Muss ich die Inkassokosten bezahlen?

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6 Antworten

Die Inkassogebühren fallen auf jeden Fall an, da das Unternehmen welches von dir noch Geld zu bekommen hatte, dieses Inkassobüro beauftragt hat. Somit sind natürlich wiederum für dieses Unternehmen die Gebühren angefallen, da die ja nunmal tätig geworden sind. Hier noch ein Tipp für den nächsten Engpass. Solltest du mal wieder in eine solche Situation geraten, sprich einfach mit der Firma die von Dir Geld bekommt. In der Regel, können die Dir noch eine Fristverlängerung gewähren, denn Du bist ja Zahlungswillig und somit lassen die sich auch auf eine spätere Zahlung ein.

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Kommentar von rainerendres
12.10.2011, 21:55

AG Kehl Urteil vom 26.4.2011, 4 C 19/11

Zitat: ...Das Gericht schließt sich den vom OLG Dresden, a.a.O., angeführten Argumenten an, nach denen Inkassokosten im Regelfall nicht auf den Schuldner umgelegt werden können........Diesen grundsätzlich nicht ersatzfähigen Eigenaufwand für die Einziehung einer eigenen Rechnung hat die Klägerin vorliegend ausgelagert, indem sie vorliegend wenige Tage nach Eintritt des Verzugs mit der letzten Rechnung vom 06.05.2010 und nach nur einer Mahnung ein Inkassobüro mit der Beitreibung beauftragt hat. Ihr stand selbstverständlich frei so zu verfahren. Jedoch kann sie die damit verbundenen Kosten nicht auf den Schuldner umlegen, weil es sich gerade um Kosten des grundsätzlich nicht ersatzfähigen Eigenaufwands handelt.

AG Köln, Urteil vom 03.11.2010, 118 C 186/10

Inkassokosten sind nach der Rechtsprechung des Amtsgerichts Köln und zahlreicher seiner Berufungskammern des Landgerichts Köln indes grundsätzlich nicht erstattungsfähig .

AG Berlin Mitte vom 01.09.2009 Geschäftsnr. 8 C 118/09)

“Auch wenn sich der Beklagte zum Zeitpunkt der Beauftragung des Inkassoinstitus am 09.02.2009 in Zahlungsverzug befunden hat, kann die Klägerin Schadenersatz nicht beanspruchen, den der Anspruch ist unter dem Gesichtspunkt des Verstoßes gegen die Schadensminderungspflicht gemäß § 254 BGB ausgeschlossen…. Ein Gläubiger darf sich zur Betreibung einer Forderung nur der Mittel bedienen, die der Rechtsverfolgung zweckdienlich sind, wenn er die damit verbundenen Kosten mit Erfolg vom Schuldner ersetzt verlangen will.Ein Inkassobüro verfügt aber nicht über Möglichkeiten, die denen des Gläubigers überlegen wären. Mehr als die Forderung anmahnen kann auch das Inkassobüro nicht (LG Cottbus, Beschluss vom 25.01.2004, 10 T 36/04).

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Bereits durch die erste Mahnung des Händler warst du nach § 286 (1) BGB in Verzug gesetzt. Damit schuldest du neben der ursprünglichen Forderung sämtliche Verzugsschäden wie Zinsen, Mahngebühren und natürliche die rechtliche Durchsetzung der Forderung durch Inkassobüro, Rechtsanwalt oder das Gericht.

Besser du zahlst, bevor es richtig teuer wird: Vollstreckung, GV und schufa würden deine Kreditwürdigkleit im Netz ausbremsen :-(

G imager761

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Kommentar von rainerendres
12.10.2011, 22:01

Inkassogebühren sind im Gegensatz zu Anwaltsgebühren nur selten durchsetzungsfähig !

