muss ich beim wechsel des Arbeitgebers bekannt geben das ich schwerbehindert bin

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8 Antworten

Wenn deine Arbeitsleistung und die Arbeitssicherheit durch deine Schwerbehinderung nicht beeinträchtigt ist muss du sie nicht angeben. In wie weit das Sinnvoll ist steht auf einem anderen Blatt. Es gibt durchaus Arbeitgeber die kein Problem damit haben einen Schwerbehinderten ein zu stellen. Mein Arbeitgeber hatte damit z.B kein Problem. Ich persönlich gebe meine Behinderung bei einer Bewerbung nur am wenn sie von Vorteil ist. Sobald es zum Vorstellungsgespräch kommt geben ich sie in dem Gespräch an.

Ja das solltest du ihm sagen ,,, denn er bekommt dann für dich Zuschüsse die dir einen Arbeitsplatz sichern

Ferner brauch er dich nicht nehmen wenn er seine Behindertenquote schon erfüllt hat ... und du bist dann nicht gleich Arbeitslos und kannst dich anderweitig bewerben

Wo kommt nur dieser Unsinn mit den Zuschüssen her? Die bekommt kein Arbeitgeber nur weil er eine Schwerbehinderten einstellt.

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@Anton96

oh doch ,, das Arbeitsamt wird etwas zu deinen Gehalt zugeben

Denn Schwerbehinderte sollen ja die gleichen Chancen wie nicht Behinderte erhalten .

Und falls der Behinderte auf Grund seiner Behinderung mal nicht zur Arbeit erscheinen kann ,,hat der Arbeitgeber nicht die ganzen Kosten zu tragen ,,,drum steuert das Arbeitsamt einen Teil zu deinen Verdienst dazu

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@Utemischa

Nein, mein Arbeitgeber bekommt keinen Pfennig und das wird bei vielen Arbeitnehmer mit Schwerbehinderung genau so sein, den anders als du glauben magst können auch sehr viele Menschen mit Behinderung locker 100% Arbeitsleistung bringen. Ja es gibt Stellen die bezuschusst werden nur gibt es ähnliche Förderungen auch für Menschen ohne Behinderung wenn sie auf dem Arbeitsmarkt schwer zu vermitteln sind, Die Kosten für die Behindertengerechte Ausstattung eines Arbeitsplatz werden so weit nötig übernommen nur glaube ich kaum das, das eine Arbeitgeber davon viel hat.

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@Anton96

Die Arbeitsagentur kann einen Lohnkostenzuschuss SB zahlen, wenn er vorher Arbeitslos war. Der Arbeitsplatz wird auch von der Arbeitsagentur ausgestattet.

Zusätzlich besteht die Möglichkeit einer Einstellungsprämie, Jobcoaching bei einer neuen Stelle oder einarbeitung bei Arbeitsplatzwechsel im Betrieb, Zuschuss zum Bau von behinderten gerecjten Toiletten etc.... vom Landschaftsverband. Wenn nicht 100% der Arbeitsleistung erbracht werden bzw. 80% dann gibt es auch die Möglichkeit einen Minderleistungsantrag zu stellen, so dass der Arbeitgeber langfristig weniger Lohnkosten hat. Zudem gibt es in NRW auch noch einen Betreuungszuschuss, für die organisatorischen Dinge, die aufgrund der Schwerbehinderung anstehen.

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@Tardi

Du hast recht es gibt diverse Fördermöglichkeiten, aber der Arbeitgeber bekommt nicht automatisch Geld nur weil er einen Schwerbehinderten einstellt. Mich stören einfach Aussagen der Form wenn ein Schwerbehinderter eingestellt wird bekommt der Arbeitgeber Geld, den diese Aussage ist nun mal in der Form Falsch. Das die Einrichtung eines Behindertengerechten Arbeitsplatz geförderte wird sorgt nur dafür das der Arbeitsplatz nicht mehr kostet als der eines Mitarbeiter ohne Behinderung davon hat der Arbeitgeber aber finanziell nichts.

