Muss ein 18-jähriges Kind Bafög beantragen?

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9 Antworten

Sie ist prinzipiell nicht dazu verpflichtet, wenn sie das Geld nicht braucht. Allerdings kann sie auch keine beliebig hohe Summe von ihren Eltern fordern. Diese sind bis zu einem gewissen Betrag, der von ihrem Einkommen abhängt, zu Unterhaltszahlungen verpflichtet, solange sie noch keine abgeschlossene Ausbildung hat (maximal bis zum 27. Lebensjahr). Sollte sie mehr Geld brauchen, muss sie das über BaföG beantragen und kann es nicht von euch einfordern.

Wenn sie BaföG beantragt, steht in dem Bescheid später auch, wieviel ihr als Eltern genau bezahlen müsst und wieviel ihr zusteht.

lilli2007 24.06.2011, 12:14

falsch

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IchWissen 24.06.2011, 12:21
@lilli2007

Einfach "falsch" hinschreiben, ist einfach! Wie wäre es @lilli2007 mit einer präzisierten Antwort, was genau hier "falsch" ist! Auch die "richtige" Anwort wäre in dem Fall angebracht!

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Pilbi 24.06.2011, 12:21
@lilli2007

Wie wäre es mit einer Begrüdung, was genau daran falsch sein soll? Ich habe selbst auch BaföG beantragt und bekommen und auf diesen Erfahrungen basiert mein Beitrag.

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Wenn Baföganspruch besteht, hat das volljährige Kind diesen Anspruch zu beantragen. Das Einkommen beider Eltern wird berücksichtigt und auch Freibeträge für Geschwister oder Halbgeschwister oder eine neue Ehefrau des Vaters. Unterhaltspflichtig sind beide Eltern, da sie 18 jahre alt ist, das wärst du auch wenn sie bei dir wohnen würde. also sie soll bafög beantragen und je nach Bescheid muss der Unterhalt je nach einkommen der eltern berücksichtigt werden. Wobei jüngere Halboder Vollgeschwister oder die neue ehefrau des Vaters unterhaltsrechtlich vorgehen.

IchWissen 24.06.2011, 12:31

Wenn Baföganspruch besteht, hat das volljährige Kind diesen Anspruch zu beantragen.

Wo steht das denn?

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Wenn Dein Einkommen die 1150 (ist das schon das "bereinigte Netteinkommen"?) sind, solltest Du mal in die Düsseldorfer Tabelle schauen...

Der angemessene Eigenbedarf, insbesondere gegenüber anderen volljährigen Kindern, beträgt in der Regel mindestens monatlich 1.150 EUR. Darin ist eine Warmmiete bis 450 EUR enthalten.

(http://www.treffpunkteltern.de/familienrecht/Unterhaltstabellen/duesseldorfer-tabelle.php)

Deiner Tochter wäre zu einem BAFöG-Antrag zu raten...

ihr könnte auch Hartz4 zustehen

das klingt zunächst komisch, denn sie geht ja noch zur Schule und ist in dem Sinne nicht arbeitslos.. Habe aber selber welches bekommen, so ca. halbes Jahr in der 12. Klasse. Habe damals noch bei meinen Eltern gelebt, beide hatten ein geringes Einkommen. Ein Klassenkamerad in einer ähnlichen Lebenssituation erzählte mir, dass er Hartz4 bekommt.. Ich habs daraufhin auch beantragt. ICh erinnere mich noch, dass die Teamleiterin im Arbeitsamt mich sehr doof angeguckt hat und fragte, wie ich denn darauf komme, dass mir Hartz4 zustehen könnte.. Tja, so wars aber. Ich hab ein halbes Jahr fast 200€ bekommen. Danach fand ich einen guten Nebenjob und war auf ds Amt nicht mehr angewiesen. War im Jahr 2006. Denke nicht, dass sich die Gesetzeslage verändert hat..

