Mündliche Verwarnung, weil ich nicht 15 Minuten vor Arbeitsbegin in der Firma bin und die Autos ausräume, bzw. Material einlade?

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12 Antworten

 Aber das kann doch nicht richtig sein, oder?

Nein, ist es auch nicht.

Zur Arbeitszeit zählen sowohl Vor- als auch Nacharbeiten. Das machst Du auf Anweisung des Arbeitgebers und nicht zum Privatvergnügen.

Prof. Dr. Peter Wedde schreibt im Arbeitsrechtkommentar zum § 2 (Begriffsbestimmungen) Arbeitszeitgesetz u.a. (Auszüge):

"Unter Arbeitszeit ist jede Tätigkeit zu verstehen, die der Befriedigung eines fremden Bedürfnisses dient. Entscheidend für das Vorliegen von Arbeitszeit ist, dass AN ihrem AG zur Arbeitsleistung zur Verfügung stehen.

Zur Arbeitszeit gehören auch Vor- und Abschlussarbeiten, Vor- und Nachbereitungen des Arbeitsplatzes oder andere Tätigkeiten, die durch die Organisation des Arbeitgebers veranlasst sind.

Die Arbeitszeit beginnt und endet im Regelfall am Eingang des Betriebs."

Das ist jetzt nur ein kurzer Auszug aus dem Kommentar. Ähnliche Kommentare gibt es auch von anderen anerkannten "Arbeitsrechtlern".

Wenn Du früher kommen sollst, muss der AG Dir auch den Freizeitausgleich dafür geben oder Dich bezahlen (wobei der Freizeitausgleich durch das Arbeitsrecht Vorrang hat).

Dein Chef/Meister sollen mal zeigen wo rechtlich verankert ist, dass Du "für lau" arbeiten musst.

Danke für die Umfangreiche Antwort :)

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@Hexle2

Danke fürs Sternchen. Ich hoffe, Du bekommst Deine Zeit jetzt bezahlt oder als Freizeitausgleich.

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In Österreich wenn bekannt wird, dass du früher in der Arbeit sein MUSST - würde das Unternehmen wohl mit Klagen von der Arbeiterkammer überhäuft werden. Bei mir in der Firma zb. meldet sich die Personalchefin, wenn man zu früh da ist. Du bist auch noch Azubi - geht gar nicht. Hilft dir jetzt zwar nix aber ey - mach deine Ausbildung fertig und dann such dir eine Firma, die dich ordentlich behandelt.

Hexle hat vollkommen recht.

Ich würde zusätzlich mal einen Anruf bei der zuständigen Handwerkskammer tätigen und dort Rat einholen.

Ich bin auch nicht für Azubis, die auf die Minute pünktlich kommen und jeder Minute hinterhergeizen.

Aber Arbeitsbeginn ist Arbeitsbeginn und von einem Azubi kann der Chef nicht verlangen, dass er massiv unbezahlte Arbeit macht.

Sieh zu, dass du die Ausbildung fertigkriegst und dir dann einen vernünftigen Betrieb suchst.

Nein, das ist es nicht!

Selbst die 5 Minuten musst du nicht!

Sag deinem Chef (sofern du es auf Ärger anlegen willst) das du diese Anweisung gerne schriftlich hättest 

Sind die Arbeitszeiten schriftlich niedergelegt. Grundsätzlich ist die vertraglich geschuldete Leistung (40h Woche) zu erbringen. Alles dsrüber hinaus wäre Mehrarbeit, die entsprechend zu vergütenn od. Auszugleichen ist. Steht in den Vertrag etwas zur Mehrarbeit? Dann ist diese Regelung maßgebend. 

Nach §11 Abs. 1 des Berufsbildungsgesetzes ist die vertragliche Tägliche Arbeitszeit schriftlich niederzulegen. Wenn das noch nicht erfolgt ist, verlange dies vom chef

In deinem Arbeitsvertrag steht dein festgelegter Arbeitsbeginn. Wenn du Arbeiten außerhalb der Dienstzeit erledigst, muss das vergütet werden. Entweder durch mehr Gehalt oder durch Überstunden.
Ist dem nicht so:
Mach die Arbeit nicht.

Wenn sich dein Chef aufregt, leg ihm deinen Arbeitsvertrag vor.

Wenn sich dein Chef aufregt, leg ihm deinen Arbeitsvertrag vor.

Und du denkst tatsächlich, dass der Arbeitnehmer am längeren Ast sitzt?

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@Jack98765

Wenn er deswegen gekündigt wird - ja.

Denn wer sich an den Vertrag hält, kann nicht gekündigt werden. Und wenn doch: Einspruch erheben.

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@HeroHeel

Zur Zeit sitzt der Arbeitnehmer generell am längeren Hebel, da man kaum noch Azubis und qualifizierte Mitarbeiter findet...

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@Honeybee89

Bei Azubis sitzt der Arbeitgeber selten am längeren Hebel, wenn er ihn unbezahlt arbeiten lässt.

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Das ist definitiv nicht korrekt.

Mündliche Verwarnung bringt auch nichts, er müsste dich schriftlich Abmahnen, und das darf er gar nicht, da er nicht von dir verlangen kann, dass du jeden Tag freiwillig 20 Minuten früher anfängst

Je nach Arbeitsertrag kann geeregelt sein, dass dein Arbeitsmaterial zu Schichtbeginn fertig sein muss. Das würde eben Auto ausräumen und neu einräumen für die erste Fahrt mit einrechnen. Einfach mal im Arbeitsvertrag nachlesen...

Im Vertrag festgelegt das ein Azubi zusätzlich zur Arbeitszeit kostenlos arbeiten muss...?