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du bist nicht verpflichtet, es anzugeben, insbesondere nicht bei mde von unter 50%. aber es macht keinen guten eindruck, wenn du damit erst nach beginn der tätigkeit herausrückst. wenn du im vorstellungsgespräch gefragt wirst, musst du selbstverständlich wahrheitsgemäß antworten.

wenn dein handycap sich nicht oder nur unwesentlich auf deinen job auswirkt, dann gehe leiber offensiv damit um und mache deinem chef klar, dass er deswegen nichts zu befürchten hat. er kann auch mit deiner beschäftigung die pflicht-umlage kürzen, die jeder betrieb für nicht besetzte sb-arbeitsplätze zu entrichtien hat, um gerade diese personengruppe attraktiver für unternehmen zu machen.

wenn du im vorstellungsgespräch gefragt wirst

Diese Frage wäre im Vorstellungsgespräch nicht zulässig und muß daher nicht beantwortet werden.

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@Auskunft

da ligst du falsch! gerade wenn z.b. auf dem arbeitsplatz eine gefährung eines behinderten eintreten kann, muss der arbeitgeber fragen und eine wahrheitswidrige antwort kann zur anfechtung des vertrages führen.

das selbe gilt analog für frauen bei frage nach schwangerschaft, wenn z.b. in einem kernkraftwerk keine schwangeren beschäftigt werden dürfen

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@akino47

Richtig, aber dann muß der Arbeitgeber genau Bezug zum jeweiligen Arbeitsplatz nehmen und fragen, ob der Bewerber an gesundheitlichen, seelischen oder ähnlichen Beeinträchtigungen leidet, die seine Eignung zur Verrichtung der beabsichtigten vertraglichen Tätigkeit infrage stellt.

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Selbstverständlich muss der AG das wissen. Dir entstehen daraus keine Nachteile.

Wenn man mal davon absieht das man eventuell wegen der Behinderung nicht eingestellt wird

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Selbstverständlich! Ich weiss zwar nicht, welche Behinderung du hast, aber ich denke, wenn du dann mal dort bist, wird er es ja merken. Ausserdem denke ich, dass man als Behinderter ja auch einen "geschützten" Arbeitsplatz hat. Das ist zumindest bei uns in Österreich so. Ich wünsch dir viel Glück bei deinem neuen Job! LG aus Wien

Das sollte eigentlich selbstverständlich sein.

Dann sollte es auch selbstverständlich sein das man eine Absage nicht schon alleine deshalb bekommt weil eine Schwerbehinderung vorliegt.

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Ja, unbedingt! Es dient zu deinem Schutz. Schwerbehinderte stehen unter besonderem Schutz und alleine deswegen solltest du den AG informieren.

Da ich nicht weiß, wie viel % MdE auf deinem Ausweis stehen - ab 50 % erhältst du einen Freibetrag auf deiner Lohnsteuerkarte.

Er hat mit Sicherheit keine MdE auf dem Ausweis sondern eine GdB und der wird auch nicht in Prozent angegeben. Auch die Aussage das er unbedingt seine Schwerbehinderung angeben muss stimmt so nicht. Selbst das mit dem Freibetrag stimmst so nicht den gibt es auch schon mit einem GdB von 30 dann sind es 310 € pro Jahr.

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Musst du nicht, solltest du nicht!!!

Schwerbehinderte werden im Bewerberverfahren bei den meisten (nichtöffentlichen) Arbeitgebern gnadenlos ausgesiebt!

Warte, bis die Probezeit rum ist, und gib es dann bekannt.

So ein Quatsch! Wenn er qualifiziert genug ist und die ausgeschriebene Tätigkeit ausüben kann, stellt man ihn sehr wohl ein. Zumal die Firmen dann noch Fördermittel ect. bekommen. Das ist ein sehr schlechtes Pauschalurteil und wenig hilfreich! Außerdem bekommt der Ag es spätestens über die Lohnbuchhaltung gesagt, dass er einen schwerbeschädigten AN eingestellt hat. U.U. kann das Betrug sein. stell Dir nur vor, er hat einen Arbeitsunfall! Rechtlich ganz dünnes Eis, Dein Vorschlag!

