Muss ein Steuerberater gut in Mathe sein?

...komplette Frage anzeigen

12 Antworten

Ein Steuerberater muss in den relevanten Steuergesetzen ziemlich, ziemlich fit sein.

Er muss viele wesentliche Steuergesetzparagraphen quasi auswendig wissen, nahezu alle Paragraphen zumindest inhaltlich kennen und verstehen sowie anwenden können, und es darf nicht einen einzige Steuerrechtsnorm geben, mit der er nicht zumindest vage etwas anfangen kann.

Mehr noch, er muss sich regelmäßig und intensiv mit den einschlägigen Interpretationen des Steuerrechts befassen - also verstehen, was eine Rechtsnorm inhaltlich bedeutet, das mit anderen Rechtsnormen verknüpfen können und daraus auch - für den Laien unerwartete - Konsequenzen schließen können.

Dazu muss er sich regelmäßig mit aktuellen Informationen füttern und immer auf dem Laufenden in Sachen Steuerrecht bleiben.

Das ein Steuerberater einen Mandanten aufgrund veralteter Kenntnisse falsch berät, darf nicht passieren!

Dieses Wissen setzt der Steuerberater u.a. dazu ein, um für Kaufleute und größere Unternehmen anhand deren Daten die Buchhaltung zu führen (wobei das eher ein Nebengeschäft ist, welches seine Angestellten übernehmen) und im wesentlichen die Jahresabschlüsse seiner Mandanten zu erstellen. Dazu muss er auch souverän Fehler in der Buchführung seiner Mandanten erkennen und korrigieren.

Selbstverständlich hat sein Beruf auch sehr viel mit komplexer Finanzmathematik zu tun.

Mal so als kleines Schmeckerwöhlerchen die Berechnung der Pensionsrückstellungen unter Zugrundelegung von Gehältern, Zugehörigkeit und Alter der Mitarbeiter und  anschließend noch die Abzinsung der Rückstellungen auf den Gegenwartswert.

Kurz: Der Steuerberater muss für seine Mandanten einen Jahresabschluss aufstellen (oder ihnen dabei beratend zur Seite stehen), an dem nichts für das Finanzamt zu bemängeln ist. Dabei noch legale Gestaltungsmöglichkeiten finden, die die Steuerlast des Mandanten gering hält oder andere erklärte Ziele des Mandanten erreichen.

Meiner persönlichen Meinung nach (aber da sind sicher etliche anderer Meinung) ist ein verheißungsvoller Weg dorthin über den Bilanzbuchhalter und langjährige Erfahrung in einem etablierten Steuerberaterbüro.

Konkret für dich: Fang mal mit einer kaufmännischen Ausbildung an (Industriekaufmann oder Kaufmann im Groß- und Außenhandel wären z.B. nicht schlecht). Wenn dir da der Teil Rechnungswesen / Buchführung gut liegt und du damit keine Probleme hast, dann versuch nach erfolgreicher Ausbildung in einem Unternehmen in der Buchhaltung unterzukommen.

Oder lerne Steuerfachgehilfe. Da merkst du sogar noch schneller, ob dir das Gebiet liegt oder die totale Hölle für dich ist (erfahrungsgemäß gibt es kaum was dazwischen).

Liegt dir das Thema, dann geh mal die Weiterbildung zum Bilanzbuchhalter an. Die ist hart!

Mach dir bewusst, dass der Steuerberater NOCH härter ist.

Packst du den Bilanzbuchhalter, dann denke in Ruhe nochmal über den Steuerberater nach.

Ich war in einer Steuerberater-Kanzlei tätig.

Mathe ist - auch wenn man's nicht glauben will - nicht so wichtig wie die Kenntnis über die mehr als 200 Steuergesetze.

Natürlich hat die ein Steuerberater nicht alle im Kopf und zudem gibt es regelmäßige Änderungen.

Der Steuerberater nutzt die aktuellen Steuergesetzbücher.

Änderungen bekommt i. d. R. jeder Steuerberater in Form von auszutauschenden Seiten für das entsprechende Steuer-Nachschlagewerk zugesandt.

Steuererklärungen, Lohnabrechnungen u. ä. werden mithilfe spezieller Software erstellt - dazu muss man kein Mathematik-Genie sein, aber pfiffig im Umgang mit dem PC!

Bestimmte Fristen und Steuersätze hat ein Steuerberater recht schnell intus - das gehört schließlich zu seinem Berufsalltag.

Im Berufsinformations-Zentrum (BIZ) der Agentur für Arbeit findest Du genaue Infromationen zum Berufsbild Steuerberater.