IchWissen 24.06.2011, 12:34

Das ist ja ein interessanter Aspekt. Darf man fragen, warum genau Du Hartz4-Leistungen beantragen konntest und auch bekommen hast.

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karlM87 24.06.2011, 13:05
@IchWissen

klar, ich versuche gerne aufzukären.

Wie bereits gesagt, finde ich selbst bisschen absurd, dass einem in dieser Lebensituation Hartz4 zustehen kann.

Bei mir war es so: der besagte Klassenkamerad ( 19,lebte bei seinen Eltern, die Mutter war arbeitslos, Vater Geringverdiener) erzählte mir, dass er schon seit längerer Zeit Hartz4 erhält. Vorher hatte ich es auch mit diesem Schülerbafög versucht, aber gnadenlos gescheitert. Ich stellte einen ganz normalen Antrag auf Arbeitlosengeld II, gab diesen persönlich ab, der Mirarbeiter der Arbeitsagentur ging mit mir alles durch und erklärte mir, dass es wohl bei mir mit dem Antrag klappen wird, weil

meine Eltern nicht genug verdienen, um mir einen bestimmten Lebensstandard sichern zu können.
Er erklärte mir weiterhin, dass das Arbeitsamt mit folgenden pauschalen Verdiensten rechnet ( Achtung,! diese Zahlen, die aus dem Jahr 2006 stammen, weiß ich nur noch aus dem Kopf und habe keine Ahnung,ob sie heute noch Gültigkeit besitzen):

das 1. Familienoberhaupt (z.B. der Vater) muss ca. 800-900€ netto für sich zur Verfügung haben, die Mutter eine ähnliche Summe ( ich glaube, das waren ca. 150€ weniger..) und pro Kind rechnet das Amt mit ca. 500-600€. Diese Einnahmen waren in meiner Familie nicht gegeben.

(Wie gesagt, ich weiß nicht, ob dies heute noch gültig ist, denn um ehrlich zu sein, halte ich es nicht unbedingt für einen menschenunwürdigen und sozialhilfeabhängigen Lebensstandard, wenn eine dreiköpfige Familie ca. 2000€ netto monatlich zur Verfügung)

Am Ende standen mir ca. 190€ monatlich zu; ich glaube, der Antrag wurde erstmal für ein halbes Jahr genehmigt.

Noch kurze Eckdaten: Ich war zu diesem Zeitpunkt über 18, lebte bei meinen Eltern, besuchte die 12. Klasse, keine Geschwister, dt. Staatsbürger... ; )

Ich muss noch ergänzen, dass ich mich außer dieser Sache sonst nie (zum Glück) mit dem Amt auseinandersetzen musste und mein Wissen da überschaubar ist. Was man so für Geschichten über das Arbeitsamt hört, da kann ich mir vorstellen, dass das eine oder andere sehr individuell abläuft, was mit dem Unvermögen der Arbeitsamtangestellten zu tun hat.

Als ich mit meinem Antrag damals das erste mal dort ankam, hat mich so eine Teamleiterin sehr empört gefragt, wie ich denn bitte drauf komme, dass mir Hartz4 zustehen könnte, als Schüler auch noch! An dieser Stelle hätte ich mich auch theoretisch unterbuttern lassen können und das Amt hätte sich 200€ im Monat gespart. Ich war aber kein Einzelfall. Es ist also möglich!

Zum Schluss möchte ich noch sagen, dass meine Geschichte komplett(!!) wahr ist und alle Zweifler nicht zweifeln brauchen ; )

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IchWissen 24.06.2011, 15:13
@karlM87

Das ist ein klassisches Beispiel dafür, dass auch die Menschen auf der anderen Seite des Schreibtisches nicht alles wissen, vor allem wenn sie diese Tätigkeiten schlecht vorbereitet ausüben. Mittlerweile kann sich Einiges geändert haben. Soweit ich weiß, haben Bedürftige unter 25 hier mit Einschränkungen zu rechnen. Dennoch gibt Deine Erfahrung vielleicht anderen Menschen Mut, nicht einfach so alles hinzunehmen.

