Muß ich bei vertraglicher Kündigungsfrist als Vermieter die Kündigung begründen?

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5 Antworten

Das kommt darauf an. Wenn die vermietete Wohnung in Deinem von Dir selbst bewohnten Haus ist und es keine weitereWohnungen als diese beiden darin gibt, musst Du die Kündigung nicht begründen. Lediglich die Kündigungsfrist verlängert sich um 3 Monate und Du musst Dich auf den Paragraphen (BGB 573a 1 oder 2) beziehen, was an sich auch schon eine Begründung darstellt.

Übrigens der Satz 2 besagt, dass gleiches auch für in der eigenen Wohnung untervermietete Räume gilt, aber das wird bei Dir wohl nicht der Fall sein.

Falls Du jedoch Wert darauf legst, dass die Wohnung wirklich am 1.1.2017 frei ist, solltest Du aufgrund von Eigenbedarf kündigen. In diesem Fall musst Du tatsächlich ziemlich genau darlegen, wer einziehen will und warum das notwendig wird, sofern diese Person schon eine eigene Wohnung hat. Eigenbedarf kann natürlich auch sein, dass Du Dich im Haus einfach nur weiter ausbreiten willst. Aber gut begründet sollte es sein.

Im Falle einer Eigenbedarfskündigung würde ich immer die Hilfe eines Rechtsanwalts in Anspruch nehmen. Noch dazu bei der langen Kündigungsfrist. Der Mieter könnte sich sonst einfach Zeit lassen und einfach nicht ausziehen. Das würde eine Räumungsklage nötig machen und im Falle eines solchen Prozesses wird sehr genau geprüft, ob die Kündigung überhaupt den Anforderungen entspricht. Da man spätestens dafür einen Rechtsanwalt braucht, wäre es sinnvoll, dass dieser Rechtsanwalt auch schon die Kündigung schreibt und fristgerecht zustellen läßt. Allerdings wird es dafür schon etwas knapp, wenn es noch bis zum 31.12. klappen soll.

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Muß ich bei vertraglicher Kündigungsfrist als Vermieter die Kündigung begründen?

In der Regel muss der Vermieter seine Kündigung begründen und es bedarf eines wichtigen Grundes.

Oft sind Mietkündigungen unwirksam weil z.B. ein Formfehler begangen wird.

Es gibt eine Ausnehme wo man die Kündigung nicht begründen muss, aber in der Kündigung muss man sich dann auf den § berufen muss:

§573a BGB

(1) Ein Mietverhältnis über eine Wohnung in einem vom Vermieter selbst
bewohnten Gebäude mit nicht mehr als zwei Wohnungen kann der Vermieter auch kündigen, ohne dass es eines berechtigten Interesses im Sinne des § 573 bedarf. Die Kündigungsfrist verlängert sich
in diesem Fall um drei Monate.

(2) Absatz 1 gilt entsprechend für Wohnraum innerhalb der vom Vermieter
selbst bewohnten Wohnung, sofern der Wohnraum nicht nach § 549
Abs. 2 Nr. 2 vom Mieterschutz ausgenommen ist.

(3) In dem Kündigungsschreiben ist anzugeben, dass die Kündigung auf die
Voraussetzungen des Absatzes 1 oder 2 gestützt wird.

(4) Eine zum Nachteil des Mieters abweichende Vereinbarung ist unwirksam.

MfG

johnnymcmuff

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Als Vermieter muß man, bis auf ganz wenige Ausnahmen, jede Kündigung begründen.

Und das mit einem rechtlich zulässigen Grund.

Was heißt vertragliche Kündigungsfrist?

Nur wenn eine längere als die gesetzliche vereinbart wurde wäre diese wirksam.

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Bei einer Kündigung durch den Vermieter gem. § 573 c BGB hat dieser nicht nur die evtl. nach Mietzeit längere ordentliche Kündigungsfrist (wie hier also 9 Mon.) zu beachten, sondern er muß diese Kündigung auch noch begründen. Dazu benötigt er allerdings weiter berechtigte Kündigungsgründe, wie z.B. Eigenbedarf.  Der Eigenbedarf muß dann konkret begründet werden. Bei einer Eigenbedarfskündigung kann allerdings von vermieterseite viel falsch gemacht werden und ich würde Dir raten hierzu eine anwaltschaftliche Beratung in Anspruch zu nehmen oder die Kündigung gleich vom RA verfassen zu lassen.

Nur wenn der Vermieter in einem 2 Familienhaus selbst eine Wohnung bewohnt und seinem dort wohnenden Mieter ordentlich kündigen will kann er von seinem erleichterten Kündigungsrecht gem. § 573 a BGB Gebrauch machen und ohne Begründung kündigen. Allerdings muß er dann in seinem Kündigungsschreiben ausdrücklich auf § 573 a BGB hinweisen und weiter eine um 3 Mon. längere Kündigungsfrist (also von 3 auf 6, von 6 auf 9 und von 9 auf 12 Mon.) beachten.

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