Muss ich dann arbeiten?

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4 Antworten

Daraus, dass es "bisher" nie Samstagsarbeit gab, entsteht kein "Gewohnheitsrecht" - und wenn es (im Arbeitsvertrag oder in sonst einer Vereinbarung) keine Festlegung der Arbeitstage gibt, dann kann - weil der auch Samstag ein ganz normaler Werktag ist - der Arbeitgeber die Arbeitstage bestimmen und auch auf den Samstag ausweiten aufgrund seines Direktionsrechts nach der Gewerbeordnung GewO § 106 "Weisungsrecht des Arbeitgebers" Satz 1:

Der Arbeitgeber kann Inhalt, Ort und Zeit der Arbeitsleistung nach billigem Ermessen näher bestimmen, soweit diese Arbeitsbedingungen nicht durch den Arbeitsvertrag, Bestimmungen einer Betriebsvereinbarung, eines anwendbaren Tarifvertrages oder gesetzliche Vorschriften festgelegt sind.

In dieser Bestimmung ist aber auch von "billigem Ermessen" die Rede! Konkret heißt das, dass der Arbeitgeber bei der Ausübung seines Direktionsrechts zwingend auch die persönlichen Belange und Bedürfnisse des Arbeitgebers zu berücksichtigen hat und mit den Belangen und Anforderungen des Betriebs abwägen muss!

Also kurz: Ja, wenn der Arbeitgeber Arbeit am Samstag verlangt, musst Du dem Folge leisten - es sei denn, Dein Interesse, nicht am Samstag zu arbeiten, ist objektiv höher zu werten als das Interesse des Arbeitgebers.

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Familiengerd 27.03.2014, 22:39

Korrektur:

Belange und Bedürfnisse des Arbeitgebers

Es muss natürlich heißen, dass der Arbeitgeber "die persönlichen Belange und Bedürfnisse des Arbeitnehmers zu berücksichtigen hat"

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undwasjetzt 27.03.2014, 22:54
@Familiengerd

Ich weiss ja, was gemeint ist...und ich weiss, daß du etwas korrigieren möchtest.

Aber muss der Arbeitgeber diese berücksichtigen? Muss ich einen Grund angeben, wenn ich keine Zeit habe?

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Familiengerd 27.03.2014, 23:36
@undwasjetzt

Da wird Dir leider nichts Anderes übrig bleiben! :-(

Denn ohne Kenntnis des Grundes, warum Du am Samstag nicht arbeiten kannst, lässt sich nicht beurteilen, ob dieser Grund stärker zu gewichten ist als die Berechtigung des Arbeitgebers, Deine Arbeit am Samstag zu verlangen.

Deine Gründe/Belange muss der Arbeitgeber jedenfalls berücksichtigen; ob das aber "reicht" und "klappt", ist dann allerdings eine andere Frage - genau wie das immer gleiche und alte Problem von "Recht haben" und "Recht bekommen" - leider!

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undwasjetzt 28.03.2014, 23:10
@Familiengerd

Ok!

Ich habe kein Problem damit, samstags zu arbeiten, aber wenns in Zukunft so sein wird, sollte man die Kollegen schon darauf hinweisen.

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Familiengerd 28.03.2014, 23:20
@undwasjetzt

Aber es ist trotzdem immer - nun ja - "ärgerlich", sich nicht darauf verlassen zu können, dass lange praktizierte Regeln beibehalten werden, sondern vom Arbeitgeber relativ unbeschränkt (was heißt auch schon ganz konkret "billiges Ermessen"??) und rücksichtslos so "über den Haufen geschmissen" werden können, wie er es sich vorstellt.

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undwasjetzt 29.03.2014, 00:53
@Familiengerd

Oh ja...

Und wenn nun die Samstagsarbeit eingeführt wird oder auch nur ab und zu und keiner meiner Kollegen Zeit hat...muss ich dann immer arbeiten oder kann ich es auch mal ablehnen, wenn ich keine Zeit habe? Denn ich bin seltener auf Arbeit als meine Kollegen und werde viell. daher zuletzt gefragt, wenn alle ablehnen.

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Familiengerd 29.03.2014, 11:41
@undwasjetzt

Wenn es die Einführung einer "generellen" Samstagsarbeit ist - also die Änderung einer 5-Tage- in eine 6-Tage-Woche (mit Beibehaltung der vereinbarten Gesamtmonatsarbeitsstunden) -, dann hilft ein lapidares "Ich habe keine Zeit!" nicht! Wenn es dann an einem Samstag einmal nicht geht, dann muss sich der betreffende Arbeitnehmer mit dem Arbeitgeber einigen, ob er die Stunden an anderen Tagen nacharbeitet oder für den Samstag einen Tag Urlaub nimmt.

