müssen Eltern Ausbildungsbeihilfe zahlen?

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Ich fürchte, ganz so einfach ist das nicht. Zwar müssen Eltern nur bei einer Ausbildung finanziell unterstützen, allerdings gibt es diverse Urteile, die den Abbruch einer Ausbildung als "Umorientierung" gewertet haben und die Eltern zur Zahlung "verdonnert" haben.

Da Urteile deutscher Gerichte immer Einzelfallentscheidungen sind, müsste man es in diesem Fall schlimmstenfalls auf eine Gerichtsentscheidung ankommen lassen.

Solange der Sohn einfach nur "rumgammelte" war die Auskunft des Anwalts sicherlich richtig, da sich der Sachverhalt geändert hat (Aufnahme einer Ausbildung), kann es durchaus rechtens sein, dass Du für einen zweiten Anlauf finanziell aufkommen musst.

Eltern haben ihren Kindern gegenüber eine Erziehungs- und FürsorgePFLICHT: Sie erhalten dafür von der sogenannten Solidargemeinschaft reichlich Geld. Im weltweiten Vergleich liegen wir da an dritter Stelle. Wenn also ein Kind keinen Hauptschulabschluss macht dann darf die Frage gestellt werden wie mangelhaft bisher die Pflichterfüllung der Eltern war. Diese Auffassung mag Dir nicht gefallen. Aber Kinder kommen nicht fertig auf die Welt. Sie werden in erster Linie von ihren Eltern geprägt.

In dem beschriebenen Fall lese ich dass der heranwachsende Mensch durchaus willig und fähig ist aber wohl Bremsen erst mal abzubauen waren. Nun, Vulkan, darfst Du Dich gerne fragen wie die Bremsen wohl aussehen. Die ARGE jedenfalls hat diese Frage offensichtlich nach sicherlich anzunehmender juristischer Prüfung beantwortet.

Diebezüglich würde ich einen Anwalt hinzuziehen..

Nach dem Abbruch der ersten Ausbildung - für die Eltern (je nach Bedürftigkeit) unterhaltspflichtig sind. - hatte der Sohn seinen Unterhaltsanspruch an die Eltern eigentlich verwirkt. (Hätte er sichlediglich "umorientiert", so hätte dann u.U. auch eine zweite Ausbilfung finanziert werden müssen, nicht aber ,wenn er dann lange gefaulenzt etc....hat)

Wenn er nun eine Ausbildung begonnen hat, so ist das Jobcenter / Arge nicht mehr für ihn "zuständig".

Von diesen Ämtern werden sehr oft Forderungen an die Eltern gestellt, die sich dann als unberechtigt erweisen.

Um die Höhe möglicher Zzahlungen überhaupt festlegen zu können, müssten ohnehin erst alle Einkommensverhältnisse geprüft werden - die des Sohnes (Ausbildungsgeld, Kindergeld...), und die der Eltern (beide!) - um festzustellen, ob überhaupt ein Anspruch bestünde. (Der Anspruch während der Ausbildung und nicht mehr bei den Eltern wohnend entspricht dem geltenden BAFÖG-Satz von 670 Euro, in dem bereits Kindergeld eingerechnet ist und ebenfalls eine Wohnpauschale). Zudem hat jeder Unterhaltspflichtige einen Selbstbehalt - und der Anspruchsteller steht in der der Rangfolge ziemlich weit hinten...

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