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@Nelly010

Nicht jedem Schwerbehinderten merkt man eine Behinderung an, nicht jede Behinderung ist relevant für einen Job ...

Arbeitsunfall: in der Bewertung wird ein Arbeitsunfall bei einem Behinderten nur anders bewertet, wenn der Arbeitsunfall entweder dadurch bedingt oder in der Wirkung verstärkt wird. Da muss man schauen, ob der Unfall nicht jedem anderen Mitarbeiter hätte genau so passieren können.

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Meine Freundin hat eine unfallbedingte Einschränkung in der Beweglichkeit ihres Sprunggelenks, hat ein paar Prozente darauf (unter 50) und hat die Erfahrung gemacht, dass viele AG befürchten, sie könne deswegen immer mal wieder ausfallen und dann müsste der AG ja die Lohnfortzahlung leisten. Sie wird bei einer Bewerbung beim Vorstellungsgespräch darauf hingewiesen, man brauche jemanden, der gesundheitlich zuverlässig sei und belastbar ... Sie hat dieses Handicap, seit sie 17 ist (jetzt 46) und wir reden von einer Stelle in einer Spedition am PC und Telefon

Als 6 Monate die gleiche Stelle bei der gleichen Firma wieder ausgeschrieben wird und sie sich zum zweiten Mal dort bewirbt, wo man sie abgelehnt hat mit dem Verweis auf die Behinderung (diesmal hat sie die Behinderung nicht angegeben) - nimmt man sie sofort und hat angeblich schon lange auf jemanden gewartet , dessen Qualifikation SOOOO gut zur Stelle passt

Ach ja: noch ein Beispiel:

mein Neffe hat, seit er 10 ist, nur noch eine Niere und seit 14 auch keine Milz und keine Gallenblase mehr. Er ist jetzt 26, er hat einen GdB von 60 darauf und er hat auch erst mal diverse Ablehnungen bekommen, nachdem er offensiv damit umgegangen ist. Nach einer quasi zugesagten Ausbildungsstelle (mit einer Stelle später das gleiche) ist man dann zurückgerudert, warum die Stelle für ihn dann doch nicht geeignet sei ... Man könne ihn ja nicht mal mit dem Dienstauto rausschicken ...

Der junge Mann geht 2x jährlich zur Kontrolle, keine Medis, nix ... Er fährt Auto, seit er 18 ist, er hat einen P-Schein ....

Und ich kenne mehrere Einrichtungen in Berlin, die ihre behindertengerechten Arbeitsplätze wegrationalisieren und lieber eine Abgabe zahlen, weil sie keine derartigen Stellen schaffen...

Nein, nicht der Ein- Mann-Betrieb um die Ecke, sondern ne Berliner Hochschule

Leute, was Ihr hier teilweise erzählt, klingt gut und ist die blanke Theorie - die Praxis ist wirklich anders

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@Nelly010

Du bist etwas Naiv ;-) Zunächst einmal handelt es sich hier nicht um Betrug handeln wenn man die Behinderung nicht angibt. Das ergibt sich schon wenn man nur im Strafgesetzbuch nach sieht wie dort ein Betrug definiert ist. Es gibt erst einmal keine Fördermittel nur weil man eine Schwerbehinderten einstellt, dazu sind noch weitere Bedingungen zu erfüllen. Wie soll bitte die Lohnbuchhaltung mitbekommen das man eine Schwerbehinderten eingestellt hat wenn dieser nicht so dämlich war seine Freibeträge auf der Steuerkarte eintragen zu lassen. Auch bei einem Arbeitsunfall bei dem nicht die Behinderung Ursächlich oder zumindest verschlimmert war gibt es keinen Probleme. Deine Aussage sind bei licht betrachtet mindestens genau so pauschal wie die von Kleinalrik

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@Nelly010

Die sogenannte Förderung beschränkt sich in den meisten Fällen auf die Nichtzahlung der Schwerbehindertenabgabe.

