Muß eine Unfallversicherung nach Jahren doch noch zahlen?

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7 Antworten

Das kommt darauf an, wie die damaligen "Vertröstungen" formuliert wurden. Normalerweise wäre der Fall mittlerweile verjährt. Ohne Rechtsanwalt wirst du da nicht weit kommen.

Die Frage ist vorab, aus welchem Vertrag werden Ansprüche hergeleitet?

A. Haftpflichtansprüche aus dem Pflichtversicherungsgesetz (Hinweis "schwerer Verkehrsunfall) oder

B. aus einer selbst abgeschlossenen Unfallversicherung?

A) Wenn es sich hier um einen deliktischen Anspruch (§§823ff BGB ) handelt, gilt bei Gesundheitsschäden folgende Regelung §199 Abs :(2) Schadensersatzansprüche, die auf der Verletzung des Lebens, des Körpers, der Gesundheit oder der Freiheit beruhen, verjähren ohne Rücksicht auf ihre Entstehung und die Kenntnis oder grob fahrlässige Unkenntnis in 30 Jahren von der Begehung der Handlung, der Pflichtverletzung oder dem sonstigen, den Schaden auslösenden Ereignis an.

Aber zu beachten sind die Regeln, dioe folgende Gerichte aufgestellt haben:BGH vom 16.11.1999; OLG Brandenburg v.29.11.2006; OLG Hamm vom 18.01.2013

Wenn also es ein Anspruch aus dem Haftpflichtrecht handelt, sollten Sie unbedingt einen Fachanwalt mandantieren. Aus meiner Sicht ist die Verjährung nicht eingetreten,

B) Bei Ansprüchen aus Unfallversicherung ist meines Erachtens § 203 BGB n.F. zu beachten. Danach ist die Verjährung gehemmt, wenn zwischen den Parteien über den Anspruch selbst oder über die Höhe des Anspruchs verhandelt wird. Die Hemmung wird beendet, wenn eine der Parteien Die Fortsetzung der Verhandlungen ablehnt.

Aber Vorsicht: Wenn der Anspruchsteller sich über einen längeren Zeitraum seinen Anspruch nicht weiter verfolgt, dann kann es nach dem OLG Hamm sein, dass er sein Recht nach § 242 BGB verwirkt hat.

Sie sehen also, Sie sollten sich nicht ins pauschale Verjährungsboxhorn jagen lassen. :-)

Lassen Sie sich durch einen Spezialisten beraten.

Hallo Greg1975,

dies kannst du selbst in deinen AUB (Allg. Unfallbedingungen) nachlesen unter Leistungen!

Also eine Invalidität (Dauerschaden nach der Gliedertaxe) kann frühestens nach 12 Monaten ab dem Unfalltag und längstens 15 Monate nach dem Unfall durch einen Arzt festgestellt und dem Unfallversicherer mitgeteilt werden! Falls sich der Zustand bzw. der Dauerschaden sich verschlechtert oder auch verbessert, dann kann dies in der Regel (je nach AUB) längstens nach 3 Jahren ab dem Unfalltag nochmals reklamiert werden und natürlich durch einen Arzt festgestellt und dem Versicherer dies innerhalb dieser 3-Jahresfrist gemeldet wird.

Nach 20 Jahren gibt es definitiv keine Änderung (Verschlechterung oder auch Verbessung der Leistungen) mehr: mir ist in meiner über 20-jährigen Versicherungstätigkeit kein einziger solcher Leistungsfall vorgekommen.

Gruß einer Versich.maklerin

Also eine Invalidität (Dauerschaden nach der Gliedertaxe) kann frühestens nach 12 Monaten ab dem Unfalltag und längstens 15 Monate nach dem Unfall durch einen Arzt festgestellt und dem Unfallversicherer mitgeteilt werden!

Einspruch: wo hast Du nur die Zahlen her? - die leider nicht stimmen!

Wie Du selbst geschrieben hast, steht es in den Versicherungsbedingungen. Mir liegen z.B. gerade Unterlagen vor, die den Eintritt und Meldung der Invalidität bis 24 Monate zulassen.

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@Kematef

Aus den AUB - natürlich kann es verschiedene AUB geben - die jeweiligen AUB der Gesellschaft sind gültig! Also selber nachlesen bringt einen in dem Fall nur weiter!

PS: Hier gehts doch um die 20 Jahre!!!

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@siola55

Richtig - also ist dein Hinweis auf 15 Monate falsch.

Siehe meine Antwort weiter oben.

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@Kematef

Hey Kematef,

kannst mir ruhig glauben - es gibt zig verschiedene AUB! Hier ein Beispiel der Gothaer: (siehe Bildanlage v. Gothaer)

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@Kematef

Hallo Kemataf,

bei dieser Gesellschaft mit diesen AUB gilt für den Leistungsfall eben diese 15 Monatsfrist. Natürlich gibt es noch abweichende ABU und damit abweichende Fristen! Nach 3 Jahren geht in der Regel gar nichts mehr, also weder eine Verschlechterung noch eine Verbesserung! Ich laß mich gerne eines besseren Wissens belehren - aber du solltest dann schon die Gesellschaft bzw. deren AUB bekanntgeben. Ergo kann es auch keine Leistung mehr geben für eine evtl. Verschlechterung der Invalidität nach 20Jahren!

Gruß der ehem. Versich.maklerin

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das müßte doch in der Police stehen. Ich würde die noch mal durchackern. Aber versuchen würde ich es auf alle Fälle und auf den alten "Briefverkehr" verweisen. Wenn alle Stricke reißen, eine Anwalt für Versicherungsrecht einschalten.

Okay, da hilft nur ein guter Rechtsanwalt, der darauf spezialisiert ist .. am besten vorher erst mal ein Beratungshonorar vereinbaren .. viel Glück ..

Nein - leider nicht.

Deine Ansprüche auf eine Leistung sind schon lange verfallen.

Es gab zwar in älteren Unfallversicherungsbedingungen keine Einschränkung der Meldefrist, dann galten allerdings die §§ des BGB.

Bei Versicherungsverträgen, d.h. Rechtsfragen mit privaten Versicherern, gelten die allgemeinen Verjährungsfristen nach dem BGB und danach verjähren die Ansprüche aus Versicherungsverträgen der privaten Unfallversicherung nach 3 Jahren. Die Verjährungsfrist beginnt mit dem Ende des Jahres, in dem der Anspruch beim Versicherer geltend gemacht wird. Bis zur schriftlichen Entscheidung des Versicherungsunternehmens ist die Verjährung gehemmt (vgl. § 15 VVG), d.h. dass dieser Zeitraum für die Verjährungsfrist nicht angerechnet wird.

Es kommt darauf an, wie der Versicherer damals die Verzögerung argumentiert hat.

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@DerHans

Es kommt darauf an, wie der Versicherer damals die Verzögerung argumentiert hat.

Was für eine unsinnige Antwort.

Es sind zwischenzeitlich 20 Jahre vorbei.

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@kematef

Anbei die AUB der Gothaer als Bildanlage:

Fristen - (Versicherung, Unfall)

hm,nun gut. Vielversprechend klingt das ja alles nicht. trotzdem werde ich den Verein einfach mal anschreiben und mal hören wie die das Ganze sehen. Vielen Dank an dieser Stelle, dass ihr mir so schnell geantwortet habt

Gruß Gregor

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