MRSA Wie damit umgehen?

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8 Antworten

MRSA ist schlimm, wenn man damit infizierte Wunden hat. Dass man den Keim in oder auf sich trägt, ist in Mitteleuropa leider nichts ungewöhnliches mehr. Wie gefährlich das für die Umgebung wird, kann ich dir leider nicht sagen - bei immunschwachen Personen (wozu Babies ja noch gehören) kann das schon gefährlich werden. Genaueres dazu kann dir aber sicher der Arzt sagen - und wenn die sich nicht melden und du machst dir Sorgen, dann hau auf den Tisch! Frag so lange, bis jede Kleinigkeit ausgeräumt ist, und wenn es Stunden dauert! Dafür sind Ärzte da!

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der zweite abstrich von der klinik sollte wahrscheinlich die kontrolle sein,ob das antibiotikum greift. man macht in diesen fällen meist ein mrsa-kultur,da die pcr auch nach erfolgreicher behandlung noch eine ganze zeit lang positiv ausfällt. irgendwie muss ja der abszess saniert worden sein (also das antibiotikum geholfen) haben,sonst wäre sie nicht ohne weiteres entlassen worden. der befund der kultur kann eine weile dauern,und es vergeht dann nochmal zeit bis der befund aus der klinik den hausarzt erreicht. wie lange ist die geschichte denn her? ansonsten kann auch der hausarzt die ergebnisse anfordern. etwas irritierend find ich auch,dass mrsa in einer wunde nachgewiesen wird und der hausarzt dann einen nasen-rachenabstrich macht. oder wo war der abszess? viele von uns tragen mrsa auf der haut oder schleimhäuten ohne es zu wissen und ohne zu erkranken. also der bloße nachweis hat nicht unbedingt eine konsequenz. und wie wurde er nachgewiesen,kultur oder pcr? ist die mutter auch noch richtig "krank" oder zeigt sie keinerlei symptome mehr?

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Nuralhuda 27.03.2013, 07:55

Sie hatte einen Milchstau in der Brust (vom stillen), dieser ist zu einem Abzess geworden. In der Wunde wurde der Keim gefunden. Später beim Hausarzt, wurde der Keim dann nicht mehr in der Wunde (ist ja verheilt, wurde durch OP und mit H2O2 ausspülen entfernt), sondern im Nasen-Rachen-Raum nachgewiesen.

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Nuralhuda 27.03.2013, 07:56
@Nuralhuda

Die Mutter hat die Symptome gezeigt... war auch nicht Krank oder sonst was. Ihre Mutter arbeitet als ambulante Altenpflegerin. Vielleicht hat Sie es auch daher und nicht unbedingt von KH.

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Nuralhuda 27.03.2013, 07:59

Weiter noch: Sie war garnicht im KH. OP war ambulant und dann jeden Tag hin zum Spülen.

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Hallo Nuralhuda,

die Antwort wird nun wohl ein wenig länger. Zum ersten Mal handelt es sich um einen Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus, viele bezeichnen den Erreger als Multi resistent, das stimmt zwar an sich schon, da er gegen viele penicillinähnliche Antibiotika die Resistenz entwickelt hat, jedoch gibt es noch einige andere Antibiotika, die verwandt werden dürfen.

Der Staphylokokken aureus Erreger ist ein natürlich vorkommendes Bakterium. Im Prinzip sind etwa 30 % der deutschen durchseucht. Das ist noch nicht schlimm, denkt man an den Herpeserreger, da sind es ungefähr 90 %. Es ist auch nicht ungewöhnlich, dass man in Deutschland keimfrei in ein Krankenhaus kommt und zum Abschied sich einen kleinen Staphylokokkenerreger mit nach Hause nimmt. Staphylokokken leben auf der Haut, den Schleimhäuten und den Weichteilen wie zum Beispiel der Lunge. Sie können sich jedoch auch auf das Drüsengewebe der Brust niederlassen und eine so genannte Mastitis(Gewebesentzündung) auslösen. Das Bakterium wird in der Regel nicht einmal bemerkt, wenn zutrifft das er Mensch, welcher ihn beherbergt gesund ist. Deutlich komplizierter wird es bei Menschen mit Immunschwäche. Dazu gehören Säuglinge, alte Menschen, und eben auch Menschen, die an weiteren Erkrankungen leiden. Besonders schlimm selbstverständlich Menschen mit Immunschwäche Erkrankung wie Aids.