Äh... was hast du in dieser Kanzlei gemacht? Kaffee gekocht und Ablage einsortiert?

Selbst wenn die meisten Zahlen durch intelligente Softwareprogramme errechnet werden, der Steuerberater muss verstehen und nachvollziehen können, wieso genau diese und keine andere Zahl hinten rauskommt. Und dazu muss er eben fit wie ein Turnschuh in Finanzmathematik u.ä. sein.

Gelegentlich haben solche Anwendungen auch Fehler. Und dann kann jeder sagen "Ich hab mich auf die Software verlassen." Nur nicht der Steuerberater! Dem Steuerberater müssen zumindest eklatante Fehlberechnungen ins Auge springen. Und wer was auf seinen Berufsstand hält, der macht ab und zu mal aus bloßer Neugierde eine Kontrollberechnung. Zumeist nach Softwareupdates oder der Implementierung einer Zusatzfunktion.

Ein Steuerberater muss prinzipiell in der Lage sein, jede Zahl selber mit einem Taschenrechner zu ermitteln. Wenn er das nicht kann, hat er seinen Beruf verfehlt!!!

0
@Mojoi

Ziemlich unverschämte Frage. Ich habe dort nicht Kaffee gekocht und Ablagen sortiert!

In meiner Antwort war keine Rede davon,  dass ein Steuerberater nicht auch einen Taschenrechner bedienen können muss.

Fehlberechnungen "springen ihm ins Auge", wenn er die entsprechenden Steuersätze, Freibeträge etc. kennt - und dies setzte ich in meiner Antwort voraus.

Also mime nicht den Ober-Steuerberater, sondern lies genau, was ich geschrieben habe.

0
@Samika68

Entschuldige die harsche Wortwahl, aber deine Aussagen zeigen, dass du von den Kenntnissen von und Anforderung an Steuerberatern keine Kenntnis hast.

Mathe ist  nicht so wichtig...

Diese Aussage ist falsch und irreführend. Besonders im Hinblick auf die naheliegenden Absichten des Fragestellers.

 wie die Kenntnis über die mehr als 200 Steuergesetze.

Ich komme überschlägig auf gute 20. Falls du nicht Gesetze sondern Paragraphen meintest, liegst du nicht so verkehrt. Könnten eher durchaus mehr sein.

Der Steuerberater nutzt die aktuellen Steuergesetzbücher.

Änderungen bekommt i. d. R. jeder Steuerberater in Form von auszutauschenden Seiten für das entsprechende Steuer-Nachschlagewerk zugesandt.

Allein die Aktualisierung der Gesetzestext hält den Steuerberater nicht auf den neuesten Wissenstand. Viel wichtiger sind die regelmäßig erscheinenden Interpretationen namhafter Steuerberater- und Wirtschaftsprüfergesellschaften sowie Informationsveranstaltungen derselben.

 - dazu muss man kein Mathematik-Genie sein, aber pfiffig im Umgang mit dem PC!

Das trifft vielleicht auf den Steuerfachgehilfen zu oder den kaufmännischen Sachbearbeiter. Der Steuerberater muss die Berechnungen verstehen und nachvollziehen können, und dazu muss man ein Mathematik-Genie sein.

In meiner Antwort war keine Rede davon,  dass ein Steuerberater nicht auch einen Taschenrechner bedienen können muss.

Und das ist auch nicht mal annähernd das, was ich bemängelte! Es geht nicht darum, dass man auf einen Taschenrechner herumtippen kann; der Steuerberater muss die Berechnungsweise aller Zahlen kennen und nachvollziehen können - und zumindest auf dem Taschenrechner nachberechnen können.

Bestimmte Fristen und Steuersätze hat ein Steuerberater recht schnell intus - das gehört schließlich zu seinem Berufsalltag.

Um Gottes Willen! Fristen und Steuersätze muss der Steuerberater intus haben, bevor er überhaupt erst anfängt, tätig zu werden, genauer: Es muss bereits zu seinem Wissensrepertoire gehören, wenn er nur anfängt, sich in Richtung Steuerberater weiterzubilden.

Ich bin kein Obersteuerberater, kein Steuerberater, nein, nur ein kleiner Buchhalter. Und ich weiß nicht das, was ein Steuerberater weiß, nicht annähernd. Aber ich weiß im grobem, was ein Steuerberater wissen muss und können muss, und was er tut.

Da scheinen mir bei dir noch erhebliche Defizite vorzuliegen.

0

Mit Mathematik hat der Steuerberater im Alltag wenig zu tun, das beschränkt sich weitgehend auf das bürgerliche kaufmännische Rechnen.

