Muss ein Makler oder Verkäufer vor der Übergabe einer Immobilie den Käufer darauf hinweisen, daß diese schadstoffbelastet ist?

4 Antworten

Auf einen offensichtlichen Mangel, ja.
Auf einen verdeckten Mangel, nein.

Falls man das will holt man vorher ein Sachverständigengutachten ein.
Wenn nicht, heißt die übliche Klausel "gekauft wie besehen".

Wenn es dem Makler/Verkäufer bekannt ist, ja. Ansonsten macht er sich schadenersatzpflichtig - selbst nach vielen Jahren! Ich denke, bei einem Makler kann man soviel Fachkunde voraussetzen, dass er weiß, wenn er eine Eternitverkleidung hat, diese mit hoher Wahrscheinlichkeit schadstoffbelastet ist.

Der Makler muss überhaupt nix...was der verschweigt hat er im Zweifelsfall nicht gewusst; wer will ihm das Gegenteil beweisen ?

Der Verkäufer muss natürlich darauf hinweisen....aber im Falle des Falles muss man auch ihm beweisen DASS er es gewusst hat.

Ein Beispiel: A verkauft ein Haus an B. B findet nach ein paar Tagen heraus dass das Haus einen dicken Wasserschaden hat den ihm A verschwiegen hat. Er verklagt A. A behauptet von dem Wasserschaden nix gewusst zu haben.  Bei der Verhandlung sagt der Richter zu A: Sind sie nicht der der vor einem Jahr schon C verklagt hat weil er ihnen das Haus mit dem Wasserschaden verkauft hat ?

In vorliegendem Fall ist das Gebäude Baujahr 1973. Es hängen Eternitplatten an der Fassade. Kann man von einem Makler erwarten, daß er in so einem offensichtlichen Fall von Schadstoffen wusste?

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@EstherGoldmann

NEIN. Bei Gericht hast du keine Chance einem Makler zu beweisen dass er eine Eternitplatte von einer Tafel Milchschokolade unterscheiden kann. Ein Makler ist kein vereidigter Gutachter. Der Richter wird dir allenfalls erklären dass du gegebenenfalls einen Gutachter hättest hinzuziehen müssen.

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@PunkExpert21

Ein Makler hat auch eine Sorgfaltspflicht. Wenn er diesen Beruf ausübt, sollte er eine gewisse Fachkenntnis haben. Fehlt diese, hat er Pech gehabt und er darf löhnen. Von einer offensichtlichen Eternitfassade kann man von einem gelernten Immobilienmakler erwarten, dass er um das Risiko der Schadstoffbelastung weiss.

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@pharao1961

Wo bitteschön steht das geschrieben ? Wer verlangt von einem Makler ein Bauingenieurstudium ? Und wo soll die nötige Kompetenz enden ? Bei versteckten Wasserschöden ? Bei Termiten ? Oder bei statischen Mängeln ?

Der Makler muss alle Informationen die er vom Verkäufer bekommt weitergeben; das ist seine Sorgfaltspflicht. Er haftet ungefähr so wie eine Immobilienplattform die ja auch Käufer und Verkäufer zusammenbringt - mehr nicht.

Ansonsten gilt gekauft wie besehen bzw. der Käufer muss sich eben notfalls einen Gutachter holen - oder einfach einen Passus ("Keinerlei nach heutigem Wissen problematischen Materialien verbaut") in den Kaufvertrag schreiben lassen. Wer darauf verzichtet...

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Haus in Zwangsversteigerung verkauft, neuer Besitzer will Zutritt ohne meine Einwilligung

Ihr Lieben, ich befinde mich in einer ausgesprochenen ernsten Situation, deswegen bitte ich darum, nur zu antworten, wenn ihr mir 100%ig weiterhelfen könnt. Es geht um folgendes: Wir sind eine Erbengemeinschaft und unsere Immobilie (1 Drittel Privat, Rest Gewerblich) wurde in einer Zwangsversteigerung (Teilungsversteigerung zur Auflösung der Erbengemeinschaft) verkauft. Die Widerspruchsfrist gegen den Zuschlag ist gestern abgelaufen. Ich habe den Käufer mitgeteilt, dass ich innerhalb von 4 Wochen das Haus räumen werde. Danach würde ich mit ihm eine Übergabe machen und die Schlüssel aushändigen. Damit war er nicht einverstanden. Er hat bereits gestern unnötigerweise prophylaktisch einen Gerichtsvollzieher zwecks Zwangsräumung beauftragt, den er aber offensichtlich selber nicht abwarten will. Ich erwarte, dass er in Eigenregie versuchen wird, sich ohne meine Zustimmung Zutritt zur Immobilie zu verschaffen. Dass ich ihn dann wegen Hausfriedenbruch belangen kann, weiss ich. Wie sieht es aber mit Selbstjustiz aus? Was hat er sonst noch für Möglichkeiten (eventuell über eine gerichtliche (Not-)Verfügung) sofortigen Zutritt einzufordern (mögliche Gründe?). Er will sofort mit Renovierungen anfangen, um mit dem gerwerblichen Teil Geld zu verdienen. Eine klare Trennung von privat und gewerblich ist so aber nicht möglich, so dass ich massive persönliche EInschränkungen und Schikane durch den Käufer befürchte. Die von mir gerufene Polizei will mir nicht helfen (Unkenntnis der Rechtslage). Ein Zahlungseingang ist übrigens beim Amtsgericht auch noch nicht erfolgt. Bitte helft mir schnellstens und ich bin verzweifelt und sage jetzt schon mal vielen Dank Shiraskater

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