Muskelaufbau:Übungen und wie lang?

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6 Antworten

Muskeln und Kondition baut man nicht so mal eben in zwei Wochen auf, sonst sähen alle Jungs wie arnie aus...Guck dir meinen xmal erprobten und vom TA immer mal wieder weiter gegebenen Übungsplan an.Mit deinem gesunden und fitten Pferd kannst Du morgens UND abends je eine trainingseimheit machen, jedoch NICHT zwei hinter einander!Guck mal rein unter http://pferde-im-alter.imdo.com

Und dann trainingsplan für regonvaleszente

Viel Spaß und Erfolg

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"Richtig reiten reicht"

Diesen Satz hat das neulich erst verstorbene Pferdeausbildungsgenie Paul Stecken geprägt und er hatte sowas von Recht.

Es liegt weitaus weniger an irgendeiner Übung oder an einer Trainingseinheitenlänge, ob korrekte Muskulatur aufgebaut wird oder nicht als daran, ob man, WENN man reitet, korrekt reitet. Beurteilen kann man die vorhandene Muskulatur aufgrund dieses im starken Weitwinkel von schräg vorne fotografierten Bildes eh nicht, weshalb hier nicht rauszulesen ist, ob er korrekt gearbeitet wird.

Weitaus wichtiger als täglich mehrmaliges Training ist, dass jedem Trainingsreiz eine Pause folgt, in der sich das Pferd frei bewegen kann. Boxenpferde haben generell keine so ausgewogene Muskulatur wie Aktivstaller, weil einfach sehr oft auf den Trainingsreiz direkt Stehen folgt. Die paar Stunden Weide am Tag reißen das oft nicht raus. Wenn man mal nachrechnet, wieviel Prozent der 24 Stunden eines Tages Box sind und wieviel Weide, ist klar, warum.

Man bringt ein Pferd weiter, wenn man 4 mal die Woche 30 min gesundheitsfördernd arbeitet als wenn man 7 mal die Woche irgendwie dahin laufen lässt.

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Ponyfreaky 04.10.2016, 21:24

Danke dir!Wie meinst du 'Richtig reiten' also Dehnungshaltungen?

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Baroque 04.10.2016, 21:28
@Ponyfreaky

Immer richtig reiten. Nicht nur in der Dehnungshaltung. Die muss natürlich möglichst perfekt sein, bevor man an anderem arbeitet. Aber schon alleine, wenn man sich einfach rauf setzt und aus dem Halten anreitet, muss jeder Fuß exakt da hin fußen, wo er hin soll. Das soll nicht dem Zufall überlassen werden, das muss sitzen. Und so ist es bei allem was man mit dem Pferd macht. Bewegt es sich seiner Anatomie entsprechend korrekt, wird sich die richtige Muskulatur einstellen. Bewegt es sich nicht korrekt, fußt es beispielsweise zu weit hinten auf oder zu seitlich oder wie auch immer, dann wird es entweder Muskulatur verlieren oder die falsche Muskulatur aufbauen.

Das alles natürlich unter der Voraussetzung, dass der Sattel passt und keine gesundheitlichen Einschränkungen vorliegen - und keinerlei Hilfs- oder Ausbindezügel verwendet werden.

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Daß Du nach einem Trainingsplan fragst und wie lange man das machen soll, ist sehr selten geworden, denn meistens wird drauflos trainiert -Hut ab-

 Zwar mal ab und zu mit Pausen (was Baroque korrekterweise ansprach), aber wie die Trainingszeiten und die dazugehörigen Pausen aussehen sollen und welche Art Muskulatur durch die Trainings-/Pausen-Zyklen beansprucht bzw. aufgebaut werden, ist offenbar nur denen bekannt, die mal Trainingslehre büffeln mussten.....

Hilfreich für den Muskelaufbau, die korrekte Gymnastizierung und die zeitliche Quantifizierung dazu findest Du bei Michael Geitner. Das ist der einzige Autor, bei dem ich konkrete Angaben zum zeitlichen Ablauf gefunden habe.

Ansonsten kann man sich im Netz auch über Trainingslehre informieren. Das ist heutzutage sehr umfangreich und kompliziert geworden (gegenüber früher).

Grundsätzlich gilt:

  • Erst Kraftmuskulatur aufbauen (anaerob)
  • Dann die Haltezeit der Kraftmuskulatur verlängern (aerob)

Natürlich nicht beides direkt hintereinander, sondern erst das eine (Wochen...) und dann das andere (wieder Wochen...)

LG Calimero

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Ich finde eine Mischung aus Longenkurs und Dualaktivierung sehr gut. Beim Longenkurs handelt es sich um einen Selbstlernkurs, den man runterladen kann. Dort wird sehr gut erklärt, wie man einem Pferd beibringt, sich richtig zu stellen und zu biegen. Die Dualaktivierung soll beim Muskelaufbau rasche Erfolge bringen. Du kannst dich ja mal im Internet schlau machen. Dazu gibt es sehr viele lesenswerte Seiten/Artikel/Beiträge und sehenswerte Video.

