Muss ich das Büßerhemd tragen, nur weil ich Deutscher bin?

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Das Ergebnis besteht aus 3 Abstimmungen

Warum nicht? Amis sind auch stolz auf ihr Land. 100%
Auch mit dem Nazi-Image würde ich das sagen 0%
Ohne das Nazi-Image würde ich das sagen 0%

10 Antworten

"dürfen aber wegen es "Büßerhemdes" nicht zu laut sagen, stolzer Deutscher zu sein"

Die Leser mögen sich das Gemeinte wohl selber zurechtfriemeln:

Darfst du es nicht sagen? Darfst du es nicht ... wegen? Darfst du es nicht sein?
Und wer hat dir das bloß alles verboten?
Aber das mit dem Büßerhemd ist wirklich eine hübsche Idee.


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Nun.

Ich bin tatsächlich stolz auf das Grundgesetz in der Fassung von Mai 1949.

Was danach geschah treibt mir teilweise nicht nur Schamröte ins Gesicht. Hier und da verspüre ich auch eine massive Wut. 

Wir sind weltweit mittlerweile nur noch viertgrößter weltweiter Waffenexporteur. Das scheint der aktuellen Regierung absolut nicht in den Kram zu passen denn sie vertickt Massenmordwerkzeuge in Krisengebiete bzw. an Zulieferern von Krisengebieten. Diese Tatsache ist weder sozial noch hat sie auch nur im Ansatz einen Bezug zu Christentum oder Freiheit oder Umweltschutz. 

Die meisten Deutschen kennen ihre eigene Verfassung nicht und wollen sie auch nicht kennen lernen. Dabei ist sie online jederzeit abrufbar. Wir können uns sogar kostenlos die aktuelle Verfassung zusenden lassen. Aber erfahren wir dann tatsächlich wenn sie mal wieder im Schnellverfahren verschlimmbessert wird? - Es interessiert die Mehrheit nicht mal. 

Wir schreiben hier ständig und gebetsmühlenartig als Antwort auf Hilferufe minderjähriger Opfer dass erst mit Vollendung des 18. Lebensjahres irgendwelche Rechte bestehen. Das ist schicht verfassungswidrig. Der nachwachsenden Generation wird mit Wortgewalt eingebläut sie seien Eigentum ihrer Erzeuger. 

Das sind nur wenige Stichworte um aufzuzeigen dass wir manches Defizit in diesem Staat als selbstverständlich hinnehmen. 

Du schreibst von der Nationalhymne. Nun. Wir hatten 16 Jahre lang einen Kanzler der sie nicht mal der Melodie nach kannte. Geschweige den dem Text nach. Dabei hätte ich mich nicht aufgeregt hätte er auf der Berliner Mauer ein Kinderlied gesungen. Für diesen Text bräuchte sich keine Nation schämen. 

Wir beten den Tot an. Es gibt keinen Grund darauf stolz sein zu wollen. 

Als Person habe ich mich anders entschieden und so gelebt. Hier und da erfolgreich. 

Mir wirft kein Mensch, egal ob Ausländer oder Einheimischer,, vor meinen Pass zu haben. Ich werde auch nicht von Ausländern in irgendeiner Form respektlos behandelt. Eher im Gegenteil. 

Anders behandelt werde ich von Russen. Sie haben zwar reinen deutschen Pass. Geschenkt bekommen wie vieles Andere. Für Nichts. Denen aber erkläre ich dann gerne wo der Hase den Pfeffer her geholt hat. Dann, und nur dann, erlebe ich Ärger. Nicht immer. Aber jeder einzelne Ärger ist einer zu viel wenn es darum geht sich an hier geltendes Recht zu orientieren. Denn unsere Grenzen sind offen. 

Und ehrlich? Mir ist es tatsächlich egal wo ein Mensch geboren wurde. Mich interessiert ob der Mensch der in Deutschland lebt sich an hier geltendes Recht hält oder nicht. Darauf aufbauend mögen alle Völker ihre Traditionen leben wie sie wollen. Aber eben nur auf diesem Boden. 

