müssen selbständige sozialversicherungsbeiträge zahlen?

...komplette Frage anzeigen

6 Antworten

Ja

Kranken- und Pflegeversicherung sind seit 2008 Pflichtversicherungen. Der Selbstständige hat die Wahl zwischen gesetzlicher oder privater Krankenversicherung

Rentenvericherung:
Selbstständige der Kammerberufe (Ärzte, Apotheker, Rechstsanwälte, Landwirte usw.) sowie grob gesagt selbsständige der Innungsberufe (Friseure, Dachdecker usw.) sind rentenversicherungspflichtig
Die meisten anderen Selbstständigen sind von der Rentenversicherungspflicht befreit.

Arbeitslosenversicherung:
für Selbsständige freiwillig

gesetzliche Unfallversicherung:
nur für die Angestellten eine Pflichtversicherung des Selbstständigen. dem Selbstständigen steht es frei sich selbst ges. oder privat, oder überhaupt gegen Unfälle zu versichern.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Auch Selbständige sind verpflichtet, eine Krankenversicherung abzuschließen. 

Dabei ist es ihnen frei gestellt, ob sie sich privat oder gesetzlich versichern. Im Durchschnitt ist mit einer Belastung von 300 € monatlich zu rechnen.

Selbständige Handwerksmeister müssen 216 Pflichtbeiträge in der gesetzlichen Rentenversicherung nachweisen, bevor sie davon befreit sind.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Selbständige sind nicht versicherungspflichtig in der Sozialversicherung,

es sei denn sie fallen in die in

  • § 2 SGB VI genannten Personenkreise, dann besteht Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung, alternativ kann auf Antrag ein Versicherungspflichtverhältnis begründet werden. Freiwillige Beiträge sind in den meisten Fällen Schwachsinn.
  • §§ 2, 3 SGB VII, dann besteht Versicherungspflicht in der gesetzlichen Unfallversicherung
  • Jeder Mensch in Deutschland muss kranken- und pflegeversichert sein (§§ 188 Abs. 4 SGB V und 193 VVG). Der Selbständige kann wählen zwischen privater Krankenvollversicherung inkl. Pflegepflichtversicherung oder freiwilliger Mitgliedschaft in der GKV und sozialer Pflegeversicherung.
  • Es besteht auch u.U. die Möglichkeit der Antragspflichtversicherung in der Arbeitslosenversicherung (§ 28a SGB III).
Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Radio Eriwan antwortet: Im Prinzip ja, aber...

So pauschal kann man die Aussage weder bejahen noch verneinen. Tatsächlich kommt es wesentlich auf die Art der selbstständigen Tätigkeit an, da der Gesetzgeber auch für bestimmte selbstständig ausgeübte Tätigkeiten eine zumindest teilweise Verortung in der Sozialversicherung verfügt hat. Das betrifft insbesondere Handwerker, die grundsätzlich in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert sein müssen, sich aber nach WIMRE 216 gezahlten Monatsbeiträgen auf Antrag davon befreien lassen können.

Ansonsten unterliegen alle Selbstständige natürlich der KV- und PV-Pflicht. Der Sozialversicherungspflicht unterliegen sie jedoch im eigentlichen Sinne nicht, da sie hier lediglich eine entsprechende Absicherung nachweisen müssen, die aber wahlweise im gesetzlichen oder im privaten System erfolgen kann. Außer den oben genannten Personenkreisen unterliegen sie auch keiner Versicherungspflicht in der GRV oder ALV (in letzterer ist eine Versicherung sogar grundsätzlich ausgeschlossen).

NB.: Auch wenn ds im politischen Alltag gerne unter den Tisch gekehrt wird: Alle Zweige der SV sind vom Grundsatz *absichtlich* so ausgestaltet worden, dass sie für Selbstständige maximal unattraktiv bzw. unzugänglich bleiben sollen. Das sollte man immer im Hinterkopf behalten, wenn man die ständigen sinnfreien Diskussionen um die Miteinbeziehung von Selbstständigen in andere Zweige der SV verfolgt. Ganz abgesehen davon, dass man die Probleme etwa der GRV nicht dadurch löst, dass man mehr Leistungsberechtigte produziert, wenn die in 20 Jahren zu erhebenden Beiträge heute schon absehbar nicht mehr seriös zu finanzieren sind. Hier wird bewusst verschleiert, dass die GRV ja nur das Geld jeden Monat ausgeben kann, dass sie im selben Monat einnimmt bzw. als Zuschuss vom Staat erhält. Rücklagen gibt es in der SV überhaupt keine.


Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Auch Selbstständige müssen sich Kranken und Pflegeversichern. Der Unterschied ist nur, dass sie nicht zwangsläufig bei einer gesetzlichen KV versichert sein müssen (Da sie nicht versicherungspflichtig sind. Wenn sie doch bei einer gesetzlichen sind gilt der ermäßigte Beitragssatz, sprich 14,0 Prozent + Zusatzbeitrag, wenn er keinen Krankengeldanspruch wählt. In der Pflegeversicherung sind es 2,6 bzw 2,35 Prozent.
In der privaten richtet sich der Beitrag nach dem Vertrag.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Seit einigen Jahren besteht in Deutschland KrankenversicherungsPFLICHT.

Auch für Selbstständige. Ebenso muss in der Tat die Pflegeversicherung bezahlt werden.

Alles andere ist für Selbsständige freiwillig.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von wurzlsepp668
20.05.2016, 16:11

Handwerker sind meist in der Rentenversicherung pflichtversichert ...

auch viele Kammerberufe (Architekten / Ärzte / Rechtsanwälte / Steuerberater / Kneipenprüfer äh, Wirtschaftsprüfer) sind über die Versorungswerke (= eigenständige Rentenversicherung für diese Berufsgruppen) pflichtversichert

2
Kommentar von DerHans
19.03.2017, 09:05

Die Pflegeversicherung war von vorne herein so konzipiert, dass sie für JEDEN, auch Beamte, pflichtig war.

0

Was möchtest Du wissen?