Muss ich das Inkassobüro bezahlen, wenn ich die Hauptforderung beim Unternehmen begleiche?

8 Antworten

Du brauchst dich an niemanden wenden. Wenn keine wirksamen Verzugskosten (Mahngebühren, Zinsen, Rücklastschriftkosten, etc.) mehr beim Gläubiger offen sind kannst du das Inkassobüro ignorieren.

Kannst es auch wegen Nötigung anzeigen, wenn es dir trotz Widerspruch über die Gebühren weiterhin Briefe schreibt. Beschwerde ans zuständige Aufsichtsgericht ginge auch.

Das Unternehmen wird die Gebühren nicht einfach so zurückziehen, weil das Unternehmen das Inkassobüro für den Einzug bezahlen musste.

Du musst die Gebühren dann (wohl dem Inkassobüro, wenn so im Schreiben erläutert), wenn Du im Verzug warst oder wenn es im Vertrag wirksam vereinbart worden ist UND wenn das Büro eine Inkassokonzession hatte. Ein Konzerninkasso führt zu keiner zulässigen Gebühr.

Die Inkassogebühren sind jedoch beschränkt, das Ganze ist sehr komplex: Hier ein Link:

http://www.shopbetreiber-blog.de/2013/06/07/verbraucher-inkassokosten-schadensersatz/

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Das Unternehmen wird die Gebühren nicht einfach so zurückziehen, weil das Unternehmen das Inkassobüro für den Einzug bezahlen musste.

Na und? Wenn es zu faul ist, selbst Mahnbriefe zu verschicken, ist das kein Grund, warum der Schuldner das dann bezahlen muss. Geschäftserfahrene Gläubiger bedürfen keiner Hilfe durch ein Inkassobüro.

Du musst die Gebühren dann (wohl dem Inkassobüro, wenn so im Schreiben erläutert), wenn Du im Verzug warst oder wenn es im Vertrag wirksam vereinbart worden ist UND wenn das Büro eine Inkassokonzession hatte.

Im Vertrag kann vereinbart sein, was will. Man kann als Unternehmen gegenüber Verbrauchern im Vertrag die Erstattungspflicht von Inkassokosten gar nicht festschreiben. Das fällt der Inhaltskontrolle zum Opfer.

Natürlich muss das Inkassobüro zugelassen sein (siehe übrigens www.rechtsdienstleistungsregister.de)

Aber der Verzug alleine begründet nicht, dass der Schuldner zahlen muss. Es gilt die Fragen nach der bereits erwähnten Schadensminderungspflicht, nach der Notwendigkeit eines Inkassos und nach dem Erfahrungsstand des Gläubigers dabei zu berücksichtigen.

Ein Konzerninkasso führt zu keiner zulässigen Gebühr

Korrekt. Da Inkassokosten Schadensersatz wären, wenn man sie einfordert. Bei konzerninternem Inkasso stellen sie aber keinen Schadensersatz dar, sondern zusätzliche Reingewinne. Zudem verstoßen sie bei konzerninternem Inkasso drastisch gegen §254 BGB.

Die Inkassogebühren sind jedoch beschränkt, das Ganze ist sehr komplex:

Eigentlich ist es sehr einfach. Es gibt eine einfache Tabelle mit der RVG-Gebühr. Dein zweiter Link ist da durchaus zielführend. Das Komplexe ist eher, dass Inkassos Gebührenpositionen entweder frei erfinden oder dass sie Begründungen erfinden, um mehr Geld fordern zu dürfen. Sprich: Die brechen einfach wild Gesetze, um einen Reibach zu machen.

Am Ende des Tages kann man natürlich diskutieren, ob man ein Schreiben einfacher Art (darauf basiert die Tabelle in deinem zweiten Link) bezahlen muss oder ob selbst das gegen die Schadensminderungspflicht verstößt.

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Hast du die Schreiben vom Inkasso auch gründlich gelesen ? Gerne kann da auch drin stehen das nur Schuldbefreiend gezahlt werden kann wenn man an sie überweist und nicht mehr an den ehemaligen Gläubiger ?

DIe Gebühr sollte entstanden sein und wird wohl nicht einfach storniert... Wenden würde ich mich an das Inkasso ... ob man als ALG Empfänger irgendwelche Ausnahmesachen hat ist mir nicht bekannt.

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Gerne kann da auch drin stehen das nur Schuldbefreiend gezahlt werden kann wenn man an sie überweist und nicht mehr an den ehemaligen Gläubiger ?

Da kann auch drin stehen, dass es Osterhasen regnet, wenn der Fragesteller sich nicht bis morgen auf den Kopf stellt und mit dem Allerwertesten Fliegen fängt.

Es kann so lange schuldbefreiend an den Gläubiger gezahlt werden bis das Inkassobüro nachweist selbst Gläubiger zu sein, durch Vorlage der Abtretungserklärung nach § 410 BGB.

Dann hätten wir aber bei o.g. Sachverhalt schon einen versuchten Betrug, da bei einer Forderung in eigener Sache natürlich keine Inkassokosten gefordert werden dürfen.

DIe Gebühr sollte entstanden sein und wird wohl nicht einfach storniert...

Im Masseninkasso entsteht keine Gebühren da Inkassobüros hier entweder auf Flatrate oder Erfolgsbasis arbeiten. Wenn der Gläubiger keine Rechnung vom Inkassobüro erhält und entsprechend Auslagen hat, die er vor Gericht nachweisen müsste, gibt es keinen Schaden, womit wir wieder in der Nähe eines Vermögensstraftatbestands wären.

ob man als ALG Empfänger irgendwelche Ausnahmesachen hat ist mir nicht bekannt.

§ 254 BGB und § 4 Abs. 5 RDGEG gelten.

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Muss man Inkassogebühren bezahlen wenn die Hauptforderung beglichen ist?

Hallo,

Bin in ein Inkassounternehmen geraten: HFG Inkasso Gmbh

Weil ich einen Betrag von PayPal nicht zahlen konnte, hat mich wahrscheinlich PayPal nach einigen Monaten in ein Inkasso Unternehmen gesteckt (so meine Vermutung). Jedenfalls forderte mich HFG auf, laut der PayPal Forderung, an HFG die Forderung zu begleichen (eigentlich sind ALLES Gebühren und Zinsen, laut deren Schreiben. Hat also eigentlich nichts mit der Hauptforderung zutun). Nun muss ich 200 Euro an HFG zahlen (Sehr heftige Zinsen, 49 Euro Zinsen). Dabei habe ich vor einigen Tagen die Hauptforderung von PayPal beglichen und somit habe ich den Gläubiger bezahlt.

Aber was ist nun mit HFG? soll ich denen wirklich ihre Gebühren bezahlen oder soll ich das einfach ignorieren? Weil ich lese oft, das man die Gebühren NICHT bezahlen MUSS, weil sie nicht rechtskräftig sind.

Was meint ihr?

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