Muss ich eine Kirche betreten?

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17 Antworten

Warum solltest du keine Kirche betreten können, zumal du dort mit deinem Gesang zu einer guten Veranstaltung beitragen kannst?

Wenn es sich um eine religiöse Funktion handelt, kann dich natürlich niemand zwingen, daran teilzunehmen, obwohl sie bestimmt auch irgendwie interessant für dich sein könnte. Aber als Schulveranstaltung ist es doch wohl nicht so wichtig, in welchem Gebäude sie stattfindet. Oder bist du ängstlich, von einem dir nicht angenehmen religiösen Umfeld zu sehr beeinflusst zu werden?

Ich habe auf meinen Reisen buddhistische Tempel und Moscheen besucht, gehe durch meinen großen Verwandten- und Bekanntenkreis verschiedener Religionen auch in andere christliche Kirchen, die nicht unbedingt meiner Überzeugung entsprechen, und habe auch öfter an jüdischen Zeremonien in Synagogen teilgenommen. Mir ist dabei kein Zacken aus der Krone gefallen, und meine religiöse Überzeugung hat sich dadurch auch nicht geändert.

Ich hätte hier und da auch mal gesungen oder Orgel gespielt, wenn man mich darum gebeten hätte. Warum auch nicht? Deshalb ändert man doch nicht auch seine Überzeugung! Trotzdem ist es immer höchst interessant und aufschlussreich, den Glauben anderer näher oder überhaupt kennenzulernen!

Du kannst doch glauben oder nicht glauben wie und was du willst! Aber ich möchte dir raten, anderen Überzeugungen gegenüber offen zu sein und zu versuchen, auch das zu verstehen oder zumindest zu tolerieren, was du für dein eigenes Leben als nicht geeignet empfindest. Ein anderes Umfeld und andere Einstellungen einfach nur kennenzulernen kann dich auf jeden Fall bereichern und deinen Horizont erweitern!

Ich persönlich möchte nicht auf all diese interessanten Erfahrungen verzichten! Du musst natürlich für dich selbst entscheiden. Aber vielleicht solltest du dir die Gelegenheit nicht entgehen lassen, andere mit deinem Gesang zu erfreuen!






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Kommentar von pinkyitalycsb
06.06.2016, 19:33

Vielen Dank für den Stern! Da du meine Antwort als die hilfreichste ausgezeichnet hast, nehme ich an, dass du dich tatsächlich dazu durchgerungen hast, auf dieser Schulveranstaltung in der Kirche zu singen.

Das freut mich sehr, denn es beweist deine Großzügigkeit und Toleranz, wie auch deinen erweiterten Horizont und den freundschaftlichen Zusammenhalt mit deiner Schulklasse.

Es würde mich interessieren, wie das Ganze vor sich gegangen ist, ob alles gut geklappt hat und wie du dich dabei gefühlt hast!

Auf jeden Fall aber spreche ich dir mein aufrichtiges Kompliment aus und wünsche dir weiterhin alles Gute für Gesang, Schule und Freundschaft!

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Es ist verboten, dass du gezwungen wirst, an einer religiösen Handlung teilzunehmen, nicht in einer Kirche zu singen.

(1) Ungestörte und öffentliche Religionsübung und die Freiheit der Vereinigung zu Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften werden gewährleistet. 
(2) Niemand darf gezwungen oder gehindert werden, an einer kirchlichen Handlung oder Feierlichkeit oder religiösen Übung teilzunehmen oder eine religiöse Eidesformel zu benutzen. 
(3) Es besteht keine Staatskirche 

http://lawww.de/hlv/Aktuell/hv_text.htm

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Hm, ich glaube auch nicht an Gott und Religionen möchte ich auch nicht unterstützen.

Soll denn in einem Gottesdienst gesungen werden? Bist du in einem Chor o.ä. der solche Auftritte erforderlich macht?

Der reine Aufenthalt in einer Kirche ist keine religiöse Handlung und dazu kannst Du durchaus verdonnert werden.

