Muss ich bei einem ausschütenden Fonds jede Ausschüttung besteuern ?

...komplette Frage anzeigen

3 Antworten

Ausschüttungen bei Fonds sind Kapitalerträge und unterliegen der Abgeltungssteuer, die von der verwahrenden Bank automatisch einbehalten werden, sofern nicht z. B. eine Nichtveranlagungsbescheinigung vorliegt.

Die Fondsbesteuerung ist kompliziert und kann auch von Anlageexperten nicht einfach nachvollzogen werden, da die Ausschüttung sich aus verschiedenen Quellen zusammensetzt (Wertpapiererträge, Zwischengewinne, Veräüßerungsgewinne, Mieteinnahmen (bei ImmoFonds), etc.).

Dadurch, dass die Ausschüttung an der Quelle besteuert wird, brauchst Du zumindest bei inländischen ausschüttenden Fonds keine selbständige Versteuerung mehr vornehmen.

kakaomasse 08.05.2017, 15:06

Erstmal danke Ich hätte aber noch eine Frage: habe ich bei einem thesaurierenden fonds dann weniger zu versteuern bzw mache ich mit einem thesaurierenden fond mehr Gewinn als mit einem ausschütenden fond weil ich da nicht die Ausschüttung besteuern muss sondern diese im fonds bleiben?

0
DinoSauriA1984 08.05.2017, 16:51
@kakaomasse

Leider nein. Die Fondsgesellschaft bescheinigt dem Anleger jährlich sogenannte Ausschüttungsgleiche Erträge. Diese muss der Anleger in seiner Steuererklärung angeben. Bei einer späteren Veräußerung muss die auszahlende Bank nochmals rückwirkend die Erträge besteuern, so dass es zu einer Doppelbesteuerung kommt, die man sich dann von seinem Finanzamt wieder erstatten lassen kann.

0

Nicht zwingend jede Ausschüttung und auch nicht zwingend die gesamte Ausschüttung, sondern nur den steuerpflichtigen Anteil. Der unterliegt dann den Regeln der Abgeltungssteuer.

Fondsausschüttungen sind grundsätzlich steuerpflichtig. Es gilt die Abgeltungssteuer von 25 Prozent plus Solizuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Erträge bis 801 Euro pro Sparer und Jahr bleiben allerdings steuerfrei, erst danach greift die Abgeltungssteuer. Um Erträge unterhalb 801 Euro vom automatischen Zugriff des Fiskus zu befreien, musst du bei deiner Bank oder Fondsgesellschaft einen Freistellungsauftrag in Höhe der zu erwartenden Ausschüttungssumme stellen.

Tipp: Seit Einführung der Abgeltungsteuer können Kursverluste aus Wertpapiergeschäften mit Zinsen und Dividenden aus Fonds verrechnet werden.

Bei ausländischen Fonds ist die Sache komplizierter. Ausländische Fonds unterliegen nicht der deutschen Steuergesetzgebung und führen daher keine Abgeltungsteuern ab, selbst wenn sie sich im Depot eines deutschen Kunden einer deutschen Bank befinden. Du musst die eingenommenen Erträge jährlich selbst versteuern. Dazu trägst du sie in der Steuerbescheinigung, in die Anlage „KAP“ ein.

Ob es sich um einen in Deutschland oder im Ausland aufgelegten Investmentfonds handelt, lässt sich am einfachsten an der internationalen Wertpapierkennnummer ISIN ablesen, denn sie beginnt mit einem Länderkürzel – für Deutschland lautet es DE, für Luxemburg, wo sehr viele Fonds aufgelegt werden, lautet es LU.

Schöne Grüße, Max vom Biallo-Team

Was möchtest Du wissen?