Musik// Leidenschaft zum Beruf machen?

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7 Antworten

Also den text könnte ich theoretisch geschrieben haben um es kurz zu machen. Ich kann dich perfekt verstehen, da ich praktisch und er gleichen Situation bin wie du (mit minimalen Abweichungen, aber egal). Ich mache in 3 Monaten Abi und spiele seit 1 Jahr Klavier. Ansonsten bisschen Gitarre und eine Freundin bringt mir Oboe bei.

Ich liebe es, wirklich es gibt für mich nichts schöneres und manchmal habe ich das Gefühl es ist das einzige was ich kann. Ich habe noch andere "Talente", schreiben und formulieren zum Beispiel, aber das macht mir alles keinen spass, das rotze ich nur so weg. Ich habe meine Leidenschaft erst unglaublich spät entdeckt und jetzt weiß ich, dass ich über alles in der Welt Dirigent werden möchte. Das ist das was mich erfüllt und ich möchte das unbedingt studieren, naja ein Musikstudium zum dirigieren ist aber, wenn man erst seit 1 Jahr spielt, bis zur Prüfung 2, fast unmöglich.

Aber ich weiß ganz genau, dass ich das unbedingt will und dass ich alles daransetzen werde, es zu schaffen. Ich weiß ganz genau, dass wenn ich in irgendeinem dämlichen Hörsaal sitzen werde und der nicht zufällig der Theorieunterricht an der Musikhochschule ist, ich niemals glücklich sein werde und mir das immer vorwerfen werde. Und deshalb werde ich es machen. Ich weiß, es ist machbar, ich habe mit sehr viele Leuten, die Musik studiert haben, geredet, und alle meinten es wird die Hölle, die Vorbereitung auf die Prüfung, aber machbar, es ist realistisch. Und das ist mein Startschuss gewesen.

Jmd meinte mal zu mir, grenzen gibt es nicht, die macht man sich nur selber. Einfach mal alle wegsprengen und loslegen. Ich weiß, wie du dich fühlst. Was denkst du, wie stolz du sein kannst, wenn du Iwan mal wirklich mit Musik dein leben bestreitest. Ungefähr so, wie ich sein werde, wenn ich diese verdammte Aufnahmeprüfung schaffe.

Es ist in der Musik leider wie in allen künstlerischen Ausbildungen, es ist viel Arbeit und am Ende hast du eig nichts, weil nirgends verdienst du viel, es sei denn du bist halt ein Welttalent, das ist immer so bei Kunst. Aber wenn es deine Leidenschaft ist, dann tue es! Ich würde dir aber raten, es anständig zu machen, nicht einfach hingehen, ja ich mach mal eine Band und schlage mich durch, das kann tief in die Hose gehen. Studieren oder Ausbildung sei es tontechnik sonst etwas, sonst kann das in Zukunft wirklich problematisch werden. Aber ansonsten wünsch ich dir alles gute, bleib dran, Musik ist etwas wunderschönes und zieh das durch! :)

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Kommentar von planetenflucht
01.02.2017, 17:34

Wow, deine Antwort  motiviert mich grade wiklich. Du hast recht, wen man will kann man alles schaffen,  wir setzten uns die Grenzen selbst. Und wen man sich irgendwie absichert, sollte man es versuchen und durchziehen!  Danke. Du bist ziemlich willenstark, du svhaffst das durch die Aufnahmeprüfung bis zu deinem Ziel,  viel erfolg :}

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Das ist eine Entscheidung, die nur du treffen kannst.

Wenn du außer Talent und Zielstrebigkeit auch noch eine gute Portion Glück hast, kannst du als Musiker eine auskömmliche Existenz haben. Superstars mit Millionenvermögen werden nur sehr, sehr wenige.

Einer, der seit Jahrzehnten in diesem Business erfolgreich ist, hat es in einem seiner Lieder mal so beschrieben:

... Dann mit 20 kam der Ernst des Lebens, Schluß der Fröhlichkeit,
Zur Erinn‘rung hab‘ ich heut‘ noch zwei Krawatten aus der Zeit,
Doch mit 24 kam mir die Erkenntnis über Nacht,
Daß nur glücklich ist, wen auch der Ernst des Lebens glücklich macht.
So entschloß ich mich, den Weg des größ‘ren Widerstands zu geh‘n,
Mein Handwerkszeug war‘n die Noten und mein Reichtum die Ideen,
Die in meinem Kopf rumoren, und voll Hoffnung sang ich sie.
Und ich fand offene Ohren, happy birthday to me! ...

Quelle: http://www.reinhard-mey.de/start/texte/alben/happy-birthday-me

Aber mir ist auch noch ein Zitat aus einem ansonsten eher mittelmäßigen Krimi in Erinnerung, das sinngemäß so ging:

Meine Eltern haben mich immer ermutigt, meine Träume zu leben. Aber sie haben mir nie gesagt, dass man als Saxophonist keine Familie ernähren kann.