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Man kann auch als nicht Religiöser eine Kirche betreten. Sofern dem singen nicht eine Taufe folgt (Spaß)  solltest du bei dem Projekt mitmachen. 

Toleranz halt. ;o) Zwingen darf dich natürlich niemand. 

Und ich bin weder getauft noch ein Kirchgänger. 

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Ist das nicht ein bisschen albern, die Kirche nicht zu betreten? Wo ist das Problem dabei? Es ist doch wohl kein Gottesdienst, sondern eine Schulveranstaltung, die nun mal in einer Kirche(Gebäude) stattfindet.

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Ist das Betreten einer Kirche und das Singen schon eine religiöse Handlung oder Übung?

Wohl eher nicht. 

Deshalb dürfte ein Winken mit der hessischen Verfassung sinnlos sein.

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Nein, ist es nicht. Nur weil du in eine Kirche gehst, nimmst du ja nicht an religiösen Handlungen teil.

Das ist einfach ein Teil des Unterrichts, und da musst du mit.

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Kommentar von vonPB
03.03.2016, 16:53

Darf ich nicht meine eigenen religiösen bestimungen haben, die mir "verbieten" die Kirche zu betreten. Es stört mich generell nicht eine Kirche etc zu betreten, aber sollte meine religiöse Meinung nicht akzeptiert werden?

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Kommentar von vonPB
03.03.2016, 17:35

ok, danke. Schade Nordseefan. :(

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Nun, wenn das Singen eines Liedes mit religiösem Inhalt als religiöse Handlung verstanden wird, dann müsste doch auch das Rezitieren eines Textes mit atheistischen oder areligiösem Inhalt eine atheistische Handlung sein. Darf also ein gläubiger Schüler im Namen der Religionsfreiheit ablehnen, in der Schule einen Text von Nietzsche oder Voltaire vorzulesen?

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Gute Frage. Die Antwort hast du schon selber gegeben: Laut Artikel 48 darfst die Teilname an der schulischen Veranstaltung verweigern. Ob das allerdings richtig und gut ist ... ? Das Betreten einer Kirche schmerzt nicht.

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Da Du keine religiöse Handlung ausüben wirst, fällt es auch nicht unter Artikel 48. Du kannst Dich weigern, aber dann ist es ein unentschuldigtes Fehlen. Alternative wäre eine Entschuldigung wegen Krankheit.

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Deine Zweifel mögen daher rühren, dass man Dir entgegensetzen könnte, dass es sich nicht eindeutig um eine religiöse Handlung handelt.

Dagegen könntest Du argumentieren: Das Singen in der Kirche ist durchaus eine religiöse Handlung, weil es von Christen (die in der Kirche sicherlich die Deutungsmacht haben) als Ausdruck von Leben an einem dem Gottesdienst gewidmeten Ort angesehen wird - und damit ist es eine Form von Gebet, selbst wenn "Alle meine Entchen" gesungen wird.

Ergänzendes Argument: Es gibt von Christen während Gottesdiensten in Kirchen gesungene Lieder, die keine eindeutigen religiösen Inhalte haben, aber unstreitig Teil des Gottesdienstes darstellen und auch in christlichen Liederbüchern zu finden sind. So z.B. ein altbekanntes hebräisches Gesangsstück, dessen übersetzte Textaussage sich sinngemäß auf "Hallo Freunde, und tschüss" beschränkt.

Zudem gibt es textlose Orgelkonzerte, die ebenfalls in einen religiösen Kontext gesetzt werden.

Kirchenmusik ist im Zweifel alle Musik, die in einer Kirche dargeboten wird (und ohnehin "koscher" genug sein muss, um dort aufgeführt zu werden), und stellt dann immer eine Form des Gebets dar.

