Muss für die Entwicklung einer dissoziativen Amnesie zwingend eine traumatische Situation vorliegen, bei der keine Flucht oder Gegenwehr möglich ist?

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1 Antwort

Das nennt man sekundäre Traumatisierung, was du beschreibst, und ist gar nicht mal selten, vor allem bei Rettungskräften.

Allerdings ist die Amnesie meist stark umgrenzt auf das Ereignis oder kurz danach. Eine längerfristige Amnesie für spätere Zeit besteht idr nicht.

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Kommentar von island07
30.11.2015, 07:51

Danke Seanna. Meinst du mit deinem letzten Satz, dass in der Regel nur das konkrete Ereignis nicht mehr erinnert wird (über einen kürzeren oder längeren Zeitraum) oder dass in einem solchen Fall die Amnesie in jedem Fall nur vorübergehend ist und die Erinnerungslücke früher oder später auch ohne Traumatherpaie wieder geschlossen wird?

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Kommentar von Seanna
30.11.2015, 07:58

Ersteres. Für das Ereignis selbst oder die Zeit kurz danach bleibt die Amnesie oft bestehen. Das muss aber nicht zwingend bearbeitet werden therapeutisch. Dissoziation (Amnesie als Form davon) ist ein Schutzmechanismus der Seele und keine Krankheit. Erst wenn weitere Probleme hinzu kommen, ist das behandlungsbedürftig.

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Kommentar von Seanna
30.11.2015, 09:25

Korrekt, das könnten solche weiteren Symptome sein. Wie bei einer PTBS. Ja, es ist möglich, dass die Symptomatik eine Zeit ausbleibt und erst später wieder auftaucht, ua durch Trigger, aber auch ohne. Und ja - die Erinnerung kann vollständig oder teilweise jederzeit zurück kehren, egal ob durch erneutes/ähnliches Erleben oder von allein.

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