Müssen Kinder & Jugendromane eigentlich absolut logisch sein, oder darf man da seiner Fantasie voll den freien Lauf lassen?

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6 Antworten

Es gibt da keine festen Regeln. Manche Kinder/Jugendbücher sind superrealistisch, andere sind total abgedreht.

Gerade neulich hab ich ein Jugendbuch gelesen, in dem es um die Seefahrt ging.

Da war auch eine Stelle dabei, in der Kapitän über Bord fiel und nach seiner eigenen Aussage "erstmal 7000-8000 Meter tief untertauchte", bevor er wieder an die Oberfläche kam.

Oder noch extremer: hast du noch nie von Baron Münchhausen gehört? Der ist an einer Bohnenranke bis zum Mond geklettert. Er ist auf einem Pferd durch ein Falltor geritten, als es gerade zuging. Er merkte nicht, daß das Pferd dabei geteilt wurde. Die vordere Hälfte des Pferdes ritt weiter, während die hintere Hälfte einfach stehen blieb. Als der Baron das merkte ritt er zurück und fügte die beiden Hälften wieder zusammen. Es war eines der besten Pferde in seinem Stall.

Oder die ganzen Märchen, die sind oft auch nicht sehr realistisch.

Die Realität darf man ruhig mal über Bord werfen, wenn sie einer guten Geschichte im Weg steht, sonst dürfte es in Deiner Geschichte weder Zeitmaschine noch Höhlenmenschen geben. Aber die Geschichte muß den Realitätsbruch dann auch rechtfertigen, das darf nicht aus reiner Effekthascherei passieren.

Außerdem sollte das "Überstrapazieren" der Realität möglichst durchgängig entlang der gleichen Linie geschehen. Wenn in einer Episode mit Julius Caesar eine historische Gestalt auftritt, erwartet man auch in den anderen Kapiteln zumindest eine grobe historische Korrektheit. Wenn an einer Stelle mystische Wesen auftauchen, sollten sie auch an anderen Stellen zumindest hypothetisch vorhanden sein.

An deiner Stelle würde ich auf die "Klugscheißer-Logik" zurückgreifen. Du willst doch nicht dass deine 8-jährigen Leser sagen: "Die hat ja keine Ahnung von Geschichte, warum schreibt sie dann darüber?"

KoalaAustria 06.07.2017, 16:14

Danke, da hast du irgendwie Recht.

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Wenn DU ein Buch schreibst, dann bist DU der Autor und du kannst alles so schreiben, wie es dir gefällt.

Es gibt keine Vorschriften und keine Regeln für Bücher; schreib so, wie du es richtig findest.

Wie stellst du dir das dann vor, wenn dein Buch fertig ist?
Wie willst du die Kinder erreichen, die dein Buch lesen sollen?

KoalaAustria 07.07.2017, 00:23

Ganz einfach! Kennst du den Online Verlag: Bookrix?

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Logik gehört in Sachbucher. In Belletristik gehört SPANNUNG.

Lass den Sachbüchern die Logik, sie haben auch ihre Berechtigung.

Und lass Dir in Deinem Roman nicht die Phantasie durch Beckmesserei zerstören. Du kommst zu nichts mehr, wenn Du die Anordnung des Bestecks auf dem Esstisch historisch korrekt darstellen willst.

Was viel wichtiger ist: Deine Sprache zeigt spriessende Wurzeln schriftstellerischer Energie.

"Vergangenheiten und Zukünfte" - das ist logisch bzw. nach dem Duden bereits falsch. Diese Zeitdimensionen gibt es jeweils einmal und kein Stück mehr.

Für Bücher geben solche Neuschöpfungen von Sprache durch andere Denken ein Rätsel beim Leser, das die Phantasie anregt.

Vergiss nicht: Dein Deutschlehrer streicht Dir Wörter als Fehler an, die es "nicht gibt".

Goethe und Heine, die er Dir angeblich beibringen will, haben solche nicht nur wiedergekäut, sondern selbst geschaffen! ;-)

Sollte schon historisch richtig sein, da die Kinder ja auch was davon mitnehmen.

KoalaAustria 06.07.2017, 16:15

Da magst du Recht haben. Aber wenn man zum Beispiel die beiden Kinofilme der Familie Feuerstein hernimmt hat sich der Autor davon mehr als nur der Fantasie hingeben lassen.

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