dass Milch aus der Kuh kommt!

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Nun, als Erziehungsberechtige hat man eine sog. Garantenstellung gegenüber dem Schützling.

Als Erziehungsberechtigte Person liegt es in der Pflicht, den Schützling vor Ärger rauszuhalten, für Bildung zu sorgen sowie dafür zu sorgen, dass der Schützling nicht verwahrlost ist.

Sollte dies nicht möglich sein, so wird sich automatisch das Jugendamt beim mehrmaligen Vorkommen einschalten und die Erziehungsberechtigte werden entsprechend zur Rechenschaft gezogen und im manchen Fällen sogar gerichtlich Verurteilt.

Wenn du als Erziehungsberechtigte und somit als Schutzbefohlene dein Schützling nicht aus der Unversehrtheit beschützen kannst, so wirst du früher oder später in Schwierigkeiten kommen und ggf. das Sorgerecht und damit allen wirtschaftliche Vorteile verlieren.

Also ich war entsetzt sowas zu lesen. Jetzt ist dein Sohn noch 7 und lernt sich mit Gewalt durchzusetzen, wenn du ihm das nicht schnell abgewöhnst, dann bleibt diese Angewohnheit in ihn Verankert und die Gewalt wird ein Teil von ihm bleiben.

Kinder müssen lernen, sich ohne Gewalt, egal ob seelisch oder Körperlich zu verständigen.

Also rede mit den Eltern und unterbindet das. Tut es für die Zukunft eurer Kinder.

Liebe Grüße.

Liebe Anja, ich verstehe Deine Situation, glaube ich. Als Mutter tut es immer weh, wenn der eigene Sohn sich prügelt. Andererseits gibt es manchmal keinen Ausweg. Mein Freund ist 15 wohnt in einer guten Wohngegend direkt neben einer Hochhaussiedlung, in der es einige Idioten gibt, die ihn schon seit seiner Grundschulzeit ärgern und immer wieder bedrohen und einschüchtern. 

Seit einem Jahr macht er Kampfsport. Das passt so überhaupt nicht, weil er ein absolut lieber friedfertiger Kerl ist. Neulich hatte er eine Prügelei. Ich stand daneben. Natürlich ist Gewalt doof. Ich habe aber oft mit ihm gesprochen, wie sehr es ihn fertig gemacht hat, dass er sich nicht wehren konnte.

Auch, wenn er ordentlich einegsteckt hat, war es total wichtig für ihn, dass er sich wehren und körperlich behaupten konnte. Er hat Respekt vor sich selbst gewonnen und ist nun selbstbewusster - und wird deshalb in Ruhe gelassen. Auch seine Mutter ist mittlerweile stolz darauf, dass er sich wehren kann.

Moin!Wäre es nicht Sinnvoller sein Kind in einem Sportverein unter zu bringen?Ich verstehe den Satz,ich hätte es lieber mein Kind Prügelt sich vor meiner Tür statt woanders wo ich ihn nicht sehe.Am besten sie Prügeln sich überhaut nicht,denn aus Fun wird schnell mal ernst.Versuche es mal mit einem Sportverein,denn sowie es aussehen tut ist dein Kind nicht Ausgelastet und steckt voller Energie.Frage ihn doch mal was er vom Sport hält?Gruß

Das mit dem Sportvereine ist gar nicht so einfach. Zum einen fehlt das Geld für Beitrag, Klamotten und dort hin zu fahren und zum anderen haben die meisten Vereine plötzlich keine freien Plätze mehr, wenn sie unseren Straßennamen hören...

Der Satz ich habe es lieber, dass sich vor der Haustür prügelt ...  ist für jemanden, der die Situation hier nicht kennt schwer zu verstehen. Es gibt bei den Kids geheime, nicht einsehbare Plätze, wo sie Schlägereien austragen, die andere nicht sehen sollen und ich bin froh wenn mein Sohn nicht dabei ist. Es gibt sogar Eltern, die stolz Hanyvideos davon zeigen . So war der Satz gemeint 

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@AnjaLeh

Wenn du nicht arbeitest bekommst du "Bildung und Teilhabe", die Kosten für einen Verein werden also vom Amt getragen und deine Adresse erfährt der Verein erst bei verbindlicher Anmeldung. Wen willst du hier eigentlich veräppeln? 

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irgendwan werden dir Prügelleien heftiger werden. und dan mann man die Eltern belangen. wenn das mit 7 so ist wie wird das mit 13 sein.

 

ich finde es erschreckend das du es so positiv darstellst.

Naja solange es Jungs sind, sollen die es doch machen. Bei Mädchen fände ich es schon deutlich schlimmer!

Und auch das Jugendamt kann da nicht viel tun!

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