Muss der Arbeitgeber einen Krankheitsfall in der Familie Berücksichtigen?

9 Antworten

Hallo B.,

ist das die Stelle, wegen der Du im Februar eine Frage gestellt hast?

Und dort ist es noch immer so schlimm?

Du arbeitest dort schon seit 3 Jahren und wie es aussieht wird nichts besser?

Außerdem scheinst Du schon recht häufig krank zu sein.

Wie lange willst Du das noch  durchhalten?

Ich habe auch 3 Jahre in einem Job gearbeitet, in dem es ständig Überstunden und Mehrarbeit wegen unbesetzter Stelle plus Krankheitsausfällen gab. Habe immer wieder versucht mit Chef und Kollegen Lösungen zu finden, aber der Chef hat stets auf stur gestellt und gemeint man müsse halt noch schneller arbeiten.

Ich hatte das "Glück" dass die Stelle auf 3 Jahre befristet war. Da fiel es leicht den Vertrag nicht zu verlängern.

Aber auch für feste Verträge gibt es Strategien ;)

Und mit diesen wirst Du auch Zeit haben, um Dich um Deine Familie zu kümmern.

Liebe Grüße und alles Gute!

Hourriyah

Das regelt der Arbeitsvertrag und ins besondere der gültige Tarifvertrag. Für die Pflege von Erkrankten gibt es nämlich Hilfe von der Krankenkasse sowie von der Pflegeversicherung. Für die Betreuung deines Kindes kannst Du dich von deinem Hausarzt für maximal 10 Tage AU schreiben lassen. Das gilt aber nur für Kinder bis 12 Jahren. Auch hier regelt der Arbeitsvertrag ob es dafür Lohnfortzahlung gibt oder ob das Geld von der Krankenkasse kommt, das ist nicht gesetzlich geregelt. 
Ansonsten git der § 616 BGB, der aber nur eine Auffangnorm darstellt die durch weitergehende Verodnungen und Verträge (s.o.) spezifiziert werden muß.

Nö, gilt auch für unerwartete akute Pflegesituationen. Nur das man hier Pflegegeld beantragen muss, falls der Arbeitgeber nicht verpflichtet ist weiter zu zahlen (z.B. durch Tarifverträge)

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Der Arbeitgeber muss auf einen Krankheitsfall in der Familie nur dann Rücksicht nehmen, wenn

a) dein eigenes Kind erkrankt ist

b) jemand überraschend pflegebedürftig wird oder

c) dauerhaft pflegebedürftig ist.

Für diese drei Fälle brauchst du jeweils ein ärztliches Attest, ohne das nichts geht.

In einigen Tarifverträgen (z.B. öffentlicher Dienst) ist auch die Freistellung bei einer schweren Erkrankung geregelt, sofern die erkrankte Person im gleichen Haushalt lebt. Selbst dann gibt es jährlich maximal einen freien Tag.

Ich würde aber an deiner Stelle regelmäßig einen Tag Freizeitausgleich beantragen, wenn du hinreichend Überstunden hast, und mich an diesem Tag um das kranke Familienmitglied kümmern.

Wenn du dein Bedürfnis nicht artikulierst, bekommt es dein Arbeitgeber womöglich gar nicht mit. Eventuell wäre da auch mal ein ernstes Personalgespräch angebracht. Wenn ihr einen Betriebsrat habt, sollte der auch mit ins Boot genommenw erden, weil eine massive Überstundenproblematik ja die gesamte Firma betrifft und belastet.

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