Muss ein Fohlen unbedingt Gleichaltrige zum Spielen haben?

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3 Antworten

Da muß man ein bischen Differenzieren - bei einem Hengstfohlen würde ich es bis 6 oder 8 Monate bei der Herde lassen (da kann es auch als einzigstes Fohlen sein) dann aber in eine Junggessellenaufzucht bringen wo wenn möglich auch ältere Wallache oder Hengste sind. Sonst muß man den Junghengst ja schon vor der reife legen - was ich persönlich nie tun würde.

Bei einem Stutfohlen kann man es vollkommen in der Herde groß werden lassen - bis auf eine kurze Absetzzeit. Also auch bis 6 -8 oder 10 Monate bei der Mama und der Herde - dann eine Trennungszeit von 4 bis 6 Wochen - bei uns wär das bei einem Freund der eine Jungpferdeaufzucht betreibt, da bleibt das Stutfohli bis es fertig abgesetzt ist dann kann man sie wieder holen und wieder in die alte Gruppe einfügen. Stutfohlen brauchen ganz dringend eine ganze Herde um groß zu werden, eine Jungstutengruppe eignet sich meiner Meinung nach nicht dazu eine gut sozialisierte Jungstute zu erhalten. Schön wäre es wenn wenigstens noch eine junge (gleichaltrige Stute) dabei wäre aber es geht auch ohne.

Bei den Hengstfohlen geht es gar nicht ohne Spielkameraden deshalb gehen die bei mir auf die Fohlenweide. Mein letzter ist da super Sozialisiert wiedergekommen.

Gleichaltrige sind genauso wichtig wie Ältere - die Jungen zum Toben und die Älteren zum Erziehen. Ein 4jähriger wird zwar auch noch hin und wieder mit dem Kind spielen, aber da sind die Größenverhältnisse so unausgeglichen (aus dem gleichen Grund wär ein Miniponyfohlen auch weniger geeignet als Spielkamerad für ein Hanno-Fohlen, das bei der Geburt schon größer ist als der Zwerg je wird). Wenigstens ein nur ein Jahr älteres Pferdekind sollte schon vorhanden sein.

Wir hatten insgesamt 9 Fohlen, zwei waren allein im Jahrgang (der zweite hatte eben den 1jährigen), 2x waren sie zu zweit und einmal zu dritt (das waren drei Stuten (Hafi, kleines Halbblut und ein Pony) - selbst das war grenzwertig, die Kleine, obwohl sie 6 bzw 11 Wochen älter war, wurde manchmal regelrecht kaputt gespielt und hat sich unterm Zaun durchgeflüchtet). Die mit gleichaltrigen waren schon als Fohlen und sind jetzt noch aufgeschlossener und mutiger, der alleinige ist der "Erwachsenste" und der zweite, der nur den ein Jahr älteren hatte, ist der mit dem meisten Selbstbewusstsein, der musste sich als Baby schon behaupten. Inzwischen sind alle über 12 Jahre alt und ihre Charaktere haben sich auch im "Erwachsenenleben" im Großen und Ganzen so erhalten, wie sie im ersten Jahr geprägt wurden.

Wenn ich einen gleichaltrigen habe find ich das auch super - aber leider geht das nicht immer und auch in der Natur ist immer irgendwer auch der erste der alleine aufwachsen muß, bis der Papa sich eine zweite Stute zulegt - oder die Mama wieder eins bekommt - aber da ist der Erstling auch schon 1 Jahr alt.

Ich habe bisher immer Zeitgleich mit meiner Stallbesitzerin gezüchtet - zwei mal hatten wir das Glück das wir jeder ein Hengstfohlen hatten - da wir den Aufzuchtplatz auch gleich mit am Hof hatten ging das echt easy. Beim letzten mal hatte ich ein Hengstfohlen und sie hatte ein Stutfohlen - die beiden waren 6 Monate zusammen - dann ging die kleine zum Absetzen zu unseren Bekannten und meiner ging auf eine Fohlenweide - da wir keine eigene Aufzucht bei uns mehr haben. Das Stutfohlen kam 2 Monate später wieder zu uns und in die Herde. Ein Fohlen wurde mal alleine geboren und war dann bis 6 Monate in der Herde und kam dann in eine Fohlenaufzucht.

Absolut alle 12 Pferde die bei uns geboren sind haben ein einwandfreies Sozialverhalten - also halte ich persönlich es nicht unbedingt für notwendig das in den ersten 6 Monaten gleichaltrige da sein müssen, danach ist es bei Hengsten ein muss und bei Stuten ein kann.

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So wie kleine Kinder auch Ihresgleichen um sich brauchen, sollte man auch Tierkindern diese Möglichkeit geben, denn Fohlen sind nun mal Fohlen und ältere Pferde sind dann schon etwas gesetzter.

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