Muss ich die Inkassokosten bezahlen oder kann ich dagegen etwas machen?

9 Antworten

Hallo Mara,

die einzig richtig Antwort ist die von "Markus1804". Auch ich würde die Summe schnellstmöglich bezahlen.

 Bei nicht einhaltung der Zahlungsziele kann auch folgendes greifen!

Mehr „Zahlungsdisziplin“ erwartet der Gesetzgeber von Unternehmern und hat mit dem Gesetz zur Bekämpfung des Zahlungsverzugs im Geschäftsverkehr Nägel mit Köpfen gemacht. Das Gesetz gilt seit dem 29.07.2014.
Die damit verbundene Umsetzung der EU-Richtlinie (RL 2011/7/EU) hat im Wesentlichen drei nennenswerte Gesetzesänderungen im Bürgerlichen Gesetzbuch zur Folge:

So wird erstens ein Pauschalbetrag für säumige Zahler eingeführt, zweitens eine Höchstfrist für Zahlungsziele gesetzlich festgeschrieben und drittens werden die Verzugszinsen im unternehmerischen Verkehr erhöht.
Die wohl bedeutendste Änderung liegt in der Einführung einer sog. „Entschädigungspauschale“ in Form einer pauschalen Strafzahlung i.H.v. 40 EUR, die mit Zahlungsverzug entsteht und fällig wird, vgl. § 288 Abs. 5 BGB n.F. Dieser Betrag steht sowohl Unternehmern als auch Verbrauchern gegenüber Unternehmern zu und entsteht auch bei fälligen Kleinstforderungen.

Versteh ich jetzt ehrlich gesagt nicht ganz weil ich ja nicht 40 € sondern 85 € zusätzlich zu den 52 € bezahlen soll die ich ja für die erhaltenen Ware (leider etwas zu spät) überwiesen habe.

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Normalerweise müssten davor Mahnungen kommen, bis zum Inkasso bestimmt mehrere. Aber die Höhe der Forderung und die Tatsache, dass bei zwei Wochen Verzug überhaupt schon ein Inkassounternehmen eingeschaltet wird, deutet darauf hin, dass das unseriös ist.

Antworte dem Unternehmen, dass du das für unverhältnismäßig und dreist hältst und das nicht einsiehst. Frag auch mal, wie diese Kosten zustande kamen - denn Mahngebühren werden es keine sein, wenn keine kamen. Und schon sieht das Ganze sehr nach Unrecht aus, sprich dass man mit dem Wort "Inkasso" erstmal einschüchtert und dann großzügig kassiert. Wenn sie die Kosten nicht vernünftig rechtfertigen können, werden unseriöse Unternehmen schnell kleinlaut.


Ich habe eine Mahnung erhalten während ich nicht da war. Das Inkassounternehmen listet auf:10  € Auskunftskosten (was soll denn das sein?) + 10 € Mahnkosten des Gläubigers + Geschäftsgebühr 58,50 € + Pauschale Post/telekommunikationsdienst (für der ihren Brief???). Sie drohen auch mit Gericht + zusätzl. höheren Kosten falls ich die Inkasso-Kosten nicht bezahle!

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@Mara81

also innerhalb von 16 Tagen nach Zahlungsziel kam also eine Zahlungserinnerung (gleich mit 10€ Mahngebühr)... die Frist in dieser Zahlungserinnerung wurde überschritten, ein Inkasso wurde sofort beauftragt und das wurde sofort tätig.... das awenn das wirklich so ist ist dieses Unternehmen höchstgradig unseriös...

vom zeitlichen ablauf wäre es aber selbst wenn man wirklich wirklich böswillig das so machen wollte es schwer schaffbar. Rechenbeispiel: 1 Tag nach Fälligkeit absenden der Mahnung, +2 bis angekommen... dann wären 3 Werktage zahlfrist (was lächerlich gering wäre) das minimum des machbaren... da auch noch mind. ein WE dazwischen wäre sind wir jetzt bei 8 Tagen.... am  9. Tag immer noch kein Geld da also wird am selben Tag abends das Inkasso eingeschaltet.... Womit das Inkasso das am 10. Tag hätte und am 12. Tag schon der Inkassobrief hätte da sein können... theoretisch denkbar, aber zeig das mal nen Richter... der würde vermutlich ziemlich sauer reagieren und es dem Gläubiger um die Ohren hauen. Gültig wären 2,50€ für die erste Mahnung, alles weitere könnte bei diesem Ablauf verworfen werden... es sei denn die Auskunftskosten beziehen sich auf eine Einwohnermeldeabfrage (adresse Falsch) was aber bei 16 Tagen Zeitfenster auf gar keinen Fall sein kann.

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@Mara81

10€ Mahngebühren sind frei erfundener Blödsinn. In dieser Höhe nicht mal ansatzweise vor Gericht durchsetzbar. Und Auskunftskosten von 10€ sind ebenso Blödsinn. Es ist ausschließlich dann eine Auskunft zu bezahlen, wenn man beispielsweise im Supermarkt an der Kasse via EC bezahlt hat (Ermittlung des Kontoinhabers) oder wenn man unbekannt umgezogen ist (Ermittlung via Meldeamt).

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Wer ist Gläubiger? Wenn es, wie ich vermute, ein "geschäftserfahrenes Unternehmen" ist, dann brauchst du diese blödsinnigen Gebühren nicht zu bezahlen.

Es gibt etliche Gerichtsurteile, die diese Vorgehensweise mit Verweis auf den §254 BGB bestätigen.

Daher kannst du dem Inkasso kurz antworten, dass du die Hauptforderung bezahlt hast, du keine weiteren Gebühren anerkennst und das Inkassobüro sich doch, wenn es Geld haben will, an den Auftraggeber wenden soll

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