Ebenfalls hilfreich ist Stangenarbeit. Du kannst die Stangen natürlich einfach in eine Reihe legen und ihn drüber laufen lassen (z.B. an der Longe), aber da er ja ein Springpferd ist, wird ihm das vielleicht schnell langweilig. Da kannst du dir ja auch Muster ausdenken oder raus suchen, die du mit den Stangen legst, damit er seine Beine heben muss. 

Sehr effektiv ist auch bergauf und bergab laufen/reiten. Das ganze auch mal ein paar Schritte Rückwärts. Wenn du die Möglichkeit hast, kannst du ja vielleicht mal mit ihm schwimmen gehen. Und Seitengänge und viele Übergänge um die Hinterhand zu aktivieren sind auch förderlich.

Dann gibt es noch die Arbeit an der Doppellonge und Handarbeit.

Wichtig ist, sich vorher gründlich zu informieren und (ich weiß ja nicht welche Erfahrungen du bis jetzt hast) sich ggf. einen kompetenten Trainer zu suchen.

Trotz allem wirst du nach nur zwei Wochen nicht plötzlich ein super durchtrainiertes Pferd haben. Das ganze braucht viel Zeit, Arbeit und Geduld.

Es muss unbedingt darauf geachtet werden, dass das Pferd nicht physisch und/oder psychisch überanstrengt wird. 

DEN Trainingsplan gibt es nicht. Das Training sollte immer individuell auf das Pferd und seinen Reiter abgestimmt sein.

Ich hoffe ich konnte dir ein paar Anregungen geben!

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In 2 Wochen baut man keine Muskulatur auf - um wirklich Muskulatur aufzubauen braucht es durchaus bis zu 9 Monate. 

Auch was "was" und "wie lange" ist absolut vom Pferd abhängig. Mit meinem Pony z.B. kann ich wesentlich längere Einheiten machen als mit meinem jungen Quarter, der nach 10 Minuten, in denen ich eigentlich nur Stellung und schonmal Schulterherein + Kruppeherein im Schritt abfrage, bereits durch ist, vom Kopf her. 

Was bei einem Springpferd eigentlich immer von Nutzen ist, ist dass man es mehr auf die Hinterhand setzt. Hierfür bietet sich natürlich der Langzügel sowie "Kurzzügel" bzw. Arbeit an der Hand an, mit Trainer dann aber. Oder anatomisch korrektes Longieren am Kappzaum.

Auch Seitengänge helfen, das Pferd zu gymnastizieren: Schulterherein, Travers und Traversalen bringen das Pferd besser ins Gleichgewicht und auf die Hinterhand. 

Ansonsten genügt reelles Reiten für den Muskelaufbau - auf dem Bild hat das Pferd einen Axthieb (http://www.equimondi.de/magazin/pferdetraining/muskelaufbau/256-axthieb), d.h. es wird nicht ganz so reell geritten, wie es sein sollte. Auch die Rückenmuskulatur verrät es auf diesem Bild. 

Bevor du etwas neues anfängst, denke bitte daran, das mit dem Besitzer des Pferdes abzusprechen, Ich würde meiner RB was husten, wenn sie einfach so was aus dem Internet ausprobiert - denn ich weiß am besten, wie ich mein Pferd gymnastiziere. 

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Ponyfreaky 04.10.2016, 20:47

Ja, sicher ich werde mal bergtraben ausprobieren und richtiges gymnastizieren und vorwärts-abwärts

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Baroque 04.10.2016, 21:24
@Ponyfreaky

Mit Bergtraben wäre ich sehr vorsichtig. 80% aller Reiter, die man so sieht, können das Pferd dabei nicht gut genug reiten, dass nicht die Gelenke unter Überlastung leiden. Nur, wer wirklich top saubere Dehnungshaltung reiten kann, kann vorsichtig anfangen und sollte erst mal lernen, an leichten Steigungen und Gefällen die korrekte Dehnung im Schritt beizubehalten, denn da ist nicht einfach weiterreiten gefragt, sondern durch die Veränderung der Stellung der Hüfte muss je nach Neigung etwas bis komplett anders geritten werden. Wer das kann, würde Deine Frage anders formulieren bzw. gar nicht stellen.

Richtiges Gymnastizieren probiert man nicht aus, sondern das ist wichtig, dass man das ab seinem ersten Aufsitzen immer beherzigt.

