Muss ich die Forderung eines Inkasso Büro zahlen?

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Die Frechheiten mancher Inkassobüros im Rahmen der fürchterlichen Drohungen, die da an rechtsunkundige Leute ausgestoßen werden, sind teilweise bodenlos. So auch hier.

Das sind aber alles hohle Phrasen, die üblichen Textbausteine, die von diesen Mahnstänkerbuden per Textbaustein automatisiert in die Briefe gerotzt werden.

Mal ein paar ganz grundsätzliche Dinge zu Inkassobüros:

1. Das sind keine Behörden. Die haben absolut null Sonderrechte. Das sind beauftragte Schreibbüros und nichts anderes.

2. Die können Dir so ohne weiteres keinen Gerichtsvollzieher schicken. Ein Gerichtsvollzieher kommt nur mit gültigem Vollstreckungstitel. Diesen Titel kriegt die Gegenseite aber auch nicht so ohne weiteres. Sondern erst mal müssten die Mahnbescheid beantragen (das wäre ein gelber Brief vom Gericht). Dem Bescheid widersprichst Du dann innerhalb von 14 Tagen ans Gericht. Dann ist die Gegenseite wieder auf dem Stand wie vorher, der Gerichtsvollzieher kann nicht kommen, die Gegenseite kriegt ihren Titel nicht.

3. Wenn die Gegenseite dann noch was will, dann muss sie vor Gericht Klage gegen Dich einreichen. Hierzu muss sie aber beweisen, dass tatsächlich ein Anspruch besteht, d.h. dass Du und niemand sonst eine Ware/Leistung bestellt, erhalten und nicht bezahlt hast. Es ist nicht Deine Aufgabe, das Gegenteil beweisen zu müssen. Kann die Gegenseite den Beweis nicht erbringen, verliert sie den Prozess und zahlt alle Kosten, auch Deine Anwaltskosten. Also: nur keine Angst vor der hohlen Drohung mit dem Gericht etc.

4. Einen Haftbefehl gibt es erst recht nicht, und schon gleich dreimal nicht, wenn irgend ein dahergelaufener Inkassostänkerer das gerne so hätte. Sondern hierzu müsste es erst einen Vollstreckungstitel geben (siehe oben, den kriegt die Gegenseite aber nicht, wenn Du dem Mahnbescheid schon widersprichst...), und Du müsstest auch noch nach Titulierung der Aufforderung des Gerichtsvollziehers, die sogenannte "eidesstattliche Vermögensauskunft" abzulegen, nicht nachkommen. Nur dann gibt es in solchen Sachen einen Haftbefehl. Also: mal halblang, vorher fließt aber noch ganz viel Wasser in die Nordsee.

5. Inkassobüros dürfen auch keine Wohnung betreten und auch nichts pfänden, das darf nur ein Gerichtsvollzieher.

6. Ein Schufa-Eintrag bei ersichtlich nicht bestehendem Anspruch oder bei bestrittener Forderung ist unzulässig - § 28a BDSG.

Also: es besteht überhaupt kein Grund, eine Forderung bei absolut nicht bestehendem Anspruch zahlen zu müssen. Daran ändert sich auch nichts, wenn 5 Inkssostänkerer und 3 Mahnanwälte die Backen aufblasen.

Man kann einmal der Forderung widersprechen, per  Einschreiben. Nimm das hier:

http://www.antispam-ev.de/wiki/Antwortbrief_gegen_ungerechtfertigte_Inkassoforderung

Sollte danach der Stänkerer auch nur noch einmal krumm husten: sofort Strafanzeige wegen des versuchten gewerbsmäßigen Betrugs erstatten.

Noch etwas. Es gibt da eine besonders bösartige Variante hinsichtlich der Beitreibung völlig fremder Forderungen bei angeblich existierendem Vollstreckungstitel. Bei Nachforschung stellt sich dann heraus, dass dieser Titel gegen eine völlig fremde Person existiert. Das ist die bekannte Masche mit der "äußerst bedauerlichen Personenverwechslung...".

Wenn also in dem Brief davon die Rede ist, dass angeblich ein Vollstreckungstitel existiert, dann lies mal den folgenden Artikel:

http://www.antispam-ev.de/wiki/Inkassomahnung_-_uralte_Forderung_mit_bisher_unbekanntem_Vollstreckungstitel_-_Was_tun%3F

Und dann nimm das dort enthaltene Widerspruchsschreiben.

