muss ich eine honorarpauschale von 500 € zahlen wenn der anwalt mir noch nicht mal geholfen hat?

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11 Antworten

Hi miquel567,

... wenn Du einen Rechtsanwalt mit der Wahrnehmung Deiner rechtlichen Interessen beauftragst, dann kann er Dir gegenüber "seine entstandenen Kosten" in Form einer Rechnung geltend machen.

"Dein" Rechtsanwalt hat seine Kosten auf der Grundlage des Gesetz über die Vergütung der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte (Rechtsanwaltsvergütungsgesetz – RVG) begründet. Die Bundesrechtsanwaltkammer (BRAK) hat auf ihrer Homepage dieses RVG als abrufbares Dokument unter http://www.brak.de/seiten/pdf/aktuelles/RVGeinspaltig.pdf hinterlegt.

Die Seriösität "Deines Rechtsanwaltes" aufgrund einer - für Dich viel zu hohen Rechnung - nun in Frage zu stellen, ist hier der falsche Weg. An Deiner Stelle würde ich mit der Rechnung zu dem Rechtsanwalt gehen, und mir die einzelnen Posten dieser Rechnung einmal genau erklären lassen. Denn Du bist ja, was das RVG angeht, nicht so bewandert und forderst von diesem nur eine "Aufklärung" hinsichtlich der einzelnen Punkte. Bleibe in dem Gespräch sachlich. Wenn Unklarheiten oder Differenzen der veranschlagten Höhe auch nach Deinem Gespräch mit dem Rechtsanwalt bestehen, kannst Du Dich ja immer noch an die Rechtsanwaltkammer Deines Bundeslandes wenden. Wenn die Rechnung - nach einer Intensivaufklärung - für Dich in Ordnung geht, dann vereinbare eine - für beide Seiten akzeptable - Ratenzahlung.

IdS

MrDirekt

Die Rechnung gibt Aufschluss darüber, dass der RA wohl aussergerichtlich (Geschäftsgebühr Nr. 2300 VV RVG ) tätig geworden ist.

Die Höhe dieser Geschäftsgebühr richtet sich nach dem Gegenstandswert und ist i.d.R eine Gebühr zwischen 0,5 und 2,5.

Der Wert 1,3 lässt darauf schliessen, dass es sich offenbar um eine umfangreiche oder schwierige Angelegenheit gehandelt haben muss.

Um einen derartigen Wert anzurechen, sollte der RA allerdings stichhaltige Gründe anführen können.

Im Zweifelsfalle wäre die Rechnung sachlich (wie einer meiner Vorredner bereits richtig anführte) mit dem tätig gewordenen Anwalt durchzusprechen oder - falls erfolglos - vom Recht des § 14 II RVG Gebrauch zu machen und damit ggf. ein Gutachten der RA - Kammer über die Rechnung zu erwirken.

Da bezüglich der Tätigkeit des RA und zum Sachverhalt der familienrechtlichen Streitigkeiten nichts bekannt ist, kann man über die Richtigkeit und Berechtigung zu den einzelnen Abrechnungsositionen in der Anwaltsrechnung leider nur spekulieren.

Bezüglich des Gegenstandswertes erscheint diese angemessen - eine Nachfrage zur Rechnung und die Klärung kosten aber nichts... ;)

MrDirekt 26.02.2010, 13:38

Hi Semmel76,

... den Wortlaut des § 14 II RVG, den habe ich noch gesucht gehabt, aber irgendwie hat mich mein detektivisches Äuglein zur genannten Uhrzeit verlassen. Danke für die Hilfestellungserweiterung zu früher Stunde. Dafür einen DH von mir :-)

IdS

MrDirekt

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Ich habe mal Gebührenordnung Rechtsanwälte gegoogelt und u.a. das hier gefunden: http://www.rechtsanwaltsgebuehren.de/ Wenn er da extrem drüber liegt wende dich an die Anwaltskammer und verlange vorher von ihm eine detaillierte schriftliche Rechnung.

das ein anwalt honorar für ein beratungsgespräch nimmt ist eigentlich normal, auch wenn es so mancher nicht macht, aber in der größenordnung riecht das schwer nach abzocke, direkt an die anwaltskammer weiterleiten und den kamerad dort anzeigen

miguel567 26.02.2010, 00:38

ok, danke dir. hoffe das kostet nicht auch wieder.. und ist ehrenamtlich.

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LittleBigMen 26.02.2010, 01:00
@miguel567

bitte gern geschehen, ob die auch was verlangen weiß ich nicht, na dann mal alles gute für dich

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Berny2 26.02.2010, 00:38

"An die Kammer" ist der schlechteste Weg. Sie ist eine reine Schutzeinrichtung der DamenHerren in Schwarz. Spreche aus Erfahrung.