Auch vorwärts-abwärts probiert man nicht aus. Das ist ein etwas unglücklicher Begriff für die korrekte Dehnungshaltung, die die Grundhaltung in jeder einzelnen Arbeitseinheit ist. Erst, wenn die im Schritt wirklich sauber ist, lässt man einen Reitanfänger antraben. Und auch der sehr fortgeschrittene Reiter kehrt nach spätestens 8 min Arbeit in wechselnden Versammlungsgraden immer wieder für eine Pause zur korrekten Dehnung zurück.

Wer bei diesen so wichtigen Grundlagen von "ausprobieren" spricht, würde bei mir sofort seine Reitbeteiligung auf meinem Pferd los sein, weil das davon zeugt, dass bisher null verstanden wurde und mit diesem Reiter von null anfangen ist sehr viel schwieriger als mit einem, der noch nie ein Pferd gesehen hat.

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14Minchen14 06.10.2016, 23:51
@Baroque

Man merkt, dass der Fragesteller sich Gedanken macht und bereit ist, auch dazu zu lernen, denn sonst hätte er diese Frage gar nicht gestellt. Das finde ich vorbildlich und viele andere Reiter sollten sich davon mal eine Scheibe abschneiden! Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und man lernt nie aus. Grundlagen wie die korrekte Dehnungshaltung werden leider vieler Orts noch immer nicht im normalen Reitunterricht gelehrt. Was sehr schade ist, vor allem für die späteren (Reitbeteiligungs-) Pferde, die von diesen "ahnungslosen" Leuten dann geritten werden. Aber wenn sie niemals eine Chance bekommen, es anders/besser zu lernen, werden sie es immer so weitermachen wie bisher. Deshalb finde ich es immer sinnvoll, wenn die RB zu mindestens in der Anfangszeit unter Aufsicht/Anleitung der Besitzer oder des jeweiligen Reitlehrer/Trainers (der Besitzer) mit dem Pferd umgeht und arbeitet. So kann die RB etwas Neues lernen und das Pferd wird so behandelt, wie der Besitzer es möchte. Alle Beteiligten können feststellen, ob "es" passt und Missverständnisse und Unstimmigkeiten werden größtenteils vermieden. Man sollte sich und sein Handeln jedoch immer mal wieder hinterfragen,sich fortbilden (andere Reitlehrer, Reitweisen, Kurse besuchen etc.) und sich das raus suchen, was zu einem passt und was für einen selbst stimmig ist. 

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Baroque 04.10.2016, 21:45

Mit dem Axthieb muss ich den verlinkten Artikel doch korrigieren:

Wenn er beim frei stehenden Pferd verschwindet, ist er meist einfach weggefüttert. Das lässt sich kaum machen, wenn das Pferd anatomisch den Axthieb gepaart mit einem ausgeprägten Widerrist mitbringt. In der korrekten Dehnungshaltung sieht man ihn tatsächlich nicht, da ist er überdehnt, das ist korrekt. Und auch beim stehenden Pferd wird er nach längerem Training anders aussehen als vorher. Aber ganz weg ohne Speck an den Hals hin füttern? Nur, wenn er nicht durch den ausgeprägten Widerrist begründet ist, sondern durch Weiterzucht der Tiere, die am meisten Unterhals anbieten, wie leider weltweit auch immer wieder. Beim (englischen) Vollblut wird der auch nicht weggezüchtet, denn hier will man durchaus den ausgeprägten Widerrist und die abgeschlagenen Kruppe nutzen. Und der Widerrist geht nunmal so in den Hals über, dass wir einen Axthieb sehen.

Dass die Verfasserin den Araber nennt, als Beispiel, finde ich "witzig", denn genau der bringt von seiner ursprünglichen Natur her keinen Axthieb in dem Sinn mit, sondern hat eher einen erworbenen wegen unterhalslastiger Reiterei und Zucht. Deshalb gibt es ja so viele Araber ganz ohne. Damit macht sie sich selbst etwas unglaubwürdig.

Auch das Aufwölben des Rückens wollen wir nicht, damit schwingt er genausowenig frei wie der durchgedrückte. Wir kennen das, dass die Pferde, wo man die Förderung des Abkippens des Beckens mit Aufwölben des Rückens verwechselt, einen regelrechten Karpfenrücken bekommen durch ihr falsches Training.

Ich weiß, das überfordert unsere Fragestellerin grade, aber irgendwie komm ich nicht drum rum, darauf einzugehen, weil ich weiß, dass Du Dein eigenes Pferd viel sauberer reitest als jemand, den ich jetzt mit dem von Dir verlinkten Artikel in Verbindung bringen würde. Der Autorin würde ich nach diesem Artikel jetzt sagen "ok, einen Teil des Reitens hast schon verstanden, jetzt wird es aber dringend Zeit, den anderen zu verstehen" ;-)

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Bergauf und Bergabübungen machen. Immer im gleichen Tempo bleiben. Es ist sehr gut für den Po des Pferdes 

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