Muss ich als Arzt operieren?

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12 Antworten

Moin,

nach Abschluss des Studiums der Humanmedizin sowie der Erteilung der Approbation darf sich der Arzt frei überlegen, welcher Spezialisierung er nachgehen möchte. Entscheidet er sich für das Gebiet der Psychiatrie so hat er im Grunde nichts mehr mit operativen Tätigkeiten zu tun.

Nichtsdestotrotz findet während des Studiums für alle die gleiche (ärztliche) Ausbildung statt und der Student erlernt dabei grundlegende operative Fertigkeiten. Eine dieser Fähigkeiten ist bspw. die Hautnaht (in verschiedenen Varianten), welche in der Uni an einem Modell geübt und dann während der Famulatur oder im PJ in der Klinik unter Aufsicht eines (Fach-)Arztes praktisch am Patienten angewandt wird. Allein während der ersten Semester des Medizinstudiums wird in Anatomie "gepräppt", also an Leichen geschnitten um Strukturen darzustellen; auch wenn dies kein Operieren im herkömmlichen Sinne ist sollte es nicht vergessen werden.

Fazit: Wer Medizin studieren und Arzt werden möchte muss damit leben, dass er auch mal invasive Eingriffe vornehmen muss. Diese sind letztendlich auch grundlegende Aufgaben eines Arztes. Nach Abschluss des Studiums beschränkt sich dies ggf. allerdings je nach Gebiet auf ein Minimum oder verschwindet komplett aus der eigenen Tätigkeit.

Hast du sonst noch Fragen hierzu oder ist soweit alles geklärt?

Lieben Gruß ;)

Kommentar von WaywardDaughter
04.07.2016, 18:11

Alles geklärt vielen Dank :) Sind Sie vielleicht selbst Facharzt (die Antwort war so umfangreich, deshalb dachte ich, dass das ja gut sein könnte) und können mir sagen ob sich der ganze Stress, den die Ausbildung mit sich bringt, lohnt und ob Ihnen Ihr Beruf soviel Spaß macht wie Sie dachten? Falls Sie doch kein Arzt sind: nochmals vielen Dank für die Antwort :)

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Etwas in der Richtung solltest du schon mitbringen. Alleine wenn du schon eine notärztliche Versorgung machst. Ansonsten müßtest du Chirug werden. Du kannst dich auch bei einer Notentbindung nicht entfernen und sagen ist nicht mein Fach.


Es wird geschaut, in welche Richtung du dich spezialisieren willst und die lassen Studis auch keine Leute aufschlitzen. Wenn es also nur um DIESE Befürchtung geht, musst du dir wohl keine großen Sorgen machen.

Du wirst aber sicher so einiges vor die Nase bekommen, was nicht so lecker ist. Wenn du also allgemein mit dem Leid von Menschen und mit schweren Verletzungen, die einem den Magen auf links drehen, nicht umgehen kannst, müsstest du deine Eignung in Frage stellen.

Auch später im Beruf wirst du mehr als die meisten anderen niedergelassenen Ärzte, mit Leuten zu tun haben, die einen enormen seelischen Leidensdruck verspüren. Und du wirst deren Geschichten erfahren und in seelische Abgründe tauchen, die einem das Herz aus der Brust reißen können.

Die Bewältigung der dadurch entstehenden psychischen Belastung halte ich für eine wesentlich größere Herausforderung, als einfach "nur" in irgendwelchen Eingeweiden herumzuschnippeln.

Aber so etwas musst du sehen können!Als  Kinder und Jugendmediziner musst du auch kleine Eingriffe durchführen wie z.b Warzen entfernen!Du musst Blut sehen können 😉

ich glaub, bei Medizin ist wirklich so einiges gleich.. und Du musst paar Sachen machen,d ie Dir vermutlich nicht gefallen (präparioeren usw).

Wie wäre es denn, Psychologie zu studieren und daraus dann in Richtung Therapie zu gehen?