In jedem Fall bin ich daran interessiert, zu erfahren, wie der Fall weiter ging.

4

Du solltest es solange irgnorieren..bis Brief vom Gericht kommt!

Wenn du dir keiner Schuld bewußt bist, hast du auch nichts zu befürchten..hast du schon mal nach dem Inkassobüro gegooglet?

Seriös scheinen sie auf keinen Fall zu sein:

http://www.abzocknews.de/tag/national-inkasso-gmbh/

Mir wurde gedroht das ein Gerichtsvollzieher vorbei kommen wird und das es bis zu mehrjährigen Gefängnisstrafe enden kann.

Dann würde ich jetzt sofort das Inkassobüro bei der Polizei anzeigen, denn dies ist eine strafbare Nötigung (§ 240 StGB) ggf. sogar ein versuchter gewerbsmäßiger Betrug (§ 263 StGB).

Vielleicht könnt ihr mir weiterhelfen wie ich handeln soll.

Neben o.g. Strafanzeige: Vollumfänglicher Widerspruch per Einwurfeinschreiben wegen

  • fehlender Legitimation (§ 174 BGB)
  • fehlender vertraglicher Grundlage
  • fehlender Nachweis, dass Zahlungsverzug vogliegt
  • Vestoß gegen Informationspflichten (§ 11a RDG).

Beschwerde zum Aufsichtsgericht ankündigen (welches das ist steht auf dem Brief) und Vebot der Datenweitergabe an die Schufa (§ 28a BDSG).

Natürlich direkt zur Polizei gehen. Mit Gerichtsvollzieher drohen ist ggf. noch OK, sofern es einen Titel gibt. Mit einer mehrjährigen Haftstrafe drohen geht aber über die berühmt Linie hinaus. So etwas muss man sich nicht gefallen lassen. NIEMAND wird einfach wegen Schulden verhaftet. Und kein Inkasso dieser Welt kann Schuldner einfach so verhaften lassen. Der Betrugsverdacht liegt nahe, wenn man sich sicher ist, dass man da nichts abgeschlossen hat.

Ich würde dem Inkasso folgendes schicken: "Wertes Inkasso. Ich weise die Forderung vollumfänglich zurück. Mir sind keinerlei Schulden hierzu bekannt. Sie wollen mir unverzüglich zusenden: A) Vollmacht im Original, Forderungsaufstellung im Detail. Sämtliche Informationen gemäß §11a RDG, insbesondere Details zum Vertragsschluss und Vertragsinhalt. Zudem wollen Sie mir ihre Anspruchsgrundlage zusenden, insbesondere eine Kopie des Ihnen vorliegenden Titels. Darüber hinaus informiere ich Sie, dass ich Sie wegen schwerer Nötigung angezeigt habe, denn die Androhung einer mehrjährigen Haftstrafe ist vollkommen hirnrissig. Ich untersage einstweilen die Speicherung meiner personenbezogenen Daten und die Meldung an Auskunfteien."

Dem Aufsichtsgericht würde ich schicken: "Wertes Gericht. Hiermit beschwere ich mich über Inkasso ABC. Dieses will unter Aktenzeichen DEF bei mir eine Schuld von 7500€ betreiben. Mal abgesehen davon, dass ich gerade erst 18 geworden bin und es sicherlich keinen entsprechenden Vertrag gibt, droht das Inkasso mir direkt nicht nur mit dem Einsatz von Gerichtsvollziehern, sondern sogar mit einer mehrjährigen Haftstrafe. Ich beantrage hiermit aufgrund dieses strafrechtlichen Verhaltens, das ich auch bei der Polizei angezeigt habe, sofort dem Inkasso die Lizenz zu entziehen. Solcherlei Drohungen, Schuldner direkt verhaften zu lassen und mehrjährig in ein Gefängnis zu stecken ist weit jenseits allem, was sich ein Rechtsdienstleister erlauben darf. Die Fachkenntnis und Sachkenntnis der Mitarbeiter dieses Inkassobüros liegen offensichtlich nicht vor, so dass von Amts wegen die Erlaubnis zum Erbringen von Rechtsdienstleistungen nicht aufrecht erhalten werden kann."

Dann würde ich abwarten, was dort jemals passiert und wie sie reagieren.

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