AG Hohenschönhausen 10 C 293/98 Dieses Gericht hat Inkassokosten wegen Verstoßes gegen die Schadensminderungspflicht abgewiesen. Durch die Inanspruchnahme eines Inkassobüros würden im Falle eines streitigen Verfahrens doppelte Kosten entstehen.

AG Remscheid 8 C 373/00 Dieses Gericht hat Inkassokosten wegen Verletzung der Schadensminderungspflicht abgesprochen, obwohl der Schuldner nach Einschaltung des Inkassounternehmens die Hauptforderung in voller Höhe an das Inkassounternehmen gezahlt hat.

AG Vechta 11 C 603/04 Nach AG Vechta kann die Klägerin Inkassokosten nicht geltend machen. Sie sei vollkaufmännisch organisiert und wisse, dass Inkassobüros keine anderen Möglichkeiten zur Durchsetzung einer Forderung haben als sie selbst.

AG Altenkirchen 71 C 419/05 Nach AG Altenkirchen widerspricht die Inanspruchnahme eines Inkassounternehmens regelmäßig der Schadensminderungspflicht eines Gläubigers. Inkassokosten würden keinen ersatzfähigen Verzugsschaden darstellen, sondern übermäßige Kosten, die vom Gläubiger selbst zu tragen sind.

AG Lemgo Teil-VU u. Schlussurteil 28.09.2007 Das AG Lemgo hält unter Hinweis auf seine ständige Rechtsprechung Inkassokosten wegen Verstoßes gegen die Schadensminderungspflicht für nicht erstattungsfähig. Für den Zeitaufwand des Gläubigers bei der außergerichtlichen Forderungsabwicklung besehe keine Ersatzpflicht. Anwaltliche Tätigkeit sei nicht mit der eines Inkassobüros vergleichbar

LG Ulm 6 O 219/00 Inkassokosten sind nicht erstattungsfähig, da der Gläubiger nach mehreren erfolglosen Mahnungen und Telefonaten nicht mehr davon habe ausgehen können, dass der Schuldner nach Aufforderung durch ein Inkassobüro zahlen werde.

AG Eisleben 21 C 148/99 Ersatz von Inkassokosten wegen Verstoßes gegen die Schadensminderungspflicht abgewiesen. Das Überwachen von Zahlungsfristen und Übersendung von Mahnungen sei einfachste kaufmännische Tätigkeit und in einem entsprechend eingerichteten Betrieb - der Gläubiger ist Sollkaufmann - ohne weiteres ordnungsgemäß abzuwickeln.

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Welches Unternehmen beauftragt denn ein Inkassounternehmen, wenn man 14 Tage nach Erhalt der Ware die Rechnung bezahlt ? Seltsam, echt sehr seltsam. Wenn das Inkassounternehmen beauftragt wurde, BEVOR deine Rechnung auf deren Konto war bzw. überwiesen wurde, dann musst die Kosten wohl tragen.

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Kommentar von rainerendres
12.10.2011, 22:03

AG Bremen 25 C 141/02 ...Inkassokosten den beim Inkassoinstitut angefallenen Zeit- und Personalaufwand abdecken sollen, seien sie nach ständiger Rechtsprechung des BGH nicht erstattungsfähig. Ein Geschädigter könne regelmäßig seinen durch die außergerichtliche Tätigkeit verursachten Zeitaufwand zur Wahrung seines Entschädigungsanspruches nicht ersetzt verlangen...

AG Fürstenwalde 13 C 300/2000 Dieses Gericht spricht unter Berufung auf OLG Dresden einem Gläubiger, der ein Unternehmen ist, den Ersatz von Inkassokosten ab, soweit nachträglich ein Rechtsanwalt eingeschaltet werden muss.

AG Charlottenburg 206 C 184/02 Dieses Gericht hat die Erstattungsfähigkeit von Inkassokosten verneint. Der Kläger habe nicht erwarten können, dass der Beklagte auf eine Mahnung des Inkassoinstituts eher reagieren würde als auf Mahnungen des Klägers selbst. Zur Beitreibung der Forderung hätte er nach erfolglosen Mahnungen sogleich das gerichtliche Mahnverfahren betreiben können, wodurch zusätzliche Kosten vermieden worden wären.