Auch als Pädagoge kannst Du Dich dahin weiterqualifizieren.

https://de.wikipedia.org/wiki/Psychotherapeut

Hallo W.

im Studium musst Du in der Regel tiere sezieren (Ratte, Frosch, Fisch), einen Anatomiekurs mit Leiche mitmachen (dabei auch selbst sezieren) und in verschiedenen operativen Fächern Praktika und PJ machen (Gynäkologie, Chirurgie, Orthopädie). In den operativen Fächern ist es üblich dass Studenten als Assistenten am OP-Tisch stehen (Haken halten, Tupfen, Blut absaugen). Du kannst Dir überlegen, ob Du das für das Studium durchhalten willst. Danach musst Du es auf dem Weg zum Facharzt nicht mehr machen.

Hast Du schon einmal ein Praktikum in der Psychiatrie gemacht?

Als Arzt sollte man hart im nehmen sein. Vielleicht schaust Du Dich noch nach Alternativen um (z.B. Psychologe, Ergotherapeut).

LG und alles Gute!

Hourriyah

Kommentar von WaywardDaughter
04.07.2016, 18:04

Vielen Dank für Ihre Antwort! 

Jetzt klingt alles schon viel weniger schlimm. Ich habe nur Angst davor selber Lebende Menschen zu operieren. Mit Blutabsaugen und so weiter habe ich glaube ich kein Problem, so lange nicht die volle oder der größte Teil der Verantwortung bei mir liegt. Mit Tieren und Leichen komme ich, glaube ich, besser klar als mit lebenden Menschen (zumindest wenn es um das operieren geht). Wahrscheinlich ist das auch ein Grund warum ich lieber keine Chirurgin werden sollte.

Da ich jetzt erstmal ein Jahr ins Ausland gehe, habe ich diesen Sommer keine Gelegenheit ein Praktikum zu absolvieren, und vorher war ich noch nicht alt genug. Ich hoffe, dass ich nächstes Jahr ein solches Praktikum absolvieren kann und sich mein Traumberuf bestätigt.

Nochmal vielen Dank für Ihre Hilfe!

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Ist wohl nicht das Richtige für dich; studiere lieber Psychologie oder Pädagogik und werde gleich Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut !

Leider kommst du im Studium drum herum. Es wird ja ein gewisses Grundverständnis vom menschl. Körper vorausgesetzt.

Du könntest vielleicht auch in Richtung Psychologie gehen, aber ob das deinen Wünschen entspricht, weiß ich nicht.

Wenn du dir das nicht zutraust, dann kann ich mir auch nicht vorstellen, dass du es so toll finden wirst, an Leichen rumzuschneiden und das musst du hundertprozentig machen! Es ist eher nicht so sinnvoll, mit der Einstellung Medizin zu studieren, mach vielleicht lieber Psychologie.

Kommentar von AaliyahL
04.07.2016, 11:26

Oh, und im PJ muss man ja auch 4 Monate in der Chirurgie arbeiten, da wirst du es bestimmt nicht vermeiden können, mal bei OPs zu assistieren!

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Um Facharzt zu werden musst du Medizin studieren und da wirst du nicht daran vorbeikommen, am menschlichen Körper rumzuschnibbeln ;) Um in der Psychiatrie zu arbeiten könntest du aber z.B. auch Psychotherapeut werden, das geht über ein psychologie Studium und anschließende etwa 5 jährige Ausbildung. Beides lange Wege also. Viel Erfolg!

Nö,beim Psychatrie Studium oder beim Kinder & Jugendmedizin Studium musst du danach nicht operieren,aber während des Studiums musst du bei einer OP zugucken soweit ich weiß ❗️

Kommentar von garfield262
04.07.2016, 11:04

Man studiert (Human-)Medizin und keine Fachrichtung. Wenn man durch ist, ist erstmal jeder Arzt auf dem gleichen Stand. Die Spezialisierung (Psychiatrie, Pädiatrie, Chirurgie etc.) erfolgt erst später nach Abschluss des Studiums. Auch während des Studiums müssen gewisse chirurgische Fähigkeiten erworben werden (zumindest Hautnaht etc.), dies geschieht sowohl in der Uni als auch in den Praktika (Famulatur, PJ).

Gruß

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