MUSS der Arbeitgeber meine Fehltage wegen Krankheit bezahlen?

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12 Antworten

Hallo,

nein, das geht erst einmal grundsätzlich nicht. Denn du hast einen Arbeitsvertrag und daher zahlt dein Arbeitgeber auch Lohnnebenkosten - also Krankenkasse, Arbeitslosenversicherung, Pflegeversicherung und und und. Würde er dich jetzt nicht bezahlen, dann könnten ja auch seine und auch deine Anteile an diesen Lohnnebenkosten nicht bezahlt werden - das wäre gegen jedes Gesetz.

Wenn du krank bist, dann bist du krank und brauchst kein schlechtes Gewissen zu haben. Das muss (oder sollte) man nur haben, wenn man sich krankschreiben lässt ohne wirklich krank zu sein. Aber das ist bei dir ja nicht der Fall. Daher steht dir eine Lohnfortzahlung zu.

Hallo, die Pflicht des Arbeitgebers (AG) ist nicht grenzenlos. Sie ist in der BRD im Entgeltfortzahlungsgesetz geregelt. Hier kann es nachgelesen werden:

http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/entgfg/gesamt.pdf

Wer die Krankheit selbst verschuldet hat, verliert seinen Anspruch auf diese Zahlung. Der AG muss auch nur 6 Wochen zahlen, danach tritt die Krankenversicherung ein. Das steht im 5ten Sozialgesetzbuch. Dies Krankengeld ist niedriger als der reguläre Lohn.

Ein rein freiwilliger "Verzicht" auf diese beiden Leistungen ist nicht möglich - wohl aber ein "Schuldeingeständnis".

Ich würde es mir gründlich überlegen, denn für unsere sehr sozialen Regelungen haben viele Menschen im 19ten Jahrhundert Kopf und Kragen riskiert. Das sollten jetzt nicht einzelne Arbeitnehmer in Frage stellen. Das machen die AG schon selbst und ihr Einfluss auf den Gesetzgeber sollte man nicht unterschätzen.

Ciao

Also FAKT ist das es reingesetzlich so ist das wenn eine Krankenmeldung vorliegt, sie bezahlt werden müssen. Und ich glaube eher weniger das ein Chef sich auch sowas einlässt, denn kommt es raus, kann ich mir vorstellen gibt es heftige Probleme. Und ich sage dazu, wenn man krank ist, ist man krank. Da kann keiner was machen. Natürlich wenn man jede woche 2-3x fehlt dann würde ich als chef erstmal ein gespräch führen, und dann hört man es ja raus, ob krank oder keine lust. !!

Fair ist, wenn sich Arbeitgeber an Gesetze halten, also Lohnfortzahlung im Krankheitsfall leisten ohne mit Kündigung zu drohen.

Fair ist natürlich auch, wenn man sich nur krank schreiben lässt, wenn man wirklich krank ist, und nicht auf Kosten der Kollegen blau macht.

Aber das ist in Deutschland inzwischen eher nicht das Problem. Vielmehr beweisen Erhebungen, dass viel zu viele Leute krank zur Arbeit gehen und damit letztlich niemandem einen Gefallen tun. Sich selbst nicht, aber auch nicht ihren Kollegen, die sie vielleicht noch infizieren und auch nicht dem Arbeitgeber, denn wer krank ist, macht eher Fehler und wer sich nicht auskuriert, riskiert dadurch nur längere Erkrankungen.

Faszit: Wenn du krank bist, lasse dich krank schreiben und nehme auch die Lohnfortzahlung, denn die ist genauso verdient, wie der Lohn für die Arbeit. Letztlich ist nämlich dieser Betrag längst darin einkalkuliert.

