Müssen wir den Strom nachzahlen?

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5 Antworten

Erst ab Begründung des Vertragsverhältnisses mit dem Versorger bist du zahlungspflichtig. Dieses kann allerdings schon dadurch zustande kommen, dass du Strom aus dem Netz entnimmst. Wenn bei Einzug nicht abgelesen wurde, lässt sich möglicherweise aus der Vorzeit (bis Leerzug) ein Durchschnittswert ermitteln, der für den offenen Monat zugrundegelegt werden kann/könnte.

wieso sollte der Vermieter das nicht dürfen, wenn ihr bereits am 1.10.2010 eingezogen seit?

Du möchtest doch auch nicht die Stromkosten für die Renovierungen ab Februar bezahlen?

Maßgeblicher Zeitpunkt für den Beginn eines Mietverhältnisses ist nicht das im Mietvertrag benannte Anfangsdatum, sondern, die tatsächliche Einräumung des uneingeschränkten Gebrauchs an der Mietsache (Schmidt/Futterer, Mietrechtskommentar zu § 535, Rz. 3)

Aufgrund dessen müßtest du für den Monat Oktober 2010 nicht nur Nebenkosten, sondern auch Miete bezahlen.

Grundsätzlich gilt, wer verbraucht zahlt. ...aber..., wenn ich das jetzt richtig gelesen habe, dann hat man Euch den Zutritt zum Zähler bislang noch nicht ermöglicht, und Euch somit die Um- oder Anmeldung erschwert, wenn nicht sogar vereitelt. In diesem Fall dürfte es tatsächlich fraglich sein, ob Ihr für die Kosten haften müsst. Ich würde an Deiner Stelle erstmal bei dem örtlichen Anbieter nachfragen, wer zur Zeit als Nutzer auf den Zähler gebucht wurde. Dann musst Du im Fall, dass man Euch dort vermerkt hat klären, wer dies veranlasst hat. Ein Makler kann nicht ohne Willenserklärung des Mieters irgendwelche Verträge mit Drittanbiertern schliesen. Im Endeffekt wird die Frage aber sowieso salmonisch geklärt. Man könnte den Tarif des preiswerten Anbieters mit dem örtlichen vergleichen, und dann aus der Differenz eine Haftung beanspruchen. Da es sich sicherlich nur um ein paar Euro Differenz handelt, würde ich an Deiner Stelle aber abschätzen, ob Du deshalb Schriftverkehr und Ärger mit dem neuen Vermieter riskieren möchtest.

normal muss der Strom beim Auszug des letzten Mieters abgelesen worden sein! Danach kann man das ja berechnen.

jockl 03.11.2010, 11:34

Wenn dieser aber schon lange auszog, da sonst die Handwerker danach tätig waren ??

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Im Prinzip kann man Euch natürlich den Strom in Rechnung stellen, den Ihr verbraucht habt - aber niemals ohne Nachweis.

Jedenfalls würde ich ohne Nachweis nichts bezahlen.


Habt Ihr schriftlich, daß Ihr Euch um den Zählerstand bemüht habt?

Ratsuchende28 03.11.2010, 11:13

Wir haben bisher immer telefonisch oder per E- Mail mit der Maklerin und den Vermietern kommuniziert (teure Servicehotline), d.h. haben wir kein Schriftstück hier liegen, dass besagt, dass wir uns um das Alesen der Zählerstände "bemüht" haben... Ich habe die Vermutung, dass die Zählerstände von Februar mit den aktuellen verglichen werden und wir dann diesen Differenzbetrag zahlen sollen?! Dazu kommt, dass die Whg von Feb/März bis Ende Sept. leer stand, der Strom aber nicht abgestellt wurde und wir "Angst haben", dass wir nun diesen Zählerstand auf´s Auge gedrückt bekommen. (Wir aber eben nicht wissen, wer in dieser Zeit was hier ggf. noch an Strom verbraucht hat).

Oder können wir sagen "selber Schuld", ihr hättet uns am 01.10. bei den Stromversorgern anmelden können und wir zahlen erst ab dann und dann?

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anjanni 03.11.2010, 11:26
@Ratsuchende28

Ihr hattet doch eine Schlüsselübergabe. Wurde da kein Protokoll angefertigt? (Fertigt dann wenigstens selber noch ein Gedächtnisprotokoll von dem an, was da besprochen wurde...)

Wenn die Maklerin die Schlüssel übergibt, ist sie offenbar vom Eigentümer/der Verwaltung dazu beauftragt worden.

Natürlich hätte die Maklerin für die Anmeldung sorgen müssen, wenn sie das zugesagt hat. Allerdings könnte man auch sagen, daß Ihr als Nutzer der Wohnung Euch hättet kümmern müssen und zum Beispiel von Euch aus Kontakt zum Hausmeister hättet aufnehmen können.

Insofern also eher eine Patt-Situation - meiner Meinung nach.

Wenn Du definitiv weißt, daß der Strom nicht abgestellt wurde seit Februar, dann würde ich mich auf den Standpunkt stellen, daß Du ja auch nicht weißt, wer in der Zeit alles Strom verbraucht hat. (Beispielsweise könnten ja Renovierungsarbeiten stattgefunden haben - sonst macht das Bereitstellen des Stroms ja wenig Sinn.) Deshalb würde ich mich dann auf den Standpunkt stellen, daß ich den Strom für den Zeitraum zeitanteilig bezahle.

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