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Warum nicht? Amis sind auch stolz auf ihr Land.

Nein, niemand muss hier ein Büßerhemd tragen. Wenn du weit in der Welt herumfährst, dann merkst du, wie beliebt wir Deutsche sind. Dann kämest du nicht mehr auf die Idee mit dem Büßerhemd.

Im Allgemeinen schätzt man an Deutschland, dass wir keine Sklavenhalter waren, durch Luther das Christentum reformiert haben, nach dem 2. Weltkrieg ein total zerstörtes, zerstückeltes und amputiertes Land wieder aufgebaut und zu einem der attraktivsten Länder der Erde gemacht haben.

Also wiese kommst du auf deine Frage?

Eins noch: der Text unserer Nationalhymne ist meiner Meinung nach großartig. "Einigkeit und Recht und Freiheit" was willst du mehr?

"Blüh im Glanze dieses Glückes" ist doch sehr schön ausgedrückt.

Und Haydns Melodie ebenfalls, vor allem wenn sie als Streichquardett gespielt wird.

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Kommentar von tanztrainer1
10.04.2016, 22:07

Als ich mal in den 70ern in Norwegen war, da spürte man schon noch einen gewissen Hass gegen Deutsche. Und auch in den Niederlanden konnte das passieren. Ob es heute noch so ist, keine Ahnung.

Aber sage in Kalavrita nie, dass Du aus Deutschland bis!

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Die Antwort ist diffiziler.

Wenn ein Begriff oder ein Slogan von jemandem, mit dem man nichts zu tun haben möchte, gebraucht und missbraucht wird, dann muss man sich davon abgrenzen, um nicht mit diesem Jemand in einen Topf geschmissen zu werden. Das ist so.

Verbiet den Nazis zu sagen, dass sie stolz sind, Deutsche zu sein, und schaff es, dass sie diesen Slogan auch tatsächlich nicht mehr benutzen, lass danach ein paar Jahre vergehen, so dass sich keiner mehr daran erinnert, dass der Spruch eigentlich von Nazis gebraucht wird, dann kannst Du sagen, dass Du stolz bist, Deutscher zu sein, ohne in die rechte Ecke gestellt zu werden.

Vergiss über die lange Warterei aber nicht, Dein Leben zu leben, sonst wirst Du alt und grau dabei, ohne Dein Leben wirklich gelebt zu haben. Es gibt im Leben Wichtigeres.


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Die Nationalhymnen anderer Länder sprühen vor Lebensfreude in der Melodie, wir haben es grad mal geschafft, die erste Strophe zu verbieten und haben noch immer die aus dem dritten Reich...

Die erste Strophe ist nicht verboten. Und das Lied der Deutschen war auch schon in der Weimarer Republik Hymne, ab 1922.

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Stolz auf seine Nationalität zu sein halte ich immer für fragwürdig. Schliesslich hat man ja nichts dafür getan. Man hatte bloss das Glück in einem wohlhabenden, stabilem Land geboren worden zu sein.
Und nationales denken ist ebenso gefährlich wie kurzsichtig. Nationen, Länder, Reiche komnen und gehen, Grenzen verschieben sich, Völkerwanderungen finden statt... Daher ist es eher kleingeistig stolz zu sein auf seine "Nationalität".

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Kommentar von HansH41
10.04.2016, 16:48

"Stolz auf seine Nationalität zu sein halte ich immer für fragwürdig. Schliesslich hat man ja nichts dafür getan"

Wir - meine Generation - haben sehr viel dafür getan. Die Trümmerfrauen haben die Ruinen weggeräumt, wir sind ohne Väter aufgewachsen, denn die waren tot oder in Kriegsgefangenschaft.

Also überdenke deine verletzende Aussage.

