Muss ein Azubi Überstunden leisten?

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10 Antworten

Nach meiner Kenntnis und Erfahrung gelten folgende Punkte:

  1. Das Jugendarbeitsschutzgesetz trifft auf dich nicht zu, da du bereits volljährig bist.
  2. Die max. Wochenarbeitszeit beträgt damit 48 Stunden (bei einer 6-Tagewoche = 8 Std./Tag).
  3. Da im Ausbildungsvertrag eine 38-Stundenwoche vereinbart ist, gilt dieses.
  4. Zu prüfen wäre, ob es anderweitige z.B. tarifliche Bestimmungen gibt, die Überstunden zulassen.
  5. Auszubildende müssen grundsätzlich keine Überstunden leisten, außer in zwingenden Notfällen. Aber auch dann gilt die wöchentliche maximale Arbeitszeit von 48 Stunden.
  6. Überstunden sind zu vergüten.

Quellen:
http://www.azubi-azubine.de/mein-recht-als-azubi/arbeitszeit.html#Arbeitszeit für Volljährige

https://www.igmetall.de/recht-so-ueberstunden-waehrend-der-ausbildung-10509.htm

https://www.duesseldorf.ihk.de/Ausbildung/ausbildung/Ausbildung_von_A-Z/Ueberstunden/2596712

Letztendlich musst nicht du nachweisen, dass Überstunden nicht zu leisten sind, sondern dein Arbeitgeber.
Bitte also deinen Arbeitgeber, dir zu zeigen, warum und unter welchen Voraussetzungen er dich als Azubi zu Überstunden verpflichten kann.

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Kommentar von SmartTim98
28.07.2016, 14:54

„Die max. Wochenarbeitszeit beträgt damit 48 Stunden (bei einer 6-Tagewoche = 8 Std./Tag).“

Die max. durchschnittliche Wochenarbeitszeit darf 48 Stunden betragen. Die maximale Wochenarbeitszeit kann (wenn keine andere Abmachung gilt) 60 Stunden betragen.

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Überstunden dürfen für Auszubildene nicht geplant werden (wenn sie einen Tag / 8 Stunden erreichen oder sogar überschreiten). Bei akuten Personalengpässen kann ein "Einspringen" (aber immer mit Zustimmung des Azubis) möglich sein.

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Mach deine angesagten Überstunden und gut ist. Entweder du bekommst sie vergütet oder du kannst die Stunden "abfeiern". Also was soll das Gemurre? Macht einen schlechten Eindruck auf deinen Chef. Meckere nicht rum, es sei denn, du willst nach Abschluss deiner Prüfung nicht übernommen und arbeitslos werden!

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Zitat aus deinem Link:

Eine Pflicht zur Leistung von Überstunden besteht nur, wenn das im Tarifvertrag, in einer Betriebsvereinbarung oder im Ausbildungsvertrag ausdrücklich geregelt ist.

Ich gehe mal davon aus, dass du schon überprüft hast,  ob das da irgendwo festgeschrieben ist?

Wieso machst du dir selbst das Leben so schwer?

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Kommentar von Alien3ware
28.07.2016, 14:17

Im Vertrag steht nichts dazu drin...

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Im Jugendarbeitsschutzgesetz steht es aber auch.

§ 21 des Jugendarbeitsschutzgesetzes besagt, dass minderjährige Auszubildende nur dann Überstunden machen dürfen, wenn vorübergehende und unaufschiebbare „Arbeiten in Notfällen“ anstehen, „soweit erwachsene Beschäftigte nicht zur Verfügung stehen“. Wenn eine solche Mehrarbeit geleistet wird, ist sie jedoch durch entsprechende Verkürzung der Arbeitszeit innerhalb der folgenden drei Wochen auszugleichen.

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Kommentar von Alien3ware
28.07.2016, 14:22

ich bin leider über 18

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Wenn es dir um § geht, dann hätte ich nur das hier:

Berufsbildungsgesetz § 17

(1) Ausbildende haben Auszubildenden eine angemessene Vergütung zu gewähren. Sie ist nach dem Lebensalter der Auszubildenden so zu bemessen, dass sie mit fortschreitender Berufsausbildung, mindestens jährlich, ansteigt.

(2) Sachleistungen können in Höhe der nach § 17 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 des Vierten Buches Sozialgesetzbuch festgesetzten Sachbezugswerte angerechnet werden, jedoch nicht über 75 Prozent der Bruttovergütung hinaus.

(3) Eine über die vereinbarte regelmäßige tägliche Ausbildungszeit hinausgehende Beschäftigung ist besonders zu vergüten oder durch entsprechende Freizeit auszugleichen.

Dass Überstunden in einer Ausbildung nicht vorzusehen sind, ist fakt aber nicht in einem Gesetzbuch verankert.

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Kommentar von Alien3ware
28.07.2016, 14:21

Schade, dann kann man da nichts machen?

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Alles, was du tust soll der Ausbildung dienen. Das wird in deiner Arbeitszeit geschehen. In den Überstunden wirst du also nicht lernen können, du kannst diese also verweigern. Verboten sind Ü-Stunden bei Minderjährigen Azubis. Deine Arbeitszeit darf auch 48 Std/Wo nicht überschreiten.

Im BBIG https://www.gesetze-im-internet.de/bbig_2005/BJNR093110005.html steht nicht explizit, dass Ü Stunden verboten sind. Da steht aber drin: 

"Ausbildende haben

1.
dafür zu sorgen, dass den Auszubildenden die berufliche Handlungsfähigkeit vermittelt wird, die zum Erreichen des Ausbildungsziels erforderlich ist, und die Berufsausbildung in einer durch ihren Zweck gebotenen Form planmäßig, zeitlich und sachlich gegliedert so durchzuführen, dass das Ausbildungsziel in der vorgesehenen Ausbildungszeit erreicht werden kann,
2.
selbst auszubilden oder einen Ausbilder oder eine Ausbilderin ausdrücklich damit zu beauftragen"

Die vereinbarte Zeit sind eben 39 Std in 3 Jahren. Mehrarbeit ist damit klar freiwillig. Bei Beschwerden einmal den Ausbildungsberater der IHKL anrufen. 

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Du darfst sogar sechzig Stunden in der Woche arbeiten und hast dadurch noch keine Überstunden geleistet. Also sind das keine Überstunden, sondern normale Arbeitszeiten.

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Kommentar von Alien3ware
28.07.2016, 14:21

Doch da im Ausbildungsvertrag steht das ich eine 38 Stunden Woche hab

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Kommentar von Rheinflip
28.07.2016, 14:27

Fail. 60 Stunden sind sicher nicht zulässig. Maximale Arbeitszeit in D sind 48 Stunden. 

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Kommentar von AalFred2
29.07.2016, 13:59

So ein Quatsch. jede Stunde mehr als im Arbeitsvertrag vereinbart ist ein Überstunde.

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Dann arbeitest du eben mal ein paar Stunden mehr und an anderer Stelle bummelst du die Stunden wieder ab.

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Wenn das nicht zur Gewohnheit wird und Not am Mann ist, mach doch.

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