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Wenn ich einen Rechtsanwalt suche ist meine erste Frage immer was mich das kostet. Da gibt es absolut nichts was um sonst wäre.

miguel567 26.02.2010, 00:41

danke für deine nutzlose antwort, denn es ist schon passiert. wache in dein leben auf.

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Berny2 26.02.2010, 00:44
@miguel567

Die Antwort war gut, aber für Spatzenhirne als Empfehlung nicht geeignet.

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miguel567 26.02.2010, 00:49
@Berny2

ich danke, meine antwort war auch wirklich gut. toll dass du zur selbsterkenntnis gekommen bist, das ist wohl der schwierigste teil. Übrigens, schön ausformulierte selbstkritik, muss man dir lassen. Reschpekt.

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deine frage ist bereits gut beantwortet worden. ich hoffe nun für dich, dass der RA nicht von deiner hetze hier erfährt, sonst wirds richtig teuer

wenn er dich beraten hat, dann kann es gut sein, dass er Geld von dir will. aber vielleicht fragst du am besten einen vertrauenswürdigeren Anwalt....

Rechnung (AKTUELL) Leistungszeit: 01.12.2009 bis 21.01.2010

Pauschalhonorar 420,17 € 19 % Mehrwertsteuer 79,83 € zu zahlender Betrag 500,00 €

Mit freundlichen Grüßen

(rechnung alt)

ich erlaube mir, Ihnen nachstehend meine Liquidation zu übermitteln:

Rechnung Nr. 1000011 Leistungszeit: 01.12.2009 bis 12.01.2010 berechnet nach § 13 Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) Steuernummer 144/177/30905

Gegenstandswert: 9.240,00 € Geschäftsgebühr §§ 13, 14, Nr. 2300 VV RVG 1,3 631,80 € Pauschale für Post und Telekommunikation Nr. 7002 VV RVG 20,00 € Zwischensumme netto 651,80 € 19 % Mehrwertsteuer Nr. 7008 VV RVG 123,84 € zu zahlender Betrag 775,64 €

Ich bitte um Überweisung meines Guthabens innerhalb von zwei Wochen.

Eine Nachliquidation bleibt vorbehalten.

Mit freundlichen Grüßen

Linsig Rechtsanwalt

Linsig Rechtsanwalt

Kannst ja mal das Relevante von der Rechnung abschreiben für uns.

miguel567 26.02.2010, 00:46

hab ich siehe oben

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Ab damit an die Anwaltskammer

aus der Website:

Wir freuen uns über Ihre Anfrage, eine Kontaktaufnahme bedeutet noch keine Mandatsübernahme. Terminwünsche sind unverbindlich.

miguel567 26.02.2010, 00:31

ja, aber bevor ich das mache wollte ich vorher klären ob mein einspruch gerecht ist...

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Raimund1 26.02.2010, 00:32
@miguel567

siehe meine Ergänzung aus der Website

hast du eine Vollmacht unterschrieben?

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miguel567 26.02.2010, 00:34
@Raimund1

ja aber leider nicht durchgelesen, weil ich da sehr aufgewühlt war..

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Raimund1 26.02.2010, 00:35
@miguel567

dann sieht das schon etwas schlechter aus. Ich würde mich trotzdem mal bei der Kammer erkundigen. Immerhin ist er schon von 700 auf 500 runtergegangen

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miguel567 26.02.2010, 00:36
@miguel567

ich hab ihn gefragt was da so drin steht, er meinte nur wirres zeug.

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Raimund1 26.02.2010, 00:39
@Raimund1

Ich hatte mal 500 DM in einer Geschichte, die recht aufwändig war, da war das Honorar sehr günstig und auch nicht vorher abgesprochen.

Normalerweise hängt das Honorar vom Streitwert ab und ist in der unteren Preisklasse unverhältnismäßig hoch.

anbei ein Link zur BRAGO /Gebührenordnung)

http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/bragebo/gesamt.pdf

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miguel567 26.02.2010, 00:43
@Raimund1

ich finde auch komisch dass dieses feilschen geklappt hat.. sehr unseriös. die rechnung sieht auch undetailliert aus.

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Berny2 26.02.2010, 00:45

"An die Kammer" ist der schlechteste Weg. Sie ist eine reine Schutzeinrichtung der DamenHerren in Schwarz. Spreche aus Erfahrung.

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Raimund1 28.02.2010, 01:26
@Berny2

Naja meine Erfahrung war positiv,

aber ich weiß auch, dass eine Krähe der anderen kein Auge aushackt

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Dem würde ich ein paar pfeifen!

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