Muss ich ein Gewerbe anmelden, Welches?

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4 Antworten

Du musst ein Gewerbe anmelden, da du diese Tätigkeit zur Gewinnerzilung ausübst.

Dann bekommst du vom FA einen Fragebogen. Dort kannst du dann die Kleinunternehmerreglung nach § 19 UstG ankreuzen.

Ergibt aber in deinem fall keinen Sinn, da du aufträge von mehrwertsteuerabzugsfähigen Unternehmen hast. Diese würden, wenn du die MwST auf den rechnungen nicht ausweisen darfst, auf dieser sitzen bleiben. Und das macht für diese Unternehmen keinen sinn.

Auch für dich ergibt es keinen Sinn, denn diese reglung besagt, dass du bis zu einem Jahresumsatz von 17.500€ von der MwST befreitbist. Du darfs die MwST auf deinen rechnungen nicht ausweisen (siehe oben) und du kannst dein verausgabte MwST beim FA nicht gegenrechnen.

Alle anderen Steuerarten und Abgaben bleiben von dieser Reglung unberührt.

Mit dieser Reglung sparst du keine Steuern, du sparst ein paar Blätter Papier bei deiner EkSt Erklärung. Mehr auch nicht.

Und dass du jetzt nur von einem Auftraggeber abhängig bist sogar noch weisungsgebunden, deutet zu 99,9)% auf eine Scheinselbstständigkeit hin.

Achtung, eine Scheinselbstständigkeit könnte für beide Seiten erhebliche negative nachwehen bedeuten.

Selbstverständlich musst deine Nebentätigkeit als Gewerbe Ansicht melden. Jeder, der wiederholt Waren oder Dienstleistungen (Ausnahme Freie Berufe) mit Gewinnerzielungsabsicht anbietet, muss dies beim Gewerbeamt anzeigen. Das Gewerberecht kennt weder Umsatz- noch Gewinnfreibeträge. Die einmalige Verwaltungsgebühr beträgt je nach Stadt 20-30 €.

Solange du mit deinem Jahresumsatz unter 17.500 € bleibst, brauchst du von deinen Kunden keine MwSt erheben. Deshalb würde dein Hinweis auf § 19 UStG reichen.

In dem Tätigkeitsfeld die Kleinunternehmerregelung zu wählen ist eine suboptimale Entscheidung.

Auftraggeber sind doch wohl nur Unternehmer. Denen ist egal, ob sie nun 1.000,- Euro an einen Kleinunternehmer zahlen, oder 1.190,- incl. 19 % Steuer an einen Regelbesteuerer. Die 190,- ziehen die als Vorsteuer ab.

Man macht sich und sein Unternehmen auch unnötig klein, denn wer will schon einen "hobbybastler" an seine IT lassen.

Gewerbeanmeldung ist einfach, "IT-Betreuung" als Nebenerwerb.

Beim Ausfüllen des FRagebogens zur steuerlichen Erfassung einfach etwas aufpassen.

Griesuh 16.11.2016, 08:44

wfbinder du schreibst:
Auftraggeber sind doch wohl nur Unternehmer. Denen ist egal, ob sie nun
1.000,- Euro an einen Kleinunternehmer zahlen, oder 1.190,- incl. 19 %
Steuer an einen Regelbesteuerer. Die 190,- ziehen die als Vorsteuer ab.

Da sstimmt in diesem Kontext nicht. Denn in den Rechnungen vom Frager ist die ( sollte die) MwST enthalten. Er darf sie nicht extra ausweisen und somit bleiben diese Firmen auf der MwST sitzen.

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wfwbinder 16.11.2016, 15:59
@Griesuh

Ich meine ja, dass er dass mit dem Kunden besprechen soll, denn er scheint an die Möglichkeit noch nicht gedacht zu haben.

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VeNsiS 21.11.2016, 09:17

Beim Ausfüllen des FRagebogens zur steuerlichen Erfassung einfach etwas aufpassen.

Was genau muss ich da denn beachten? 

Was ist der Nachteil wenn ich den § 19 UStG nutze und keine MwST aufschreibe?

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wfwbinder 21.11.2016, 09:23
@VeNsiS

Du hast keinen Vorsteuerabzug.

Wenn ich einen Unternehmer als Kunden habe, ist es, wie geschildert, für den Egal, ob ich ihm für meine Leistung 100,- Euro als Kleinunternehmer in rechnung stelle, oder 119,- inkl. Steuer, als Regelbesteuerer. Die 19,- Euro Umsatzsteuer zieht er sich als Vorsteuer ab. Die Kosten bleiben bei 100,- Euro.

Aber ich habe den Vorsteuerabzug aus meinen Kosten. Telefon, Internet usw. Insbesondere beim Kauf von z. B. einem neuen Notebook, kann ich mir die enthaltene Vorsteuer aben auch abziehen.

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Frag einfach Dein Finanzamt. Ich durfte einmal Rechnungen ohne MwSt ausstellen für einen IT Job, da habe ich aber nur um die 9000.- für 2 Wochen vor Ort berechnet.

Die Grenze ist wohl bei 17500, aber es ging auch weil es nur einmalig war. Ich vermute, dass ich ein Gewerbe gebraucht hätte wenn diese Umsätze sich wiederholt hätten.

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