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Kommentar von hamking
10.04.2016, 16:53

Du hast nichts dafür getan dass du Deutscher bist. Überhaupt nichts. Du wurdest als deutscher geboren. Du hattest darauf keinen Einfluss, also kannst du darauf auch nicht stolz sein.
Wenn du mitgeholfen hast das Land nach dem Krieg wieder aufzubauen, dann kannst du auf DIESE LEISTUNG stolz sein. Das darfst und das ist gut so.
Aber auf den "Zufall" dass du als Deutscher geboren wurdest kannst du nicht stolz sein.
Ist ein wichtiger Unterschied.
Auf Leistungen kann, sollte man, stolz sein. Aber nicht auf etwas was man nicht selber erarbeitet hat.

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Kommentar von hamking
10.04.2016, 17:10

Nein, kann ich nicht. Ich bin kein Deutscher und ich hab auch nichts wieder aufgebaubt.
Nochmal: Man darf auf seine Leistung stolz sein. Aber auf seine Nationalität kann man nicht stolz sein da man auf das keinen Einfluss hatte.
Und mit Glück im einem wohlhabenden, stabilen Land geboren zu sein, meinte ich natürlich die jüngeren Generationen.
Und vieleicht liest du nochmal durch was ich über Grenzen und Nationen geschrieben habe und wie die sich verändert haben, und werden, damit du meinen Standpunkt besser verstehst.

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Man kann stolz sein Deutscher zu sein und das ist auch gut so. Aber man sollte tunlichst vermeiden Zeichen einer Diktatur zu verherrlichen die für den Tod von Millionen von Menschen im zweiten Weltkrieg verantwortlich sind. Das ist nämlich nicht deutsch. Das war der schlimmste Wahnsinn der vergangenen Jahrtausends und damit sollte man sich auch nicht öffentlich zur Schau stellen. Was die Nazis gemacht haben war einfach nur abscheulich. Unschuldige zivile Menschen zu töten deren einziger Fehler in den Augen der Nazis war einer bestimmten Religionsgemeinschaft anzugehören oder einer bestimmten Menschenrasse wie Sintis und Romas. Abgesehen von den Greueltaten deutschter Soldaten in den besetzten Gebieten. Es ist der traurigste und scheuslichste Teil der deutschen Geschichte. Darauf sollten wir wirklich niemals stolz sein. Und solche die darauf stolz sind, haben den Schuß nicht gehört.

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Kommentar von derfiesefriese
10.04.2016, 16:41

sondern auf den Aufbau NACH DEM KRIEG blickt und was aus Deutschland seitdem geworden ist

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Kommentar von HansH41
10.04.2016, 16:52

Von der Verherrlichung oder auch nur dem Zeigen der Nazi-Zeichen hat aber niemand gesprochen.

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Warum nicht? Amis sind auch stolz auf ihr Land.

Da geb ich dir zu 100% Recht!

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Warum nicht? Amis sind auch stolz auf ihr Land.

Ich finde das auch ungerecht 

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die erste Strophe ist nicht verboten, sie war. Und außerdem gibt es ein guten Grund warum kein Deutscher stolz auf Deutschland ist, weil der Krieg gerade mal 70 her ist. Und ich weiß auch ehrlich gesagt nicht wieso ich auf so ein Land wie Deutschland stolz sein könnte, eine Geschichte voller Krieg, Blut und Unterdrückung. Wir haben auch nur eine gute Wirtschaft, weil wir von den Siegermächten aufgebaut worden sind, das war nicht unser Verdienst, ohne die, wären wir wahrscheinlich ein Bauernland.

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Kommentar von SebRmR
10.04.2016, 17:16

Wann war die 1. Strophe verboten?

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Kommentar von HansH41
10.04.2016, 17:54

Die Frage der 1. Strophe des Deutschlandliedes war lange dubios ungeklärt bis Bundespräsident v. Weizsäcker klargestellt hat, dass nur die dritte Strophe Nationalhymne ist.

Und das ist auch gut so, denn dieser Text ist sehr viel schöner als sehr viel andere Nationalhymnen
...

Den Rest deiner verletzendeDen Rest deiner Bemerkungen würdest du zurückziehen, wenn du in der Karibik den Völkermord und die Sklaverei anderer Völker ansiehst, an dem wir Deutsche nicht beteiligt waren.

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