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@Repwf

wenn es zur Branchenüblichen Vor- oder Nachbereitung gehört ja.

 

Von einem Koch wird auch erwartet, dass er sich seine Klamotten vor Schichtbeginn sucht und sich fertig umzieht, damit er bei Schichtbeginn in der Küche steht. Manchmal ist dann sogar schon die Übergabe fertig, damit die Schicht davor gehen kann (je nach Küche, nicht alle haben sowas).

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Vor und Nacharbeit sind zu bezahlen.

Wird Arbeitskleidung gefordert, zählt auch die umziehzeit grundsätzlich zur Arbeitszeit wenn diese nur am Arbeitsplatz angelegt werden kann.

Dazu gab es neuere Urteile.

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@faiblesse

und wie viele Betrieben halten sich dran?

Einfach akzeptieren oder den Betrieb wechseln...

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@testwiegehtdas

Einfach akzeptieren oder den Betrieb wechseln...

Das rätst Du einem Azubi im dritten Lehrjahr?

Selbstverständlich kann der Azubi auf sein Recht bestehen. Der Betrieb wird ihn deswegen nicht kündigen können.

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@Hexle2

Ja, tue ich. So blöd es ist, was sind 10 Minuten mehr für gute Stimmung.

Besonders wenn er im 3. Jahr ist, soll er sich einfach seinen Teil denken und danach eben gehen.

Man kann ihn nicht einfach raus werfen, aber wenn man einen Grund finden will, dann findet man fast immer auch einen. Dazu gibt es genug andere legale Wege einem Azubi das Leben schwer zu machen... Ich wäre da vorsichtig.

Das Kommentar des Küchenchefs zu der Sache mit dem Umziehen war, er könne ja gehen. Die Handelskammer meinte nur, er brächte nen Zeugen und kein Kollege will seinen Job riskieren, was er danach da erlebt hat kann man sich sicher vorstellen, sein Chef war nicht begeistert...

So blöd es ist, als Azubi zieht man eben oft den kürzeren...

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@testwiegehtdas

Hier ist die Rede von täglich mindestens 20 Minuten früher unentgeltlich arbeiten. Das sind im Monat bei einer Fünftagewoche ca. 7 Stunden.

Das summiert sich im Laufe der Zeit und dieser Azubi ist bestimmt nicht der einzige AN von dem dies verlangt wird.

Wenn man mit dem Azubi spricht, weil dieser mal früher kommen soll, wäre das bestimmt kein Problem aber "befehlen" und einem Azubi "Ärger machen" statt ihn ehrlich und fair zu behandeln, halte ich für mehr als fragwürdig, wobei das auch nicht rechtens ist.

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@Hexle2

Ich verstehe, dass der Azubi das blöd findet. Aber so traurig es ist, ich bin gerade in dem Alter wo viele Bekannte die Ausbildung gerade hinter sich haben oder noch machen.

Da läuft so einiges was nicht erlaubt ist, selbst die 12 Stunden zwischen Schichten sind oft nicht eingehalten. Bei minderjährigen Azubis sind die Firmen vorsichtiger, bei volljährigen nicht. Da haben so manche auf verschiedenen Ebenen versucht etwas zu klären, wenn der meister oder Chef Sachen verlangt hat, die nicht ok sind.

In manchen Branchen sind 12 Stunden-Schichten normal, bezahlt natürlich nur 8...

Es gab nur eine einzige Person, bei der es besser geworden ist, alle anderen hatten hinterher zum Teil extreme Probleme in ihrem Betrieb...
Daher würde ich da immer die Füße still halten, solange die Ausbildung nicht durch ist. besonders wenn man schon 2/3 geschafft hat.

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Nein,natürlich nicht.Bei uns war das auch so,20 min vor Dienstbeginn dasein,zur Übergabe.Da kommt ganz schön was zusammen im Laufe der Jahre.Ich war im öffentlichen Dienst beschäftigt.

Du wirst nur in deiner vom Vertrag vorgeschriebenen Arbeitszeit bezahlt und solltest auch nur so viel arbeiten, wie dir auch bezahlt wird. Wenn dein Chef Probleme damit hat, soll er dir einen neuen Arbeitsvertrag anbieten, in dem alles genauer geregelt ist. 

Schau in deinen Arbeitsvertrag, wie das mit der Vor- oder Nacharbeit geregelt ist.

Bin mir aber nicht sicher, wie das gesetzlich geregelt ist. Wenn man Vorarbeit leisten muss, habe ich in Erinnerung, dass man diese Zeit zu einem anderen Zeitpunkt wieder frei bekommen muss. 

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Ist es nicht ABER...

mach es einfach. Du hast 3 Jahre weg also bist du bald kein Azubi mehr. Und danach kannst du machen was du möchtest. Aber als Azubi sollte man immer einen guten Eindruck machen.

Warum? 

Selbst als Azubi darf man sich nicht ausbeuten lassen!

15min am Tag kostenlos arbeiten... 

macht bei ner 5 Tage Woche schon 1,25std mehr pro Woche, das sammelt sich! 

Und das ist schlicht Beschisxx vom AG!

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kommt darauf an ob er in der Firma bleiben möchte. Wenn ja sollte er es tun. Wenn nicht kann er eh machen was er möchte. bloß sollte er es nicht machen wird er vllt nicht übernommen

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@DoctorHentai

Wozu nach Abschluss als Azubi weiter bei der Firma bleiben? Man wäre immer der Azubi. Davon abgesehen ist es schlecht für den Lebenslauf, wenn man keine weitere Erfahrung in anderen Unternehmen sammelt.

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nicht wenn es eine gut gestellte Firma ist.

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