Muss eine naturwissenschaftliche Bachelorarbeit in LaTeX verfasst werden?

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7 Antworten

Meine ehrliche Antwort dazu. Ich arbeite seit gut über ein Jahrzehnt im wissenschaftlichen Bereich (Mathe, Informatik) in dem man quasi in Latex seit Beginn an indoktriniert wird.

Klar, vor zehn Jahren waren mathematische Formeln der Hauptgrund Latex zu verwenden aber auch um die Struktur des Dokuments selbst bestimmen zu können. Ebenfalls um komplexe mathematische Strukturen w.z.B. Graphen zu bilden. Die Größe des Community ist auch riesig, das bei Problemen eine große Hilfe ist. ABER:

Die Entwicklung von Office-Produkten, vor allem Word und Excel, hat so große Sprünge gemacht, dass sogar die Formeldarstellung mit Latex mithalten kann. Gilt auch für Verweise und Quellen. Und der große Vorteil dabei: Die Entwicklung wird noch weitergehen.

Ein großer Nachteil von Latex ist, wie bei allen anderen Open Source Produkten, die nachhaltige Weiterentwicklung. Ich habe schon etliche Latex-Pakete kommen und gehen sehen, und bis etwas weiterentwickelt wird, da können Jahre vergehen. 

Und einigen Argumenten hier, dass Latex "nicht wirklich schwierig" sei - Wenns NUR darum geht einen Text mit Formeln zu schreiben, dann ja. Aber wenn man mehr will z.b. komplexe Tabellen, Diagramme (ja.... Diagramme), dann muss man schon mehr Zeit (und vor allem Frust) investieren.

Mein Fazit: Die Verwendung von Latex ist heutzutage reine Ideologie. Gäbe es nicht die Regelung bei vielen wiss. Veranstaltungen die Dokumente in Latex abzugeben, dann würde ich persönlich in Word/Excel schreiben. Schneller und einfacher. 

Es gibt sogar eine Studie dazu, die zeigen dass heutzutage Word besser abschneidet als Latex (Suchbegriff: "Word vs Latex")

http://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0115069#pone-0115069-g004

Latex-Anhänger zweifeln natürlich die wissenschaftliche Korrektheit dieser Studie an.

Mein Vorschlag: Wenn es NUR um eine Abschlussarbeit geht, dann empfehle ich Word/Excel. Wenn du vorhast eine wissenschaftliche Laufbahn einzuschlagen, dann ist Latex Pflicht - besser früher damit anfagen um Erfahrungen zu sammeln.

> der große Vorteil dabei: Die Entwicklung wird noch weitergehen.

Ich habe nicht den Eindruck, dass das Verfassen wissenschaftlicher Arbeiten oder Handbücher im Fokus der Entwicklung steht. Es wird optimiert zugunsten der Funktionen, die für die Mehrheit der Anwender relevant sind - und bei Office-Paketen sind das nicht Wissenschaftler.

Ich verwende trotzdem Word - das Word-Dokument kann ich einer Sekretärin geben zum Überarbeiten, das LaTeX-Dokument nicht. Und ich fluche seit vielen Versionen darüber, dass Grafiken nicht da landen, wo sie beim letzten Öffnen des Dokuments noch waren. 

Auch übel: Dass immer mal wieder eine Nummerierung automatisch verschlimmbessert wird.

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Du machst deine Bachelorarbeit in der Physik? Also mein klarer Tipp ist, dich jetzt mit Latex auseinanderzusetzen. Früher ist besser als später, da du noch viele Möglichkeiten haben wirst es anzuwenden und je mehr Erfahrung du hast, desto einfacher und schneller gelingt es dir tolle Dokumente zu erzeugen.

Zu den genauen Vor- und Nachteilen gibt es im Internet genug Gegenüberstellungen (von Word und Latex). Die größten Vorteile von Latex sind sicherlich

  • der Umgang mit Formeln und Mathematik
  • die Einfachheit, Dokumente einheitlich zu strukturieren
  • viele sagen die Ausgereiftheit des Textsatzes, also sollen Texte professioneller aussehen, da bin ich aber kein Experte
  • Umgang mit sehr großen Dokumenten
  • quasi grenzenlose Umsetzung von Ideen, da eigentlich alles möglich, da open source
  • Einfachheit der Querverweise, Quellenangaben, etc... Mein Favorit.
  • es ist viel einfacher Hilfe von jemandem zu erhalten, der nicht mit im selben Raum sitzt (ein Forum z.B.). Du findest im Internet einfach zu jedem Latex-Problem eine Lösung. Oft heißt es einfach: Zeilen kopieren und es klappt.

