Muss eine Prostituierte im Laufhaus jeden nehmen?

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3 Antworten

Das hängt leider von der wirtschaftlichen Lage der Frau ab. Braucht sie dringend Kohle und kann sich den Kundenkreis nicht wirklich aussuchen (weil am Ort z.B. nur bescheuerte Idioten rumlaufen), wird es mit dem Abweisen schwieriger.

Rein rechtlich gesehen fällt das unter das sexuelle Selbstbestimmungsrecht: Sie darf also abweisen, wen und wie oft sie will und muss niemanden befriedigen.

Der Betreiber des Ladens hat ihr in der Hinsicht gar nichts zu sagen - tut er es doch, macht er sich strafbar. Er darf bei einem Angestelltenverhältnis höchstens festlegen, wo sie arbeitet und wie lang die Arbeitszeit ist. Wie viele Gäste sie hat, darf er nicht bestimmen. Die meisten Sexarbeitenden arbeiten allerdings selbstständig und sind ihr eigener Boss.

Sind sie das nicht und werden sie genötigt, handelt es sich nicht um Sexarbeit, sondern um sexuelle Nötigung oder Ausbeutung - beides Straftaten, die sie zur Anzeige bringen kann.

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Grundsätzlich haben alle Prostituierten das Recht einen betrunkenen, unfreundlichen, ungepflegten oder unverschämten Gast abzuweisen bzw. nur bestimmte Leistungen zu bieten (z.B. Keine Zungenküsse wenn der Gast aus dem Hals stinkt usw.). Im Gegensatz zu anderslautenden Gerüchten arbeiten die meisten Frauen freiwillig und selbstbestimmt und lassen sich daher erst gar nicht mit Gästen ein, die ihnen unsympathisch sind. Dabei sind die meisten allerdings diplomatisch genug keine direkte Abfuhr auszusprechen, sondern erzählen etwas von "dem Stammgast, der sie gebucht hat und auf den sie gerade wartet" oder "der Pizza, die sie gerade bestellt hat" oder einfach "ich habe schon Feierabend"... .

Wenn allerdings das Geschäft nur schleppend läuft werden viele Frauen weniger wählerisch und geben sich doch mit Gästen ab, die sie bei gefüllter Kasse eher wegschicken würden. 

Da in Laufhäusern das Erotikniveau selten über dem einer Darmspiegelung liegt, sollte man diese "Eros-Center" ohnehin eher meiden. In den zahlreichen FKK- und Saunaclubs wird Paysex auf wesentlich höherem Niveau angeboten ohne gleich viel mehr zu kosten. Auch das Klientel an Gästen ist ein anderes und Betrunkene kommen beispielsweise erst gar nicht am Empfang vorbei. Dort stimmt es dann auch mit der Hygiene, denn Duschen, Duschgel, Handtücher und Bademantel sind im Eintritt inklusive und auch in den Zimmern wird vor jeder Session ein frisches Leintuch ausgebreitet... .

Natürlich ist es auch dort stets die Dienstleisterin, die den Umfang der Leistungen bestimmt und auch mit wem sie aufs Zimmer geht. Lies mal "Wir sehen uns im Puff!" (Amazon), wo diese und ähnliche Fragen ausführlich und unterhaltsam besprochen werden.

Seid nett aufeinander!

R. Fahren

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Kommentar von Speculoos
19.05.2016, 23:00

"Ohne gleich viel mehr zu kosten" -- hmm... das sollte es aber. So viele Abgaben, wie da noch an Steuern geleistet werden müssen, sollte m.E. kein Sexdienstleistender Mensch 'günstige' Dienstleistungen anbieten.

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Müssen tut sie gar nichts. Ob das gut für ihre Anstellung ist, ist was anderes.

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