MRT - Funktionsweise?

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Stärker machen stimmt nicht ganz:

Die von Dir erwähnte Anregung der Protonenspins über die Radiowellen passiert nur, wenn deren Frequenz gleich der sog. Larmorfrequenz ist. Diese beschreibt die Frequenz der Präzession der magnetischen Momente um die Achse des angelegten Magnetfelds und beträgt

ω(Larmor) = g * B

B...Magnetfeld

g...Gyromagnetische Konstante des Protons

Wenn B überall gleich wäre, so würde man mit der passenden Frequenz alle Gewebeteile des Körpers gleichzeitig anregen. Damit bekäme man kein Bild, da sich ja alles vermischt.

Deshalb werden dem Magnetfeld der Hauptspule in z-Richtung (Körperachse) kleine Gradientenfelder (Hilfspulen) überlagert, die dafür sorgen, dass sich das Gesamtmagnetfeld entlang x und y noch leicht ändert (z.B. entlang x und y linear größer wird). Dadurch kann man erreichen, dass die Larmorfrequenz nur in einem sehr kleinen Areal mit der Radiofrequenz zusammenpasst, und man deshalb die Antwort auch nur von diesem kleinen Areal bekommt. Für die benachbarten Areale passen die Larmorfrequenzen nicht zur Radiofrequenz, und es findet keine Anregung der Spins im Gewebe statt.

Der Clou ist nun, dass während der Untersuchung die Gradientenfelder in x und y Richtung variiert werden, und man somit verschiedene Teile des Körpers anregen kann. Die Variation wird mit einem Computer erzeugt; dieser weiß automatisch, an welcher x,y,z Position sich die momentan gemessene Anregung befinden muss und kann somit schrittweise ein 3D-Pixelbild generieren.

Die Variation der Gradientenfelder macht sich während der untersuchung als "Surren" und "Pfeifen" bemerkbar.

http://www.ukgm.de/ugm_2/deu/umr_rdi/Teaser/Grundlagen_der_Magnetresonanztomographie_MRT_2013.pdf

Vielen Dank für die ausführliche Erklärung.

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