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Kommentar von vonPB
03.03.2016, 17:35

Danke für deine Mühe. Der Inhalt des leides ist auch durchaus religiös

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Kommentar von Eselspur
03.03.2016, 17:47

"Kirchenmusik" ist definiert, dass sie zur Aufführung in einem christlichen Gottesdienst dient. Ein Kirchenkonzert ist kein Gottesdienst, das Singen von Liedern ist an sich kein religiöser Akt, auch wenn der Text einen religiösen Inhalt hat.. 

https://de.wikipedia.org/wiki/Kirchenmusik

Ein Gedicht Schillers, das religiöse Anspielungen enthält, muss auch ein atheistischer Schüler lesen - genauso wie ein Drama Satres, das vielleicht ein christlicher Schüler nicht mit seiner Weltanschauung vereinbaren kann. 

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Wenn du das auf keinen Fall möchtest, rede mit deinen Eltern/Lehrern oder melde dich notfalls krank. Keiner kann dich zwingen

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Rede da am besten mit deinen Eltern und Lehrern, aber ich gehe davon aus, dass dich niemand zwingen darf.

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Ja darfst Du ! Inquisitoren und öffentliche Verbrennungen hat die Kirche eingestellt. Allerdings kann es sein das Aktivitäten oder der Beruf gefährdet sind wenn man kein Kirchenmitglied ist. Es treten so viele aus da will man wenigstens die Leute in den eigenen Reihen halten.

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Wenn du schon informiert bist (Artikel 48...) und deine Eltern hinter dir stehen, dann sagst du dem Lehrer, dass du keine Kirche betrittst.

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Kommentar von vonPB
03.03.2016, 16:50

ich bin mir nicht sicher ob das so gilt. Da es eigentlich keine religiöse Veranstaltung ist sondern nur in einer Kirche statfindet.

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Kommentar von vonPB
03.03.2016, 17:01

Es geht mir ums Prinzip. Aber ich denke ich würde dann auch nicht hingehen

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Ich denke schon, dass es möglich ist aber mach es doch einfach... spart stress

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Kommentar von Dannius
03.03.2016, 17:14

Es gibt auch gesunden Stress. Dazu gehört es, seine grundrechtlichen Positionen entsprechend seiner Überzeugung wahrzunehmen, dies auch durchzusetzen, sich nicht verbiegen zu lassen und sein eigenes Gesicht im Spiegel betrachten zu können.

Vielleicht könnte man der Schule mal darlegen, dass der Bildungauftrag lt. § 2 Absatz 2 des hessischen Schulgesetzes bei Dir bereits in großem Maße verwirklicht wurde, ich zitiere:

Die Schulen sollen die Schülerinnen und Schüler befähigen, in Anerkennung der Wertordnung des Grundgesetzes und der Verfassung des Landes Hessen

1. die Grundrechte für sich und andere wirksam werden zu lassen, eigene Rechte zu wahren und die Rechte anderer auch gegen sich selbst gelten zu lassen,

2. staatsbürgerliche Verantwortung zu übernehmen und sowohl durch individuelles Handeln als auch durch die Wahrnehmung gemeinsamer Interessen mit anderen zur demokratischen Gestaltung des Staates und einer gerechten und freien Gesellschaft beizutragen,


[...]4. die Beziehungen zu anderen Menschen nach den Grundsätzen der Achtung und Toleranz, der Gerechtigkeit und der Solidarität zu gestalten,


[...]7. Menschen anderer Herkunft, Religion und Weltanschauung vorurteilsfrei zu begegnen und somit zum friedlichen Zusammenleben verschiedener Kulturen beizutragen [...],


[...]


Den Zusatz, dass dort, gemessen an diesen gesetzlichen Zielen, eher das Lehrpersonal nachbeschult werden müsste, kannst Du Dir dann durchaus eher denken; ausformulieren würde ich ihn nicht.

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Man kann auch etwas machen wo man nicht hintersteht. Aber wenn du unter keinen Umständen das machen willst, kannst du einfach nicht hingehen mit Verweiß auf Artikel 48.

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