Solltest Du Dich aber um eine Lehrstelle bei einem Steuerberater bewerben, dann wird der durchaus auf die Mathe-Note im Schulzeugnis schauen. Wer gut in Mathe ist, der findet nämlich aufgetretene Rechenfehler schneller.

https://www.gutefrage.net/frage/welche-mathekenntnisse-braucht-man-als-steuerberater

Also Steuerberater arbeiten oft mit Programmen das heißt Unterstützung vom PC was Mathe angeht. Trotzdem solltest du ein paar Kenntnisse haben. Rechtteil ist genauso wichtig aber er überwiegt ein wenig

aber bei der Prüfung zum Steuerberater darf man doch nicht mit Programmen arbeiten sondern alles schriftlich oder nicht?

0

Hi,

die Hauptaufgabe eines Steuerberaters besteht darin, seine Klienten steuerlich zu beraten und (legale) Wege zu finden, dass der Klient nicht unnötig viel Steuern zahlen muss.

Dazu muss man natürlich die Steuergesetze sehr gut kennen, Mathematik ist da weniger von Nöten.

Ich verweise auch auf Google und gebe dir den Rat, dich ernsthaft übers Internet mit dem Beruf auseinanderzusetzen und falls er dich immer noch interessiert, auch ein Praktikum in dem Bereich zu machen :)

Es wäre schon von Vorteil wenn er eine gewissen Affinität für Zahlen hätte.

 Wichtig ist natürlich auch, dass er das Regelwerk und die Gesetze kennt. 

Aber viel wichtiger ist Kreativität und eine Dosis kriminelle Energie, dann kann er auch wirklich reiche Klienten beraten, und eine Kundenstamm aufbauen, von dem es sich gut leben lässt.

Kriminelle Energie bei einem Steuerberater ... soviel dazu!

0

und eine Dosis kriminelle Energie,

lol, glaubst du diesen Unsinn wirklich?

Ich höre förmlich den entsetzten Aufschrei der Steuerberater ...

1
@herja

Wirklich, ernst, ohne Witz. Ich habe schon einiges erlebt, und gerade heute noch hat mir wieder einer was berichtet, was wirklich sehr grenzgängig ist. 

0

Ich zitiere meinen Dozenten:

"Alle kreativen Steuerberater sitzen im Gefängnis. Einige wenige nur mit einem Bein, aber auch das nicht dauerhaft."

0
@Mojoi

Genau! Ich könnte dir so einiges erzählen, aber man sollte ja hier nicht chatten. 

0
@Mojoi

Ich habe zwar noch nicht mit dem Jurastudium begonnen, aber einer "fachlichen" Überprüfung hält die Aussage so nicht stand denke ich.

Ins Gefängnis kommt man wenn man gegen eine Strafnorm verstößt. Diese Strafnorm muss zu dem Zeitpunkt bestanden haben, als die Tat begangen wurde. Gibt es keine passende Norm, gibt es keine Strafbarkeit, § 1 ff. StGB.

Wenn man nun annimmt, das mit "Alle kreativen Steuerberater" gemeint sein soll, das diese ihre Kreativität nutzen um Gesetzeslücken zu nutzen, dann kommt man wieder auf § 1 StGB.

Andernfalls würde der Satz lauten: Alle kriminellen Steuerberater sitzen im Gefängnis. Die wäre ein logischer Schluss, der keiner weiteren Beachtung bedarf, gleichzeitig jedoch dem Dozenten wohl keine große Aufmerksamkeit beschert.

Vieles davon mag unmoralisch sein, das sich dadurch gleich der Verstoß gegen eine Strafnorm ergibt kann so nicht passen. Nicht alles was unmoralisch ist ist verboten.

Zumal hier - wir sprechen hier von Steuerberatern, die Mathematik und Zahlworte verstehen - von ALLEN gesprochen wird. Eine logische Inkonsequenz oder eben fehlendes Wissen über objektives Recht.

Gleichzeitig kann es den Zustand "mit einem Bein im Gefängnis stehen" nicht geben oder es ist ein Zustand, der jedem Menschen seit Geburt innewohnt. Denn das würde bedeuten, er könnte jeden Moment gegen eine Strafnorm verstoßen. Dies gilt für jeden Menschen, steig nur mal ins Auto und es geht ganz schnell. Also zeigt auch der zweite Satz eine logische Banalität: Jeder könnte jeden Moment eine Strafnorm verletzen. Auch nichts spektakuläres.

