mündliche Lehrstellenzusage wurde per Post doch noch abgesagt

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12 Antworten

Ja klar auch ein mündlicher Vertrag ist ein Vertrag, du hast ein Anrecht auf den Ausbildungsplatz oder die Firma muss eine Konventionalstrafe bezahlen. Das hätten sie dir sofort auch anbieten sollen.

Das ist echt eine sehr bittere Geschichte.

Ich denke aber auch, dass keine rechtlichen Schritte möglich sind. Selbst wenn es einen Vertrag gegeben hätte, hätte der innerhalb einer Frist noch widerrufen oder in der Probezeit gekündigt werden können.

Und: Wenn man sich da einklagen und auf einer Lehrstelle bestehen würde, hätte man unter Umständen einen schwierigen Stand innerhalb des Personals. Man wäre immer der, "der sich eingeklagt hat".

Ich finde aber, dass die gegebene Entschuldigung in dieser Form kaum akzeptabel ist. Die haben einen echt schweren Fehler gemacht und dann nicht einmal den Anstand gehabt, das persönlich oder telefonisch zu klären. Die schreiben einen Zweizeiler und meinen, damit ist die Sache aus der Welt. Ganz ehrlich: Firmen, die so mit Menschen umgehen, sind vielleicht auch nicht die richtigen, um sich wohlzufühlen.

Danke Koschtschej,

du hast vollkommen Recht, aber in mir prodelt es richtig, da freut man sich mal auf was (was heutzutage leider nicht mehr so oft vorkommt) und dann bekommt man auf gut deutsch "einen Schlag in die Fresse". Mein Interesse ist es ja nicht genau diese Stelle in dieser Firma zu bekommen, sondern eine Art genugtuung, fühl mich da halt echt verarscht...

Ich habe mich da ja schon gefreut als ich zum Vorstellungsgespräch eingeladen wurde, da ich nur Quali habe, aber zwei gute Ausbildungen hinter mir habe, aber meistens ein Abitur vorrausgesetzt wird.

Erstmal danke für die ganzen Antworten, ging ja recht schnell.

Also die Dame die mich da angerufen hat ist Personalreferentin und vor ihrem Namen steht i.V. also bei der Unterschrift. Ich schreibe mal schnell ab was in diesen Brief steht:

Sehr geehrter Herr Götz,

wir bedanken uns für ihre Bewerbung, Ihr INteresse an einer Ausbildung in unseren Haus und für das freundliche Vorstellungsgespräch.

Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir uns nicht für Sie entschieden haben. Durch ein internes Missverständnis lag zu unserem großen Bedauern eine Verwechslung vor.

Für dieses Versehen bitten wir Sie vielmals um Entschuldigung. Wir wünschen Ihnen, dass Sie bald eine Ihren Vorstellungen entsprechende Stelle finden.

Ihre elektronischen Berwerbungsunterlagen haben wir gelöscht. Für Ihre persönliche und berufliche Zukunft wünschen wir Ihnen alles Gute und Erfolg.

Grundsätzlich kann ein Vertrag (bzw. eine rechtsverbindliche Willenserklärung) auch mündlich geschlossen werden. Die Frage ist nur, ob die Dame, die Dich angerufen hat (Sekretärin?) überhaupt die Vollmacht hat, für das Unternehmen solche Willenserklärungen (in Bezug auf Arbeitsverträge) abzuschließen.

Ich bezweifle das und gehe davon aus, dass diese Dame nur "im Auftrag" angerufen hat, also nur Botin war.

Somit wäre kein wirksamer Vertrag zustandegekommen und Du könntest Dir die rechtlichen Schritte sparen.

Sollte es sich dagegen "nur" um einen Anfechtungsgrund nach § 120 BGB handeln, könntest Du zwar theoretisch Schadenersatz verlangen (§ 122 BGB), müsstest aber nachweisen, dass Dir durch die fälschliche Zusage und anschließende Absage ein Schaden entstanden ist, der Dir bei einer sofortigen Absage nicht entstanden wäre.

Wie man's dreht oder wendet - imo verschwendest Du Deine Zeit, wenn Du über rechtliche Schritte nachdenkst.

Nein, eine mündliche Zusage ist nicht bindend. Vor allem, wenn eine glaubwürdige Erklärung wie die Verwechslung vorliegt

Rechtlich hast Du hier keine Chance, denn gerade bei Ausbildungsplätzen ist die Schriftform zwingend und ausserdem könntest Du ja auch die mündliche Zusage ohnehin nicht beweisen.

Nein, nur wenn du eine schrifftliche Zusage hättest könntest du etwas einklagen.

Nein, kannst Du nicht. Es ist kein Vertrag zustandegekommen und selbst wenn, dann hätte der auch noch gekündigt werden können.

Das ist nicht 100%ig korrekt. Auch eine mündliche Vereinbarung wäre rechtskräftig gewesen wenn nachträglich (und vor Ausbildungsbeginn) der schriftliche dargelegt wird. Aber das Entscheidende in deiner Situation ist die Probezeit:

Jede Ausbildung hat zu Beginn eine Probezeit von 1-4 Monaten - innerhalb dieser Probezeit kann jede Partei (Ausbildender oder Auszubildender) grundlos und fristlos kündigen. Und das geht sogar schon am ersten Tag vor Arbeitsbeginn. So hätte dir die Firma auch am ersten Tag einfach ein Blatt in die Hand drücken können um das Thema erledigen.

Letzten Endes konntest du dir das ersparen und ich bezweifle dass irgendeine Rechtsprechung es dir gestattet dagegen vorzugehen.

Ich drücke dir die Daumen, dass du noch eine Ausbildungsstelle findest! :-)

Es zählt nur wenn du was schriftliches hast. Vielleicht fragst du nochmal nach, könnte ein Irrtum gewesen sein.

nein..... ohne zeugen ist das witzlos. letztendlich ist nur schriftliches ist "anfechtbar"

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