AG Waren (Müritz) 2 C 59/02/Hoppe Dieses Gericht hat Inkassokosten wegen Verstoßes gegen die Schadensminderungspflicht abgesprochen. Nach vergeblichen Mahnungen des Gläubigers hätte dieser von der Zahlungsunfähigkeit bzw. -unwilligkeit des Schuldners ausgehen müssen. Die Einschaltung eines Inkassobüros sei deshalb überflüssig gewesen.

Heidelberg 27 C 209/01/Strothe Urteil 31.10.2001

.....Nach Auffassung des Gerichts würde ein verständiger Mensch im vorliegenden Fall ""im Hinblick auf den durchaus zweifelhaften, im voraus allenfalls statistisch belegbaren Erfolg"" kein Inkassobüro, sondern sogleich einen Rechtsanwalt beauftragen....."

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Wenn, und das ist hier Voraussetzung Sie im Verzug waren dann haben Sie die dem Gläubiger entstandenen Gebühren des Rechtsdienstleisters vollumfänglich zu ersetzen und auszugleichen. Es wird Ihnen hier bestimmt noch angeraten die Inkassoforderung nicht zu begleichen doch möchte ich darauf hinweisen, dass die Tippgeber ja nicht wirklich betroffen sind und der Ärger der dann bei Nichtbegleichen entstehen kann von Ihnen alleine zu tragen ist.

Kurz um: Bezahlen und die Sache ist erledigt.

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Kommentar von rainerendres
12.10.2011, 22:10

Bezahlen und fertig ??

Wieso fragst Du eigentlich nicht nach wieviel € das IB vom Sünder überhaupt begehrt ?

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Die Inkassogebühren wirst Du wohl noch bezahlen müssen.

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Kommentar von rainerendres
12.10.2011, 22:13

AG Jever vom 21.08.97 AZ.: 5 C 368/97 AG Cottbus vom 18.05.99 AZ.: 38 C 455/98 Ein Gläubiger verstößt gegen die Schadensminderungspflicht, wenn er nach erfolglosen Mahnungen ein Inkassounternehmen mit der Geltendmachung seines Anspruchs beauftrag und kann deshalb in einem späteren Klageverfahren die durch das Inkassounternehmen entstandenen Kosten nicht verlangen

AG Wiesbaden 92 C 3458/07 - 22 - vom 15.11.2007 zur Erstattung von Inkassokosten "Die Klage war hinsichtlich der geltend gemachten Inkassokosten in Höhe von 130,50 € abzuweisen. Innkassokosten sind dann nicht erstattungsfähig, wenn der Gläubiger geschäftserfahren ist und die Sache aus der Sicht zum Zeitpunkt der Einschaltung des Dritten zu Inkassozwecken keine besonderen Schwierigkeiten aufwies. Eine Erstattungspflicht für eigene Aufwendungen des Gläubigers besteht nur insofern, als ein wirtschaftlich denkender Mensch bei der Betrachtung ex ante (im Zeitpunkt der Einschaltung des Inkassobüros) diese für notwendig halten durfte. Das Überwachen von Zahlungspflichten und die Übersendung von Mahnungen sind einfachste kaufmännische Tätigkeiten, die zum eigenen Pflichtenkreis der Klägerin gehören. Ein beachtenswertes Interesse, diese Tätigkeiten auf eine andere Rechtsperson zu verlagern

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Ich habe 3 jahre in einem großen Inkassounternehmen gearbeitet ! Mir ist bisher keine einzige erfolgreiche Klage expl wg Inkassogebühren eines ext Inkassodienstleisters bekannt geworden .

Die Rechtsprechung ist nicht unbeding inkassofreundlich ;-)

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