Die Liste ist sehr lang. Die größten Vorteile kommen gerade bei sehr langen Dokumenten mit wissenschaftlichen Hintergrund zum tragen.

Aber vor allem ist zu erwähnen:

Es ist nicht so schwer. Ehrlich nicht. Die Einarbeitung ist deutlich weniger aufwendig, als man vielleicht befürchtet.

Ich bin in meinem Chemie-Studium auch für meine BA-Arbeit erstmals auf Latex umgestiegen, wobei man sagen muss, dass Latex in der Chemie nicht so verbreitet ist wie in der Physik. Da ich aber Theoretische Chemie mache, habe ich mich auch irgendwie gezwungen gefühlt. Ich habe es definitiv nicht bereut. Ich selbst bin der Meinung, dass Latex sehr viel besser und angenehmer ist im Umgang als Word o. Ä. Das ist halt auch Geschmackssache, und es ist definitiv so, dass man auch mit Word schöne Dokumente machen kann und mit Latex auch verdammt hässliche.

Meine Meinung: Steig auf Latex um, dir selbst zuliebe. Es macht dir dein Leben deutlich einfacher in vielen Belangen. Spätestens wenn du die erste Formel umsetzen willst, die du einfach nicht in einem anderen Programm gebacken kriegst.

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Tabellen und Abbildungen gehen auch mit anderen Programmen - aber für Formeln führt kein Weg an (La)TeX vorbei.

Die Alternativen wären die Formeleditoren, die zu Microsoft Office und zu OpenOffice/LibreOffice geliefert werden.
http://www.ooowiki.de/FormelEditor.html

Die lassen sich aber genausowenig wie LaTeX ohne Einarbeitung verwenden.

Egal, womit Du Deine Arbeit schreibst: Regelmäßiges Sichern nicht vergessen. Kein Backup - kein Mitleid!

Normalerweise ist es völlig egal, welches Programm du für die Erstellung deiner Arbeit nutzt. Es müssen halt nur die formalen Vorgaben passen. Eine verbindliche Antwort kann dir natürlich nur die Uni geben, würde mich aber sehr überraschen, wenn die das anders handhaben. LaTeX hat v.a. im naturwissenschaftlichen Bereich natürlich schon ein paar Vorzüge, gerade was Formeln usw. betrifft. Die Einarbeitung ist auch nicht so dramatisch, wie es vielleicht aussieht. Hat man die Grundlagen mal drauf, kann man vieles auch während des Schreibprozesses lernen. Aber wenn du keine Lust drauf hast, musst du es auch nicht nutzen.

Wenn du Professor Roger Penrose oder irgendjemand seines Alters bist, dann nein. Du kannst sogar diese alten Folien benutzen, und alles mit bunten Stifte bemalen. Du kannst auch auf Fensterscheiben schreiben, und diese abgeben : )

Du *musst* zwar nichts, es wird jedoch spätestens an anderen Unis erwartet, z. T. erfordert, dass du gepflegte EDV-Kenntnisse aufweist, genug, um mindestens nach dem Standard zu arbeiten, der praktisch weltweit unter Wissenschaftlern aufrechterhalten wird. Und das ist (La)TeX. Im schlimmsten Falle wirkt es nur schlecht, wenn du was per Hand oder mit Microsoft-Produkten erfasst.

Ich kenne leider nichtsdestotrotz schon einige Leute aus anderen wissenschaftlichen Bereichen (eher aus Bio, Psychologie, Medizin—aber nicht alle sind so), die für Textverarbeitung noch Word benutzen (und manche fürs Programmieren … Excel). Es ist grenzwertig, weil in manchen dieser Fälle weniger Symbole gebraucht werden und sie es „einfacher“ finden (wegen Wysiwyg).

Muss eine naturwissenschaftliche Bachelorarbeit in LaTeX verfasst werden?

das kann dir einzig und alleine deine uni/fakultät/institut beantworten, wie die regeln an deiner uni/fakultät/institut sind.

ich denke aber nicht (würde mich zumindest sehr wundern, wenn das textverarbeitungsprogramm vorgeschrieben wäre).

aber wenn du in der physik bleiben willst, dann führt an LaTeX kein weg vorbei, also je früher du damit anfängst desto besser.

naja es mag alternativen geben, aber in irgendeine musst du dich dann doch so oder so einarbeiten, warum also nicht LaTeX, welches defintiv gut und von praktisch allen genutzt ist?

damit kannst du problemlos formlen und tabellen etc darstellen, was mit simplen programmen wie Word definitv nicht geht

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