Muss ein Anwalt Geld verlangen

6 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Darf ein befreundeter Anwalt auch "für umme" für mich arbeiten

Gegen eine allgemeine rechtliche Einschätzung oder Diskussion abstrakter Fälle (so wie hier) wäre natürlich nichts einzuwenden.

Aber als Anwalt mit Mandat darf er nicht kostenlos für dich tätig werden - die berufs- und standesrechtlichen Rechtsfolgen wären erheblich :-O

"Es ist unzulässig, geringere Gebühren und Auslagen zu vereinbaren oder zu fordern, als das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz vorsieht [...]" regelt nun § 49b (1) BRAO ausdrücklich :-O

http://www.gesetze-im-internet.de/brao/__49b.html

G imager761

Ahh, jetzt kommen wir der Sache doch schon näher :) Danke.

Aber das ist dann erst so wenn ich sein Mandant bin? Ich also "offiziell" den Zettel unterschrieben habe, das er mich vertreten soll?

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@Floschie

"Im Einzelfall darf der Rechtsanwalt besonderen Umständen in der Person des Auftraggebers, insbesondere dessen Bedürftigkeit, Rechnung tragen durch Ermäßigung oder Erlaß von Gebühren oder Auslagen nach Erledigung des Auftrags.

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@Floschie

Ermäßigung oder Erlaß von Gebühren oder Auslagen

Das meint eben nicht "für umme" - war das nicht deine Frage?

Ich also "offiziell" den Zettel unterschrieben habe, das er mich vertreten soll?

Nein, das meint eben auch, wenn er dich in einer konkreten Frage rechtlich berät, ein Schreiben verfasst, jemanden anruft, ...

G imager761

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Nur in gerichtlich anhängigen Verfahren. Ansonsten kannst Du handeln wie auf einem orientalischen Basar. Manche Anwälte verzichten auch auf jegliche Gebühren.

Das Verbot der Gebührenunterschreitung gilt nur für gerichtliche Mandate. Dadurch soll ein Preiswettbewerb um Mandate und die mittelbare Vereinbarung von Erfolgshonoraren verhindert werden (Bundestags-Drucksache 12/4993, S. 31). Dagegen ist eine Gebührenunterschreitung für außergerichtliche Mandate erlaubt (§ 3 Abs. 5 BRAGO).

https://www.iww.de/rvgprof/archiv/anwaltshonorar-gebuehrenunterschreitung-in-gerichtlichen-angelegenheiten-ist-gefaehrlich-f47210

Allerdings ist es zulässig, Anwaltsgebühren oder Auslagen im Prozessmandat nachträglich, das heißt nach Erledigung des Auftrags zu ermäßigen oder ganz auf sie zu verzichten, sofern dies aus in der Person des Mandanten begründeten Umständen (z.B. Kollege) dem Anwalt aus sachlichen Gründen geboten erscheint, § 49b Abs. 1 S. 2 BRAO.

Dienstleister sind an keine Preise gebunden, aber zu niedrige Preise sind unseriös und zu hohe Preise schließen einen aus dem Markt aus. Seine Preise für Dienstleistungen zu kalkurieren, ist ein knallhartes Geschäft, wo man keine große Sprünge machen kann, sondern sich zwangsläufig an der Konkurrenz orientieren muß.

Du wirst keinen guten Anwalt finden, der was von seinem Fach versteht, der umsonst arbeitet. Eine Dienstleistung weiß man erst zu schätzen, wenn sie was kostet. Nichts wird günstiger, wie sollte ein Mensch von seiner Arbeit leben können, wenn er nichts dafür verlangt?! Und warum willst du einen befreundeten Anwalt ausnutzen, anstatt ihn für seine Leistung zu bezahlen? Ich käme mir dabei schäbig vor! So einen Freund möchte ich nicht haben.

Das ist jetzt ein persönliches Statement und beantwortet nicht meine Frage.

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Dienstleister sind an keine Preise gebunden,

Anwälte, Steuerberater, Kassenärzte u. ä. standesrechtlich gebundene schon :-O

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