Muss ich eine Treibjagd auf meinem Grundstück zulassen?

...komplette Frage anzeigen

5 Antworten

Naja, wenn du von einem "Garten" sprichst, hört sich das ziemlich nach einem befriedeten Bereich an, in dem die Jagd sowieso ruht.

Aber vollkommen unabhängig davon, ob es sich jetzt um einen befriedeten Bereich handelt oder nicht, solltest du dich einfach mal mit dem zuständigen Jäger in Verbindung setzen und ihn darauf hinweisen, dass du dort Pflanzen gesetzt hast... Es wird sicher auch in seinem Interesse sein, die Pflanzen zu erhalten und er wird wohl bei der nächsten Jagd darauf hinweisen, dass die Treiber keinen Schaden anrichten (sonst läuft er wohl Gefahr, dass er ihn ersetzen muss oder es gehen Äsungs- und Deckungsmöglichkeiten für das Wild verloren, beides eher zum Nachteil des Jägers).

Wenn es dein Garten und somit ein befriedeter Bereich ist, haben Jäger bzw. Treiber dort nichts verloren, ansonsten wirst du wohl Mitglied in einer Jagdgenossenschaft sein, dann kannst du nichts dagegen tun (allerdings wäre in so einem Fall die Bejagung auch in deinem oder zumindest im allgemeinen Interesse).

Hat ein Eigentümer davon mindestens 75 Hektar zusammenhängende Fläche, so hat er eine Eigenjagd. Hat er weniger, so ist er mit benachbarten Grundstücksbesitzern zu einem gemeinschaftlichen Jagdbezirk (mindestens 150 ha) zusammengeschlossen. Die Grundeigentümer in einem gemeinschaftlichen Jagdbezirk bilden eine so genannte Jagdgenossenschaft. Dies ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts, der nicht die Jäger sondern die Grundeigentümer angehören. Und zwar automatisch und verpflichtend angehören.

http://www.ljv-nrw.de/hegering-overath/1.0/kk_templates/show.php?sel_metarubrik=85&sel_rubrik=1453&sel_subrubrik=2585&sel_artikel=7166&stop_rewrite

Mein Mann ist Jäger und wir wohnen in Niedersachsen. Ich weiß, dass jährlich die Grundstückseigentümer der Treibjagd zustimmen müssen. Jäger werden Dir sicherlich nicht Neuanpflanzungen zertreten.

Setze Dich doch am besten mit den Jägern in Verbindung und kläre die über die Gegebenheiten auf. Teile denen mit, dass Du es nicht wünscht, dass eine Treibjagd über Dein Grundstück erfolgt und wenn doch, Du sie schadenersatzpflichtig machen wirst.

ich bin da etwas anderer meinung. es handelt sich nicht um ein waldgrundstück in welchem gegebenenfalls sich wildtiere aufhalten. vielmehr ist es eine obst- und gartenbauliche und landwirtschaftliche nutzfläche im privaten eigentum. § 903 bgb sagt dazu: "Der eigentümer einer sache ... kann andere von jeder einwirkung ausschließen".

0
@albatros

@albatros: Jäger sind aber in Deutschland nicht "andere", sondern haben ein eigenes Wir-sind-die-Guten-Gesetz, das Reichsjagdschutzgesetz von Hermann Göring, das mittlerweile einen neuen Umschlag bekommen hat.

0

Liebe Kräuterfee, in Bayern hast Du, was Jäger angeht, leider meistens ganz schlechte Karten. Ich sag nur "Bruno".

Aber vielleicht kann Dir diese Website weitere Tipps geben: http://www.zwangsbejagung-ade.de/index.html

Da dein Garten ja, wie du selber schreibst, zum größten Teil noch Wiese ist und auch kein Zaun da steht, wird es wohl so sein, dass die Treiber deinen "Garten" einfach nicht von den angrenzenden Wiesen unterscheiden können. Zieh einfach einen Zaun, und schon ist das Problem behoben. Da hättest du doch auch von selbst drauf kommen können, oder?

Was möchtest Du wissen?