Muss ein Anwalt seinen Mandanten vertrete auch wenn er weiß dass er lügt?

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4 Antworten

Der Angeklagte darf vor Gericht die Aussage verweigern und muß auch nicht die Wahrheit sagen,was die Tat betrifft. Der Anwalt muß ihn nach bestem Wissen und Gewissen vertreten, auch wenn er ein Mörder sein sollte. Denn da geht es auch um das Strafmaß,lebenslänglich mit Chance auf Bewährung nach 15 Jahren, oder anschließende Sicherheitsverwahrung in einer Psychiatrischen Klinik! HOffe ich konnte deine Frage gut beantworten!(Bin kein Anwalt!)

Der Anwalt ist seinem Mandanten verpflichtet. Er darf - auch wenn er die Täterschaft kennt - dem Gericht keine Tipps geben.

Er darf auch nicht mit Staatsanwälten zu Lasten des Täters handeln.

Soweit unser Recht. Die Praxis ist oft nicht so. Oft erkennt ein Anwalt, dass er für den Täter nicht den Freispruch bekommt, den dieser sich erhofft und dann wird auch hinter dem Rücken des Mandanten bis hin zum zu erwartenden Urteil gedealt.

Allerdings ist ein Mordverwurf ein schlechtes Beispiel für Deine Frage. Bei der Anklage wegens Mordes sind meist die Fakten so klar, dass der Angeklagte bestreiten kann, solange er will. Vergesse nicht, dass wir heute über einen DNA-Abgleich in Mordsachen überwiegend beweisen können, wer Täter sein kann ( solange jemand nicht verurteilt ist ).

Ein Anwalt ist generell erstmal für seinen Mandanten da und sagen darf er dem Richter nichts, was sein Mandant nicht genehmigt hat. Wenn der Anwalt weiß, dass der Mandant schuldig ist, dann kann er trotzdem versuchen ihn frei zu bekommen. Wenn die Beweislage es zulässt, dann kann er auch einen Freispruch erwirken. Das ist eher eine moralische Sache, als eine rechtliche.

Dein Anwalt ist dein bester Freund. Ob und wie er seinen Mandanten verteidigt ist allein Sache seines Gewissens.

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