Wenn man echt krank ist, geht man zum Arzt und bekommt einen Krankenschein. Der muss zum Arbeitgeber. Damit bekommst du von dem und der Krankenkasse Lohnausgleich, für eine bestimmte Zeit. Wenn Du Fehltage hast und du Lohn bekommst, wird der sicher im nächsten Monat abgezogen, denn verschenken tut der Arbeitgeber nichts. Fehltage, d.h. Arbeitsbummelei ohne begründung (vielleicht Trauerfall u.a.) führen bald zur Entlassung.

natürlich kannst du ihm anbieten es ihm in bar zurück zu geben. auf was anderes wird er sich nicht einlassen, denn er müsste sonst ja damit rechnen, dass du später irgendwann sagst "der hat mich nicht bezahlt während meiner krankheit". und dazu ist er gesetzlich verpflichtet. du musst nur darauf achten, dass du am ende nicht drauflegst, denn für das finanzamt sieht es ja so aus, als wenn du das geld bekommen hast und dementsprechend fällt die berechnung der einkommenssteuer am jahresende aus.

sachlich 24.08.2012, 22:53

du bist neu hier - willkommen bei GF.net ! bitte suche dir die antwort aus, die du am hilfreichsten findest !

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Also es ist gesetzlich geregelt.....hinter der hand sind böse dinge, die eigentlich nicht stattfinden sollte, da es dann probleme gibt mit dem staat!!! Also lass dir einfach das Geld bezahlen und fertig, darauf hast du ein Anspruch

Hallo Waswennnicht!

Deine soziale Einstellung in allen Ehren, aber neben den Punkten, die hier schon genannt wurden, kann so ein Angebot erfahrungsgemäß auch nach hinten losgehen. Wenn Sie Ihrem AG das anbieten, könnte er annehmen, dass Sie bei Krankmeldungen gar nicht krank sind, sondern einfach nur frei haben wollen. Das könnte missverstanden werden. Ich empfehle Ihnen: akzeptieren Sie das System wie es ist.

Gruß Navvie

Mit Verlaub - wenn du so sozial denkst, was ich anerkenne - dann gehe in die USA arbeiten, dort gibts weder eine Krankenkasse (wenn man nicht selbst bezahlt oder der AG das macht) noch Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und gefeuert kann man aber auch werden von einer Minute auf die andere und das mündlich... dafür hast du dann 10$ die Stunde (ca. 8€) garantiert...

Da in Deutschland eine Krankenversicherungspflicht gilt, darf er darauf nicht verzichten

Dein AG käme in Teufels Küche, falls er bei einer AU Deinen Lohn nicht fortzahlte und Du hättest ein Zusatzproblem, da er dann natürlich auch keine Beiträge für Deine Kranken-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung abführte.

Wenn Du fair sein willst - finde ich prima! - dann lass Dich einfach wirklich nur dann AU schreiben, wenn Du AU bist und nicht bei jeder leichten Unpässlichkeit.

Moin,

wer hat dir den ein soo soziale Denkweise eingetrichtert??

Krank "feiern" sollter wirklich nicht sein, das ist wohl richtig.

Dafür gibts dann aber den medizinischen Dienst der KK.

Wenn ein AG eine Krankschreibung anzweifelt muss er nur bei der KK anrufen, dann haste innerhalb von 2 - 3 tagen einen Termin beim medizinischen Dienst der KK.

Wenn einer wirklich krank ist, wird auch kein normaler verständnisvoller Chef ein Problem damit haben.

Also ist definitiv KEIN schlechtes Gewissen angebracht.

Planbare Untersuchungen u. Behandlungen kann u. sollte man aber mit dem AG terminlich Absprechen.

Das funktioniert nicht. Habe ja schon vieles gehört aber das gehört in die Schublade Unfug. Wie willst du Krank sein wenn der Arbeitgeber keine Krankenkasse bezahlt, denn ohne KK müßtest du den Doc selber bezahlen. Viel Spass mit den Kosten. In 20 oder 30 Jahren wirst du die ersten Berechnungen der eingezahlten Rentenversicherung bekommen und dort stellt man fest das du Fehltage hattest, ohne das Rentenversicherung einbezahlt wurde. Ich denke du weißt dann nicht mehr welche Gründe es waren, denn diese hast du dann genau nachzuweisen. Oder du wirst Arbeitslos, und das Geld wird gekürzt, denn es wurden ja einige Tage nichts eingezahlt. Zudem macht sich dein Arbeitgeber straffällig, wenn er dir keinen Lohn zahlt.

Wer kommt denn nur auf solche Gedanken ? Kopfschüttelkräftiggegendiewand

Mfg Vlk`

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