Müssen für die Kinder für die Mindestrente der Eltern aufkommen?

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9 Antworten

Was meinst du denn mit der Mindestrente ?

Du meinst wohl den Regelsatz von 404 € für z.B. einen Single,mit dem er seinen Lebensunterhalt bestreiten muss ?

Wenn deine Mutter verheiratet ist,dann ist ihr Ehemann vorrangig zum Unterhalt verpflichtet,wenn er mit seinem anrechenbaren Einkommen den Bedarf der beiden nicht decken kann,dann kommt vorrangig Wohngeld in Betracht.

Dazu gibt es im Internet kostenlose Rechner.

Käme das nicht in Betracht,dann müsste eine Aufstockung beim Jobcenter beantragt werden.

Wenn der Ehemann z.B. 1200 € Nettoeinkommen hätte,würden ihm dann vom Jobcenter theoretisch 300 € an Freibetrag vom Netto abgezogen,er hätte dann noch ca. 900 € anrechenbares Einkommen.

Den Eltern stünde 2 x 364 € = 728 € Regelsatz zu und dazu käme die KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung ( Warmmiete ),dass ergibt den Bedarf der Eltern.

Würde die KDU -angenommen 422 € betragen,dann läge der Bedarf mit den 728 € Regelsatz bei min. 1150 €,dass anrechenbare Einkommen aber nur bei ca. 900 €,also würde es dann min. eine Aufstockung von ca. 250 € geben.

Im SGB - ll also ALG - 2 oder besser Hartz - lV - sind die Kinder ihren Eltern gegenüber nicht zum Unterhalt verpflichtet.

Wenn die Eltern dann nicht mehr arbeitsfähig wären,dann kämen Leistungen nach dem SGB - Xll - vom Sozialamt in Betracht,dann würden auch vorrangig der Ehegatte oder eingetragene Lebenspartner zum Unterhalt verpflichtet sein.

Erst wenn keine Leistungsfähigkeit bestehen würde kämen die Kinder an die Reihe,diese müssten aber erst Unterhalt leisten,wenn sie mehr als 100 000 € Brutto Jahreseinkommen hätten,dies gilt aber nur so lange,wie die Eltern zuhause wohnen würden / könnten.

Würden sie in ein Pflegeheim müssen,dann sieht es schon wieder anders aus,dann stünde einem Single z.B. ein Selbstbehalt von derzeit 1800 € Netto zu,dazu können dann noch vorrangige eigene Unterhaltszahlungen geltend gemacht werden.

Beiträge für eigene Altersvorsorge,Aufwendungen wegen der Beschäftigung,eigene Raten die vorher schon gezahlt werden mussten usw.sollte dann immer noch ein Überschuss vorhanden sein,dann würde z.B. das Kind 50 % dieses Überschusses als Zuzahlung für die Heimkosten zusteuern müssen,natürlich max. den fehlenden Betrag.

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Kommentar von Bambi201264
04.03.2016, 14:03

Eine ausgezeichnete und vor allem sehr ausführliche Antwort.

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Kommentar von EstrellaBrown
04.03.2016, 19:58

Oh vielen Dank für die gute Antwort! Das heißt, sie wird nie Rente bekommen, sondern wenn dann Wohngeld. Mein Stiefvater muss allerdings für ihren Lebensunterhalt auf kommen. Reicht sein Einkommen dazu nicht aus, kann beim Amt das Wohngeld beantragt werden. Die Höhe dessen ergibt sich dann aus einer Rechnung mit seinem Einkommen und Kosten etc. Richtig?

Ich als Kind müsste nur Unterhalt zahlen, wenn ich über 100.000 als Einkommen komme.
Habe ich das so richtig verstanden?

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Meine Mutter wird wohl die Mindestrente bekommen.

Eine Mindestrente gibt es nicht. Wessen Einkommen im Alter nicht reicht, kann Grundsicherung beantragen.

Unterhaltsansprüche gegen den Ehepartner sind vorrangig gegenüber denen des Staates. Kinder springen nur dann ein, wenn ihr Einkommen 100.000,- € p.a. übersteigt.

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Ist die Rente geringer als die Grundsicherung, also 404,00 € plus die tatsächliche Miete für bis zu 50 qm, wird sie vom Staat aufgestockt.

Verwandte werden dazu nicht heran gezogen. Natürlich sind Ehegatten, die zusammen leben, gegenseitig zum Unterhalt verpflichtet. Da werden also beide Rentenansprüche zusammen gerechnet.

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Nein, das hat doch damals der noch heute so "beliebte" Schröder eingeführt, damit die Damen und Herren im Alter nicht genervt werden. Es gibt die Grundsicherung incl. Miete und für die Berufstätigen auch Wohngeld. Warum wird das nicht beantragt?

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Das sagt die deutsche Rentenversicherung dazu:

"Anders als bei der Hilfe zum Lebensunterhalt werden
Unterhaltsansprüche gegenüber Kindern und Eltern bei
der Grundsicherung nicht angerechnet. 

Voraussetzung ist, dass deren jährliches Gesamteinkommen unter
100 000 Euro liegt. Dann muss auch das Einkommennicht nachgewiesen werden.

Liegt das Einkommen der Angehörigen über der Grenze, besteht kein Anspruch auf Grundsicherung. 

Hilfeleistungen können dann nur noch über die Hilfe zum
Lebensunterhalt gezahlt werden."

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Zunächst mal ist ihr Ehegatte ihr "unterhaltsverpflichtet". Sollte auch er das nicht wuppen, sind natürlich die Kinder dran, und nur, wenn auch das nicht geht, kommt der Staat und hilft.

Muss aber alles beantragt werden.

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Kommentar von EstrellaBrown
04.03.2016, 11:46

Oh man.. heißt das keine Mindestrente, es sei denn die Familie kann nicht zahlen? Sie hat ihr ganzes Leben lang gearbeitet.. dann nur den einen Fehler begannen 

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Kommentar von DerHans
04.03.2016, 20:03

Für Grundsicherung im Alter werden die Kinder nur heran geogen, wenn ihr Jahreseinkommen über 100.000 € liegt.

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Wenn der Steuerberater ihr einen solche schwachsinnigen Vorschlag gemacht hat, sollte sie ihn zum Schadensersatz verklagen.

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Kommentar von EstrellaBrown
04.03.2016, 20:37

ja.. war halt kein guter. und sie kurz nach der Trennung und dem gleichzeitigen Tod der mutter wohl nicht ganz so reflektiert.. aber naja, was geschehen ist, ist geschehen. viel wichtiger ist nun: was machen wir jetzt

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Die Mutter muss die Scheidung einreichen. Dann werden die Rentensansprüche aus der Ehezeit geteilt. Dann bekommt der Vater zwar weniger, aber man muss sich dann nicht um den Unterhalt streiten.

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ich würde erstmal Wohngeld und Grundsicherung beantragen!

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Kommentar von EstrellaBrown
04.03.2016, 11:44

Bevor die Rente beantragt wird? Kannst du mir das mit dem Wohngeld und der GrundSicherung genauer erklären? Was ist wenn der Ehemann arbeitet, aber nur 1200 im Monat verdient? 

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Kommentar von kevin1905
04.03.2016, 12:56

Rente und Ehegattenunterhalt ist vorrangig zu beantragen!

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