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Schüler-Bafög gibt es, wenn die Eltern nicht den Mindestunterhalt für das erwchsene Kind leisten könnten.

In der Tat sind ab der Volljährigkeit BEIDE leiblichen Elternteile zum Barunterhalt verpflichtet. Das "Kind" muss den Unterhalt bei Beiden einfordern.

Stellt es einen Bafög-Antrag, so fordert die Bafög-Stelle die Einkommensnachweise beider Elternteile an, um deren Leistungsfähigkeit zu prüfen.

Der Unterhaltsbedarf eines erwachsenen Kindes, welches sich noch in der Schule/Ausbildung/Studium befindet, beträgt

  • 488 Euro, wenn es noch bei einem Elternteil wohnt, bzw.
  • 670 Euro, wenn es eigenen Wohnraum (Wohnung/ WG/ Wohnheim...) bewohnt.

Das Kindergeld wird in voller Höhe in diesen Bedarf eingerechnet.

Besteht allerdings die Möglichkeit, dass das "Kind" während der Ausbildung noch bei einem Elternteil wohnen kann, so kann dieser seinen Baranteil mit Miete, Essen, Kleidung etc... "verrechnen". Die Eltern wären dann nicht verpflichtet, den höheren Bedarf (476 Euro Unterhalt + 184 Euro Kindergeld = 670 Euro) zu finanzieren.

Der "Selbstbehalt" der unterhaltspflichtigen Eltern liegt bei jeweils 1150 Euro.

Ausnahme. Ist das Kind unter 21 Jahre und befindet sich noch in der Schulausbildung und wohnt noch bei einem Elternteil, so gilt es als "privilegierter Erwachsener. Der Selbstbehalt jeden Elternteil läge dann (wie bei einem minderjährigen Kind) bei 950 Euro.

lilli2007 24.06.2011, 12:20

Schülerbafög ist viel niedriger als was du hier angibst. Was du hier schreibst gilt für Studenten, nicht für Schüler

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lilli2007 24.06.2011, 12:50
@IchWissen

Das kommt auf die Schulform an. Meine Kinder bekamen in der Berufsfachschule Schülerbafög und in der höheren Berufsfachschule dann mehr. das kommt auch darauf an ob man noch zuhause wohnt oder nicht. In der höheren Berufsfachschule war 2009 Höchssatz 212 euro für Schüler die nicht mehr zuhause wohnen.

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IchWissen 24.06.2011, 15:26
@Egoline
488 Euro, wenn es noch bei einem Elternteil wohnt, bzw.
670 Euro, wenn es eigenen Wohnraum (Wohnung/ WG/ Wohnheim...) bewohnt.

@Egoline

mir ist aber nicht ganz klar, wie Du auf diese Beträge kommst. Sie erscheinen mir grundsätzlich als zu hoch für ein Schülerbafög. Aber ich habe auch nicht die Tabelle durchforstet, weil es mich persönlich nicht betrifft. Ich möchte es nur einmal anmerken, weil es mir aufgefallen ist.

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Ein Bafög-Berechtiger muss natürlich keine Leistungen beantragen. Darüber kann Deine Tochter selber entscheiden. Aber wenn sie es nicht macht, ist sie selber schuld. Ihr fehlt ja dann das Geld, falls sie Anspruch darauf hätte. Ihre Unterhaltsforderungen an beide Elternteile ist rechtlich in Ordnung. Beide Elternteile sind zum Unterhalt verpflichet, bis dass das Kind die Ausbildung abgeschlossen hat. Aber die Zahlungen richten sich natürlich nach deren Einkommen. Da ihr beide ein niedriges Einkommen habt, wird sie schon, wie ihr selber festgestellt habt, auch Leistungen nach dem Bafög bekommen. Eure Tochter kann von Euch verlangen, anhand Eures Einkommens entsprechende Unterhaltszahlungen zu leisten. Hierbei darf das Kindergeld verrechnet werden. Aber mehr nicht. Falls ihr Euch nicht einig seid, darf sie auch einen Anwalt zu Hilfe nehmen. Der wird Euch dann auffordern, Euer Einkommen offenzulegen, um eine korrekte Berechnung der Unterhaltszahlungen aufzustellen. Das müsst ihr dann auch zahlen. Wenn die Tochter dann noch Bfög-Ansprüche hätte, die aber nicht beantragt, dann ist sie, wie gesagt, selber schuld.

