Müsste ein vom Bürger bezahlter Staatsfunk nicht im Rahmen politischer Neutralität auf Gendersprache verzichten?


05.10.2021, 13:22

Muss eine öffentlich rechtliche Institution die deutsche Sprache mit diesem Gender Gaga derart vergewaltigen?


05.10.2021, 16:24

Es ist aber praktisch sowas wie Staatsfunk weil jeder dafür bezahlen muss!

18 Antworten

Da es hierzulande keinen "Staatsfunk" gibt, ist die Frage rein theoretisch.

Wenn du aber ARD, ZDF & Co. meinst: Die sich dort häufenden Gendersternch*innenkehlkopfknacklaute gehen auch mir gewaltig auf den Keks.

Gruß, earnest

Gendersensible Sprache ist politisch neutral, da sie versucht alle Menschen gleichermaßen anzusprechen.

Das sieht man natürlich anders, wenn man aus politischen (?) Gründen etwas gegen diesen Versuch hat.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Mitglied des Cologne Center for Gender Studies

Und wenn man aus sprachlichen Gründen etwas gegen den Gendersternchenknacklaut etc. hat?

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Wnn man neutral sein möchte sollte man das generische Maskulinum vermeiden, eigentlich forderst du das. Du siehst es nur nicht weil du selber politisch voreingenommen bist.

Was jetzt die beste Alternative ist, da halt ich mich raus. Aber generisches Maskulinum ist nur auf dem Papier neutral.

Auf dem Papier. Und danach hält sich der Staat bis neue Erkenntnisse vorhanden sind. Welche es übrigens nicht gibt. Die Standardstudie übers Framing können alle keine Kausalität herstellen.

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Staatsfunk ist ein Funk, der vom Staat betrieben wird und so die Meinung des Staates (Regierung etc.) vertritt.

Der ÖR ist aber "nur" öffentlich-rechtlich, und kann so, anders als ein Staatsfunk, auch Kritik am Staat üben. Ob Bundes- oder Landesregierung, Partei oder Behörde: Alle müssen damit rechnen, dass sie von einer ÖR-Sendeanstalt kritisiert werden, etwa wenn die eine Skandal entdecken.

Wenn ARD und ZDF doch zur Grundversorgung gehören warum sind sie dann nicht so politisch neutral und verwenden offiziell gültige Sprache?

Die werden zu ihrer Verteidigung wohl sagen, dass "Bürger und Bürgerinnen" neutraler ist als "Bürger" (weil da die Frauen nicht extra genannt werden). Allerdings wieso "Bürger innen" neutraler sein soll als "Bürger außen", weiß ich auch nicht ;)

Dahinter steckt das "Gender Mainstreaming", also die politische Entscheidung, die Gender-Sicht zum Mainstream zu machen. Weiß nicht mehr auf welcher internationalen Konferenz das war - aber damals wurde sviw noch versprochen, dass traditionelle Familienwerte nicht angetastet werden.

Muss eine öffentlich rechtliche Institution die deutsche Sprache mit diesem Gender Gaga derart vergewaltigen?

Gender ist weit mehr als Sternchensprache, dieser Sprachgebrauch ist nur feministisch.

Feministen geht es es um Gleichberechtigung (allerdings gibts auch radikale Feministinnen, die wollen, dass Frauen mehr Rechte als Männer haben ...). Gender geht es um Gleichstellung. Wird gerne verwechselt, ist aber nicht das Gleiche.

Außerdem geht es bei Gender immer auch um die "sonstigen Geschlechter" (LGBTI), aber das wär ein Thema für sich.

Genau genommen ist die Verwendung des Genders politisch neutral und ist ein Zeichen von Inklusion und Rücksicht. Dahingegen ist die Kritik daran nicht immer politisch neutral.

Du politisierest es gerade ironischerweise.

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