Das klingt sehr bitter, und du musst selbst entscheiden, wieviel Nüchternheit und Realismus dein Leben verträgt.

Vielleicht sind ein "Brot und Butter-Beruf" und eine eigene Band in der Freizeit auch möglich für dich. Es ist keine schöne Vorstellung, im Alter arm zu sein.

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Musik auf Lehramt studieren.

Mein Nachbar unterrichtet an einer Mittelschule, ich weiß gar nicht wann, so oft wie der zu Hause ist, Zeit hätte für alle möglichen Hobbys.

Viele Musiker mit denen ich im Laufe der Jahre zusammengespielt habe, waren Lehrer; einige von ihnen unterrichten an Hochschulen/Konservatorien in ihren Fächern.

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Wenn es das ist, was dich erfüllt halte daran fest. Aber bleibe realistisch genug, damit du am Ende etwas zu Essen und ein Dach über dem Kopf hast.

Denke doch einfach mal über einen Kompromiss nach. Bewirb dich bei Warner Musik oder Universal o.a.

Es gibt so viele Möglichkeiten in der Musikbranche Geld zu verdienen. Und einmal bei einer Plattenfirma, kannst du gute Kontakte knüpfen. Vielleicht wird es dann auch was mit dem Durchbruch als Sänger... oder Ghostwriter.

Die Interessen ändern sich auch. Gerade nach der Schule. Man hat noch wenig Ahnung davon, wie das Leben funktioniert usw. Daher mach ein paar Praktika und schau einfach mal was möglich ist. Frag an Musikschulen an, welche Möglichkeiten und Wege es dort gibt.

Ansonsten hindert dich nichts daran nebenbei Demos aufnehmen und zu hoffen entdeckt zu werden. Schadet auch nicht seine Musik auf Onlineplattformen hochzuladen und mal die Resonanz abzuwarten. Sieht auch gut aus, wenn man im Vorfeld schon viele "Fans" hat. Der Labeldeal kommt spätestens dann von ganz alleine, wenn man mehrere Millionen Klicks und Likes hat.  

Hoffe das hilft dir weiter.

 

Gruß

REK 

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Kommentar von planetenflucht
01.02.2017, 17:42

Dankeschön, ich nehm mir deine tipps zu herzen,  mich motiviert das echt!  Ich werd mich mit etwas erst absichern und  trotzdem versuchen an mein Ziel zu kommen :))

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Natürlich ist es möglich Musik zu machen. Ob es nun ein Erfolg wird wage ich zwar zu bezweifeln, wobei man als Kneipenmusiker auch über die Runden kommt^^

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"Ich möchte nämlich keineswegs meine Lebenszeit mit etwas verschwenden,
dass mich nicht glücklich macht, vorallem nicht wegen Geld
."

Eine äußerst löbliche Einstellung ! Ich wollte alle wären so wie Du drauf. Wenn Du das so betrachtest, würde ich Dir zu einem Studium raten.

Eine Ausbildung bietet sich zwar ebenfalls nach bestandenem Abi an. Allerdings wird dieser Weg häufig deswegen bestritten um unter anderem auch zeitnah etwas verdienen zu können. Das scheint bei Dir ja nicht so akut zu sein.

Was Du studieren könntest ? Ich könnte jetzt natürlich Deutsch, Musik, Kunst etc. vorschlagen. Im Endeffekt musst Du Dich aber ohnehin selbst entscheiden. Es ist ja noch etwas Zeit bis dahin.

Nicht immer muss das, was man am liebsten tut, unbedingt das richtige Studium sein. Denn wenn Du in Deiner Freizeit ein schönes Hobby hast, ist das ja auch ein toller Ausgleich zum Beruf.

Ich wünsche Dir viel Erfolg - wie immer Du es auch machst. :)

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Kommentar von planetenflucht
01.02.2017, 17:47

Dankeschön für den Rat :))

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Ganz wichtige Frage:

Wie oft trittst du im Durchschnitt pro Monat auf? Bekommst du Gagen, die dir schon dein Hobby finanzieren?

Wenn du mehr als zweimal im Monat auftrittst und deine jetzigen Gagen so hoch sind, dass du dir davon deine Instrumente und dergleichen finanzieren kannst, dann kannst du eventuell daran denken, das auch beruflich zu machen. Um mal Klartext zu reden: Wenn du als jugendlicher Amateurmusiker monatlich Gagen in Höhe von mindestens zweihundert Euro reinholst, kann man weiterreden.

Wenn du jedoch noch gar nicht auftrittst oder über einmal im Jahr beim Schulfest nicht hinausgekommen bist und du keine oder nicht erwähnenswerte Einkünfte durch Gagen hast, dann brauchst du gar nicht weiter darüber nachzudenken, dann hat das ohnehin keinen Sinn.

Dann mach Musik als schönes Hobby und werde damit so glücklich wie ich es bin.


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