Der Durchschnittsarbeitgeber hat nicht Sorge, dass der Schwerbehinderte Bewerber geringer qualifiziert sei oder seine Aufgaben nicht erfüllen könne. Er hat vielmehr Angst, dass der Schwerbehinderte seinen besonderen geschützten Status ausnutzt, um dem Arbeitgeber die Daumenschrauben ansetzt. Und das ist in der Vergangenheit häufig genug vorgekommen.

Ein schwerbehinderter Arbeitnehmer ist faktisch unkündbar. Das Integrationsamt ist äußerst widerwillig bei der Erteilung einer Zustimmung. Sollte sich der Arbeitnehmer als wirtschaftlich nicht tragbar erweisen, KRIEGT MAN IHN NICHT RAUS.

Ich habe da in der Praxis zwei Fälle erlebt, in der sich Schwerbehinderte tatsächlich unter dem Schirm des besonderen Kündigungsschutzes erhebliche Klopper erlaubten und dem Unternehmen auf der Nase herumgetanzt sind, und man bekam sie nicht raus.

Dieser - ich nenn's mal - Missbrauch von sozialen Vorschriften betrifft vielleicht weniger als 1 Promille der berufstätigen Schwerbehinderten. Reichte aber aus, um Arbeitgeber zu verschrecken. Die Großzahl der Arbeitgeber wird keine Arbeitnehmer einstellen, die per se unkündbar sind, egal wie hoch qualifiziert sie sind. Eher tragen sie die - im Verhältnis zum möglichen finanziellen Schaden - geringe Schwerbehindertenabgabe.

Das Verschweigen von Tatsachen im Bewerberverfahren ist - arbeitsrechtlich abgesichert - kein Betrug, wenn sie keinen Einfluss auf die Eignung für die Arbeitsstelle haben, bzw. dadurch keine besondere Gefahr für den Bewerber im Unternehmensbetrieb besteht. Klassisches weiteres Beispiel ist die Schwangerschaft. Hier ist sogar arbeitsrechtlich abgesichert, dass die Bewerberin lügen darf.

Und mal ab vom Thema: Ich diskutiere ja gerne, liege manchmal auch falsch, lasse mich dann auch gerne belehren und freue mich, wenn ich mal wieder was dazugelernt habe. Aber so Unterstellungen wie "Quatsch" o.ä. ist unsachlich und muss nicht sein.

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@Kleinalrik

Ein schwerbehinderter Mitarbeiter ist nicht praktisch unkündbar. Es ist sogar recht einfach das OK für die Kündigung vom Integrationsamt zu bekommen, den sobald die Kündigung nicht mit der Behinderung begründet wird oder augenscheinlich die Behinderung nicht der Grund ist müssen die zustimmen. Deshalb ist es auch Essig mit dem unter Druck setzte. Es ist sogar eher kontraproduktiv den AG so wie du das beschreibst unter Druck zu setzen.

Mir wurde trotz Schwerbehinderung bereits Betriebsbedingt gekündigt und da konnte das Integrationsamt nur zustimmen. Ich habe dann lediglich wie es jeder Mitarbeiter in so einem Fall kann den Vorgang vom Arbeitsgericht überprüfen lasse,

Ich musste mich also schon mal mit dem Kündigungsschutz und seinen Grenzen auseinadersetzen und kann deshalb diesen Unsinn mit dem nahezu unkündbar nicht mehr hören, das ist in meinen Augen meist nur eine Ausrede wenn man keine Lust hat Menschen mit Behinderung ein zu stellen.

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Unfair aber manchmal anders nicht machbar. Man sollte allerdings bedenken das man dann unter Umständen auf der Abschussliste steht.

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