Bei der nur zeitweisen oder gelegentlichen Anordnung von Samstagsarbeit gilt das von mir bisher Gesagte: Eine Ablehnung geht nur, wenn die Gründe des Arbeitnehmers für eine Weigerung schwerwiegender sind als die Gründe des Arbeitgebers für die Anordnung.

Wenn es sich um die Anordnung von Überstunden am Samstag handelt, kommt noch hinzu, dass der Arbeitgeber Überstunden nur bei dringenden betrieblichen Belangen anordnen darf (Räumung des Lagers, weil eine Überschwemmung droht, ohne Überstunden geht ein für den Betrieb überlebenswichtiger Auftrag verloren usw.).

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Samstags ist ein normaler Werktag, wo ist da das Problem?
Ohne genauer Lektüre Deines Arbeitsvertrages und der dazugehörigen Betriebs- und Tarifvereinbarungen wird Dir aber niemand eine rechtlich einwandfreie Antwort geben können.

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undwasjetzt 27.03.2014, 21:49

Habe kein Problem mit Samstagarbeit, dachte aber, daß dies vertraglich vereinbart sein muss...

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Familiengerd 27.03.2014, 22:54

Ohne genauer Lektüre Deines Arbeitsvertrages [..].

Die Vereinbarung aus dem Arbeitsvertrag ist bekannt, da braucht es keine "genaue Lektüre"; von Betriebs- oder Tarifvereinbarungen wissen wir nichts, die kann man ohnehin nicht grundsätzlich voraussetzen, wie das hier bei Arbeitsrechtsfragen so oft geschieht.

Mit den gegebenen Informationen - und mit dieser Voraussetzung - wird man durchaus "eine rechtlich einwandfreie Antwort geben können"!

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kommt auf deinen arbeitsvertrag an

welche berufsgruppe? (im kollektivvertrag sind die arbeitszeiten genau geregelt - sofern du keine "extra-vereinbarung" mit deinem arbeitgeber abgeschlossen hast)

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undwasjetzt 27.03.2014, 21:30

Handwerk, ohne "Extra Vereinbarung".

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macgun 27.03.2014, 21:43
@undwasjetzt

die maximale wochenarbeitszeit beträgt 48 stunden (dazu zählt auch samstag, wenn es notwendig sein sollte) - die stunden die über dem arbeitsvertrag hinaus geleistet worden sind, sind als mehr- bzw. überstunden abzugelten.

die arbeitszeit kann auch auf 10 stunden/werktag (also 60 stunden/woche) angehoben werden, aber nur, wenn innerhalb von 6 monaten bzw. 24 wochen im durchschnitt 8 stunden werktäglich nicht überschritten werden. ausnahmen können zugelassen werden!

leistest du also die über-/mehrstunden nicht, kommt das einer arbeitsverweigerung gleich und du könntest gekündigt werden!

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undwasjetzt 27.03.2014, 21:51
@macgun

Danke!

Wir sind zu viert und keiner von uns musste bisher samtags arbeiten, immer nur Montag bis Freitag, seit Jahren.

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macgun 27.03.2014, 22:08
@undwasjetzt

ja, wie schon gesagt - laut arbeitsgesetz kann die arbeitszeit auch auf samstag ausgedehnt werden - früher mal war samstag sowieso in jeder sparte ein "normaler" arbeitstag, wurde aber aufgrund von regelungen in der arbeitszeit in vielen bereichen auf montag bis freitag reduziert.

theoretisch könnte euer chef sagen, dass ihr ab nun immer montag bis samstag arbeiten müsst (die max. stunden wie zuvor beschrieben müssen jedoch eingehalten werden)

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Familiengerd 27.03.2014, 22:16
@macgun

leistest du also die über-/mehrstunden nicht, kommt das einer arbeitsverweigerung gleich und du könntest gekündigt werden!

So pauschal formuliert ist das völliger Unsinn!

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Familiengerd 27.03.2014, 22:47
@undwasjetzt

Es war ja auch nur ein Kommentar zu dieser -falschen - Aussage von macgun. Über- bzw. Mehrarbeitsstunden spielten in Deiner Frage ja sowieso keine Rolle.

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Wie die Vereinbarung ist wo arbeitest Du

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