muss der arzt eine patientenverfügung akzeptieren - z.b. bei einem alten , kranken menschen?

6 Antworten

Ein Arzt, der eine wirksame, konkrete Patientenverfügung mißachtet, kann wegen Körperverletzung belangt werden. Das würde ich ihm genau so sagen.

Wirksam heißt: eine Situation ist eingetreten, für die die Patientenverfügung gemacht wurde, z. B. fortgeschrittene Demenz. Oft steht da „weit fortgeschritten“, dann muss darüber gestritten werden, ob es schon weit genug ist. Wenn da, wie in vielen Vordrucken steht: „... auch mit ausdauernder Hilfestellung nicht mehr in der Lage bin, Nahrung und Flüssigkeit auf natürliche Weise zu mir zu nehmen“ dann kann das erst sehr spät zur Wirkung kommen, weil Flüssigkeit auch bei schwerer Demenz noch lange auf „natürliche“ Weise aufgenommen werden kann. Wenn das dann Nährflüssigkeiten sind, kann damit ein Sterben noch lange herausgezögert werden.

Daran haben aber wahrscheinlich beim Abfassen der Verfügung die wenigsten gedacht.

Konkret heißt: Die Äußerung „keine lebenserhaltenden Maßnahmen“ zu
wünschen, stellt für sich genommen nicht die für eine wirksame
Patientenverfügung erforderliche hinreichend konkrete
Behandlungsentscheidung dar. Die insoweit erforderliche
Konkretisierung kann aber im Einzelfall durch die Benennung bestimmter
ärztlicher Maßnahmen oder die Bezugnahme auf ausreichend spezifizierte
Krankheiten oder Behandlungssituationen erfolgen (frei zitiert nach BMJV).

Um das ausreichend konkret zu machen, muss man sich schon ziemlich gut auskennen oder eine gute Vorlage benutzen. Die vom BMJV ist da noch ziemlich eingeschränkt, aber viele orientieren sich daran.

Wer mehr will, sollte sich mal das Material der Zentralstelle Patientenverfügung des HVD ansehen und vergleichen. Das Material zum Erstellen der nötigen Vorsorgedokumente kann zurzeit bei denen kostenlos angefordert werden.

Nach meiner unmaßgeblichen Einschätzung bieten die die besten Vorlagen
an, die es einem erlauben die weitestreichenden Festlegungen zu machen
(von Lebensschutz bis Sterbehilfe). Damit gehen sie weit über das
hinaus, was das BMJV 2004 mal vorgeschlagen hat (und immer noch so verbreitet) und an dem sich die meisten Anbieter orientieren.

Wenn jemand etwas Besseres kennt, würde ich mir hier einen Hinweis
darauf wünschen, aber bitte mit Angabe, in welcher Hinsicht das besser
(konkreter, weiter reichender) ist.

Wenn die rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind, muss der Arzt sie befolgen. Maßgeblich ist, logischerweise, der Gesundheitszustand des Patienten bei Niederlegung der Verfügung. NICHT die Aktuelle.,

Mit dieser Argumentation könnte man JEDE Patientenverfügung für ungültig erklären.

Die Patientenverfügung ist DAZU DA, seinen Willen vorab zu erklären, für den Fall, dass man das irgendwann halt NICHT mehr kann!

Der Arzt redet Unsinn.

danke, das habe ich mir gestern auch von einem arzt meines vertrauens bestätigen lassen

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Wenn sie wirksam ist, dann muss der Arzt sie befolgen.

Das Problem ist aber, dass viele Verfügungen in der Prxis nicht wirksam sind. Sie müssen nämlich sehr konkret bestimmt und über jeden Zweifel erhaben sein.

die wurde von einem arzt unseres vertrauens aufgesetzt, der aber mit dem patienten weiter keinen kontakt mehr hat

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(Bevor ich meine Fragen stellen, hier noch meine Aufgabenbereiche: "Sorge für die Gsundheit", "Aufenthaltsbestimmung", "Entgegenahme, Öffnen und Anhalten der Geschäfts- und Behördenpost" und "Rechts-/Antrags- und Behördenangelegenheiten, sozialrechtliche Angelegenheiten".)

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