lilli2007 24.06.2011, 12:19

das kann sie nicht selbst entscheiden, wenn sie Anspruch hat muss sie beantragen. Tut sie das nicht können die Eltern oder das Fam.gericht es fiktiv anrechen.

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IchWissen 24.06.2011, 12:30
@lilli2007

Falsch @lilli2007!

NIEMAND ist verpflichtet, öffentliche Leistungen zu beantragen. JEDER darf darauf freiwillig verzichten. Allerdings leitet sich aus dem Verzicht nicht automatisch das Recht heraus, andere Quellen (hier die Eltern) über das Maß hinaus (hier: deren Verpflichtung) "anzapfen" zu wollen!

In einem Punkt gebe ich Dir recht - und das habe ich auch geschrieben. Tut sie es nicht, ist sie selber schuld und bekommt dann eben kein Bafög, wenn sie es nicht beantragt. Die Eltern brauchen hier natürlich nicht zahlen, wenn ihr Einkommen nicht ausreicht und die Tochter Anspruch auf Bafög hätte. Natürlich haben die Eltern, genau wie die Tochter, die Möglichkeit der gerichtlichen Überprüfung.

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lilli2007 24.06.2011, 12:47
@IchWissen

stimmt nicht auch Studenten müssen zuerst Bafög beantragen, bevor sie die Eltern für Unterhalt in Anspruch nehmen

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IchWissen 24.06.2011, 15:17
@lilli2007

Wieder falsch @lilli2007

In erster Linie sind immer die Eltern für den Unterhalt ihrer Kinder verantwortlich. Nur wenn deren Einkommen nicht ausreicht, haben die Kinder Anspruch auf Leistungen nach dem Bafög. Das gilt natürlich auch für Studenten.

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Ihr steht keines zu, wenn sie einfach aus Jux und Dollerei ausgezogen ist. Nur,wenn der Auszug nötig war, um ihre Ausbildung weiterzuverfolgen und sie diese nicht an Eurem Wohnort ausüben kann... das wissen wir nicht. Ausserdem muss Bafög zurückgezahlt werden.

anjanni 24.06.2011, 12:03

Ausserdem muss Bafög zurückgezahlt werden.

Na und? Das Leben ist nicht umsonst, und Eltern sind nicht beliebig anzapfbar. Eine 18jährige Tochter darf ruhig lernen, daß Geld begrenzt ist und Leben bei den Eltern unter Umständen billiger - vor allem, wenn es diese Möglichkeit ja tatsächlich zu geben scheint.

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Egoline 24.06.2011, 12:11

Wenn sie noch "Schüler-Bafög" bekäme, müsste sie dieses nicht zurückzahlen, es ist ein "Zuschuss" - kein Darlehen.

Nur das "normale" Bafög für Studenten ist ein Darlehen.

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IchWissen 24.06.2011, 12:24
@Egoline

Das Studentenbagög ist nur zum Teil "Darlehen". Der andere Teil ist auch hier "Zuschuss" und braucht nicht zurückgezahlt werden.

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IchWissen 24.06.2011, 12:37
@IchWissen

Studentenbagög

Ich meine natürlich Studentenbafög! Bin leicht gaga ;-)

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Bäfög ist drin, muss aber beantragt werden, und die Wohnung darf nicht bei den Eltern sein

IchWissen 24.06.2011, 15:30

zwar was kurz, aber dennoch o.k.

DH

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