Muß ein Leben zwangsläufig eine Bedeutung haben?

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3 Antworten

Ich würde es ähnlich sehen :-) Das Leben braucht keinen weiteren Sinn. Ob es diesen nun hat oder nicht, halte ich auch nicht für relevant.

Es gibt ja Menschen, die sich statt Schaumfestiger Bier in die Haare kneten oder ihr Gesicht hinter einer Gurken-Quark-Maske verstecken. Wofür die Zutaten also genutzt werden - für den Genuss, den Rausch, zur Ernährung oder kosmetisch - ist also sehr unterschiedlich.

Wie mag es da erst bei den natürlichen, nicht kultivierten Dingen aussehen? Ihren Sinn bekommen die Dinge durch die Art und Weise der Verwendung. So kann der Sinn einzelner Leben sehr unterschiedlich sein. Und sehr menschlich. Oder tierisch ;)

Selbst so etwas wie die Evolution macht scheinbar nur in der Rückschau Sinn. Wer sagt denn, dass es Menschen geben muss, die andere mit ihrem Gesang oder Gedichten zu Tränen rühren? Was für ein weiterer oder tieferer Sinn sollte hinter solchen Fähigkeiten stecken? 

Zur sozialen Interaktion und zur Stärkung eines Zusammengehörigkeitsgefühls würde doch das Sitzen, Essen und sich Austauschens um die Zufallsentdeckung "Feuer" reichen.Warum können wir also mehr als wir unbedingt müssen?

Könnte es daran liegen, das Natur und Evolution verspielt und experimentierfreudig sind und nicht ständig auf der Suche nach Sinn und Unsinn? Sprich, es wird ausprobiert und was nicht schadet, setzt sich durch.

Andere gehen fast schon von einem hinter der Evolution steckenden "Vorteilsplan" aus, in dem sich das fürs (Über-)Leben Notwendige durchsetzt. Da steckt dann auch wieder die Suche nach logischen Zusammenhängen und einem zusammenhängendem Sinn dahinter. 

Ob die hiesige Natur nun planvoll oder nicht nicht vorgegangen ist, macht für mich persönlich keinen Unterschied.

 Solange wir den Ast, auf dem wir sitzen, nicht schneller absägen, als uns Flügel wachsen können :-) 

Was im eigenen Garten noch zusammenhängend und schlüssig scheint, kann schon nebenan seine Gültigkeit verlieren. Vielleicht ist es, wie aus dem Fenster schauen. Wir nehmen einen winzigen Teil der Dinge wahr. Diese können sich prima in ein Gesamtbild einfügen oder aber das Gesamtbild steht sogar im scheinbaren Widerspruch zu dem, was wir wahrnehmen.

Ein Hund hört und sieht anders als der Mensch. Das ist sogar schon von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich. Wer hat nun Recht? Einer? Beide? Alle drei? Keiner?

Ich weiß es nicht. Aber gerade dadurch, dass ich der Natur eine gewisse "Verpieltheit" unterstelle, gehe ich auch offener und ohne allem einen Sinn zuschreiben zu müssen durchs Leben. Bestäubt die Biene, damit die Wiesen blühen? Muss hinter allem Vorsatz und Plan stecken oder bereichert nicht allzuoft der sogenannte Zufall unser Leben.

Ich persönlich brauche auch keine Religion, schon gar keine, die mich des wunderbaren Momentes beraubt, in welchem ich lebe und mit drohendem Zeigefinger auf das Danach verweist :-)

sinari 05.07.2017, 03:54

Oh jeh-das ist viel mehr,als ich von einer Antwort erwarten konnte.Wer bist du?Deine Bezeichnung des Lebens als wunderbaren Moment hat eine Faszination,die mich sowohl verzaubert als auch bestätigt.

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Mottentierchen 05.07.2017, 03:57
@sinari

Das freut mich :-) Danke für Deinen Kommentar. Ich finde Deine Frage einfach sehr gut gestellt und stelle sie mir auch immer mal wieder. Dafür musste ich mir einfach Zeit nehmen...

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Mottentierchen 05.07.2017, 04:45
@sinari

Danke für Deine Frage. Es hat mir selbst sehr viel gegeben, schreibend Anlauf zu nehmen, um zu versuchen, einigen Gedanken  Form zu geben...

Die Zeit, die man sich für solche Themen nimmt, nimmt man sich auch für sich selbst. Also, zumindest mir geht es so. 

Ich selbst hab mich in Deiner Frage wiedergefunden. Und das finde ich nicht selbstverständlich. Dafür: DANKE

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Das ist das Ego, dass sich wichtig macht, um sich selbst den Anschein zu verleihen Substanz zu haben. Dann reden die Leute immer davon, sie werden mal etwas ganz Großes machen. Oder sie möchten Fußabdrücke im Sand der Geschichte hinterlassen. Da räkelt sich das Ego: Mann, bin ich wichtig! - Was für ein Wicht!

Das Leben ist aber nicht irgendetwas Großartiges, was ich mal gemacht habe, mein Auto, mein Haus, meine Reisen in ferne Länder oder die Geschichte meines Lebens usw.. Das Leben ist das was wir sind und das braucht keine Bestätigung, weil es nie nicht ist, weil es sich selbst genügt.

sinari 05.07.2017, 13:41

Eine Einsicht,die den Meisten verborgen ist und bleibt.Meine Einstellung habe ich klar gemacht und Diese akzeptiere ich.Schade nur,daß die meisten Menschen es anders "sehen".Eine Akzeptanz des Normalem ist für Viele nicht akzeptierbar.Darum dreht sich unsere Welt verkehrt herum.Zum Glück ist meine Flucht aus diesem Dilemma einigermaßen erfolgreich.Und somit verabschiede ich mich.

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Leben ist, in meinen Augen, ein Schleife an Informationssammlerei und -verbreiterei...

Egal von welchen Thema genau: Kinder machen(um Erbgutinformationen zu verbreiten), wie man Feuer macht, was man meiden soll, ... es hat einfach immer den Sinn irgendwie Informationen zu sammeln und diese zu verbreiten(wenn nach Möglichkeit sogar anzupassen)... Der ganze Körper funktioniert nach dem Prinzip, Bakterien teilen auch Informationen(weshalb diese Resistent gegen Antibiotika werden), ...

Warum wir allerdings existieren und wozu diese Informationssammlerei eigentlich gut ist(in einem höheren Sinn als einfach nur Überleben), ist etwas das dir wahrscheinlich keiner beantworten kann...

sinari 05.07.2017, 02:48

Klingt-gelinde gesagt-sehr negativ.Ist nicht denn der Sinn des Lebens das Leben überhaupt?Informationen helfen lediglich dazu,mein Leben halbwegs einzuordnen-hilfreich,aber nicht unbedingt lebesnsnotwendig.

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T0RM0D 05.07.2017, 03:03
@sinari

Ohne Informationen könnten wir nicht einmal Atmen... Wie glaubst du entsteht der Reflex zur Luftnot? Oder wie die Lungen angesteuert werden? 

Informationen sind extrem notwendig für das Leben... 

Warum Leben überhaupt existiert ist sowieso unlogisch aber das ist ein anderes Thema...

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