Der Dozent mag geschickt mit Worten umgehen, die dann von vielen - die nicht reflektieren - als glänzendes Schwert gesehen werden. In Wahrheit sind sie einfach nur eine Blume im Wind.

Insofern stehe auf und halte dem Dozenten seinen logischen Fehlschluss vor!

0
@malebenfragen

Die Darstellung ist gewiss schlüssig, aber leider hier an der falschen Stelle, denn sie erreicht Mojo, von dem aber die Aussage nicht stammt. Er hat sie lediglich zitiert, und sein Dozent wird ja nicht gleich mitlesen. 

0
@Schwervelke

Gut, das Zitat ist originär nicht von mir,  ich teile sie aber inhaltlich.

Man muss sie aber schon mit einem satirischen Augenzwinkern lesen und verstehen.

Kreativ ist hier sicherlich zu verstehen als Neu-Interpretation von Gesetzen, wie sie sicherlich keiner rechtlichen Überprüfung standhalten würden.

Im Sinne meines Dozenten ist die legale Findung der geringsten Steuerbelastung nicht kreativ, sondern "lediglich" die Anwendung der geltenden Rechtsnormen, insofern (wieder Zitat) "langweilig".

0
@Mojoi

Ich denke bei "Steuerberater" gleich an drei mir bekannte Situationen: Ein Prokorist, den ich mal -arglos- fragte, ob ihm die Büroarbeit eigentlich liegen würde? Dann hat er mir mindestens zwei Stunden ohne Unterlass von seinen irrsinnig verzwickten und "kreativen" Geschäftskonstellationen vorgeschwärmt. Ich verstand Bahnhof, aber als eher nüchtern denkender Mensch spürte ich schon, dass das alles grenzgängig war, und ich fragte genau das: "Ist das eigentlich alles noch legal? Und dann folgte das Loblied auf seinem "Grrrooosssartigen! Steuerberater, der sich das alles ausgeheckt hatte. 

Weiter meine Segelfreunde, alle mit Monsteryachten ausgestattet, die auch von ihren "Familybanker" und die "Taxadvisers" schwärmen, und weiter ein sparsamer Schwabe, der es schafft, Immobilien zu bauen, beleihen etc. ohne das viel beim Staat hängen bleibt. Ich habe bei all dem nicht den vollen Durchblick, aber ich sehe genau hin, und das reicht um zu wissen, dass diese Steuerberater windige Vögel sind, aber genau deswegen sehr erfolgreich sind. 

0

Steuerberater müssen hauptsächlich die Steuerklärungen für andere Leute oder Firmen machen. Da erklärt sich doch von selbst das sie in Mathematik perfekt sein müssen. Die Gesetze müssen sie natürlich auch aus dem FF können. 

Naja, wenn man das Beherrschen der 4 Grundrechenarten und der Prozentrechnung als "gut in Mathe" bezeichnen will, bitteschön.

Viel wichtiger ist es aber kreativ darin zu sein legale Möglichkeiten zu Steuerersparnis zu finden und daher: die Gesetze haargenau verstehen zu können.

Grundrechenarten müssten reichen.

Also muss er garnicht eine Rückstellung für einen Rückbau in 30 Jahren abzinsen können, noch die jährliche Zuführung zur Rückstellung berechnen können?

Gottseidank! Für einen Moment hatte ich befürchtet, dass meine siebenjährige Tochter mit dem Steuerberater überfordert sein könnte.

0
@Mojoi

Muss er zwar können, ist aber immer noch einfacher als Strömungsmechanik, explorative Datenanalyse oder so manche andere Studienbereiche die sehr mathelastig sind.

Die Steueberaterausbildung ist eine der schwersten, das stelle ich nicht in Frage, aber von den mathematischen Grundlagen her eher unterdurchschnittlich. Ich bin vor Jahren aus dem Bereich Steuerberatung ins Industrie-Controlling gewechselt, auch weil ich wieder mehr im mathematisch-analytischen Bereich arbeiten wollte.

0
@Mojoi

Doch, er muss die entsprechenden Zahlen in den Computer tippen können.

Für Zinseszins-Rechnungen ohne Computer braucht er vielleicht noch Potenz Rechnung.

0
@Traveller24

Da ist kein Punkt, bei dem ich widersprechen würde.

'n bisschen mehr als die vier Grundrechenarten ist das aber schon, ne?

0

Infos zu Berufen und Tätigkeitsfeldern gibt es im Internet!

da sind bloß Standardsätze und nichts genaues

1

Guck Dich doch mal im Internet um. Werden da nicht fast alle Berufe erklärt?

Was möchtest Du wissen?