Muss der Pflichtteil in bar ausgezahlt werden?

4 Antworten

Grundsätzlich ist der Pflichtteil ein baranspruch.

Wie verfährt man denn dann mit der Auszahlung?

Das Darlehen, d.h. der Anspruch gegen den Bruder wird mit vererbt. Eine Aufrechnung ist dann im Erbfall natürlich möglich. Zu beachten ist, das das Darlehen natürlich auch den Nachlasswert erhöht.

Eine Andere Möglichkeit ist es das Darlehen zu lebzeiten den Bruder zu schenken und bei der Schenkung die Anrechenbarkeit auf den Pflichtteil festzulegen. Läuft auf das gleich hinaus, nur das das Darlehen dann auch nicht mehr zu Lebzeiten gefordert werden kann. Außerdem könnte dar Darlehen natürlich den Pflichtteil übersteigen, dann müßte im 1. Fall der Bruder zahlen.

Danke für die Antwort. Es müsste also in einem Testament noch klar geschrieben werden, dass das Darlehen der Pflichtteil für ihn sein soll, oder? Würde also eine Formulierung wie "Das Darlehen in
Höhe von xxx, das wir unserem Sohn gegeben haben, soll der Pflichtteil für ihn sein." ausreichen? Das wäre doch eigentlich eine klare und deutliche Formulierung, oder?

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Die Idee meiner Eltern war, dass das der Pflichtteil für meinen Bruder sein soll.

Und woher sollen sie Höhe des Pflichtteils und Restschuld des Berechtigten im Erbfall vorhersehen?

Pflichtteilsanspruch und Nachlassforderung Darlehen ihres Kindes sind zwei Paar Stiefel :-)

Der Pflichtteil ist ein Geldanspruch im Erbfall und wird i. d. R. beleghaft von den Erben überwiesen; Barauszahlung gegen Quittung wäre aber zulässig.

Träte der Erfall mit noch bestehender Restschuld des
Pflichtteilsberechtigten ein, wäre die als Nachlassforderung geltend zu
machen und von dem Pflichtteilsanspruch natürlich abzuziehen.

Träte der Erbfall der Darlehensgeber hingegen nach Rückzahlung ein, besteht ein Pflichtteilsrecht des Darlehensnehmers natürlich in Höhe seines hälftigen Erbrechts am Reinnachlass der Erblasser.

Reinnachlass meint Vermögen abzüglich Verbindlichkeiten und Bestattungskosten der Erblasser.

G imager761



Da wird aufgerechnet. Er müsste das Darlehen zurück in die Erbmasse zahlen. Gleichzeitig hat er einen Anspruch auf Auszahlung. Wenn beides im Wert übereinstimmt, kann man es aufrechnen.

Einforderung des Pflichtteil auch später möglich?

Ich bin die uneheliche Tochter meines nun verstorbenen Vaters. Er hat mit seiner Ehefrau ein gemeinsames Testament, in dem zuerst der überlebene Partner als Erbe eingetragen ist, danach folgt die gemeinsame eheliche Tochter.

Mir wurde im Testament der Pflichtteil zuerkannt.

Meine Stiefschwester hat zugunsten ihrer Mutter auf ihren Anteil verzichtet. Wir verstehen und gut und ich würde auch gerne zum jetzigen Zeitpunkt auf die Auszahlung des Pflichtteils verzichten, damit meine Stiefmutter kein Darlehen aufnehmen muß. Verjährt sich mein Anspruch auf den Pflichtteil, wenn ich bis nach ihrem Tod warte?

Weiterhin möchte meine Stiefschwester nach dem Tode ihrer Mutter das vorhandene Erbe zwischen uns gerecht aufteilen, sprich jeder erhält 50%. Ist dies rechtlich möglich, da es dem Testament widerspricht?

Vielen Dank.

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Unser Elternhaus soll an meinen Bruder überschrieben werden. Er wohnt dort mit seiner Familie seit 23 Jahren im 1. und 2. Obergeschoss mietfrei. Das 2. Obergeschoss hat er selbst ausgebaut. Die Kosten betrugen ca. 70.000 Euro. Die Eltern leben im Erdgeschoss. Das Haus wurde auf ca. 290.000 Euro geschätzt. Die Eltern sollen lebenslanges Wohnrecht behalten. Dies soll ca 40.000 Euro wert sein. Bleiben 250.000 Euro. Für jedes Kind also 125.000 Euro. Für mich sollen anteilig davon 50.000 Euro ( von den 69.000), die mein Bruder investiert hat, abgezogen werden. Ausgezahlt werden soll mir ein Anteil von 75.000 Euro. Ist das korrekt? Ich habe keine Ahnung, bin kein Jurist, will keinen Stress mit meinem Bruder, aber wissen, ob ich dieser Berechnung guten Gewissens zustimmen könnte. Das Ganze soll notariell erfolgen. Nachfolgefragen: Wann sollte das Geld an mich ausgezahlt werden? Sollte ich das offiziell regeln? Was ist wenn die Eltern pflegebedürftig werden? Herzlichen Dank für Antworten

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