Du hast dich besorgt ausgedrückt, wie die Person, welche Mutter eines vier Monate alten Babys ist sich diesem gegenüber zu verhalten hat. Bei Neugeborenen ist das schon ziemlich kompliziert. Denn diese bekommen durch die Blutversorgung der Mutter so etwas wie eine frühkindliche Impfung. Diese lässt aber nach etwa sechs Monaten rapide nach, da die mitgenommenen Antikörper dann aufgebraucht sind. Das Kind muss dann selbst ein eigenes Immunsystem entwickeln. Es kann also gut sein, dass das vier Monate alte Baby durch die Abwehrkräfte der Mutter geschützt ist, selbst aber noch nicht in der Lage ist sich alleine gegen das Bakterium zur Wehr zu setzen. Du hast geschrieben, dass der Arzt einen Abstrich der Schleimhäute (Nasenschleimhäute) gemacht hat – dort sollen wohl schon Erreger zu finden sein. Zum Problem könnte das in der Beziehung zu Mutter und Kind insofern führen, dass Mütter ja eine innige Nähe zu ihren Babys suchen und somit eine Übertragung meiner Ansicht nach nicht ausgeschlossen ist.

Es gibt Schätzungen – ohne dich verrückt machen zu wollen – das in Deutschland zwischen 1500 und 40.000 Menschen jährlich an den Folgen einer MRSA-Infektion zu Tode kommen. Diese Zahlen schwanken vor allem deshalb so weil es in Deutschland im Gegensatz zum Beispiel der Niederlande in Krankenhäusern heute immer noch keinen adäquaten Infektionsschutz gibt. Das liegt vor allem an den Kosten, welche durch den Aufbau eines dementsprechenden Programms auf unsere Gesundheitssystem zukommen würden. Um das kurz abzuschließen wird in Deutschland bei der Untersuchung eines Toten niemals als Todesursache MRSA in Verbindung gebracht und dokumentiert. Es gibt einige Dokumentationen, welche sich damit beschäftigen mit welchen ungeheuren Anstrengungen die Niederlande eine Ausbreitung des MRSA-Erregers zu verhindern suchen. In Deutschland sind wir von diesem Standard noch Lichtjahre entfernt.

Bei der Behandlung von MRSA erkrankten Menschen müssen besondere Infektionsschutzmaßnahmen ergriffen werden. Hierzu zählt die strikte Trennung des infizierten von gesunden Menschen (Einzelzimmer), das Tragen von Schutzbekleidung (Haarnetz, Mundschutz, Einwegoberbekleidung, Einweghandschuhe, Einweghose sowie Schuhüberzieher. Außerdem muss das Zimmer mit einer Schleuse versehen sein die durchschritten werden muss um in das Behandlungszimmer zu kommen, welches unter Unterdruckbedingungen steht. Selbstverständlich gehört auch dazu, dass sich trotz dieser Maßnahmen die Menschen noch an die üblichen Infektionsschutzmaßnahmen halten, wie zum Beispiel die gründliche und fachlich richtige Desinfektion von Händen. Wie du siehst nehmen es die Niederländer wirklich ernst mit der Bekämpfung von multiresistenten Staphylokokken Aureus Erregern. In Deutschland wird hingegen eine junge Mutter als Trägerin dieser Infektionskrankheit zu ihren vier Monate alten Baby nachhause geschickt und in die Obhut eines dafür nicht ausgebildeten Hausarzt gegeben. Des weiteren lebt diese Frau einen ganz normales Leben, es wird dir sicherlich einen Vater zu dem Kind geben, mit dem sie intimen Kontakt hat, sie liebkost das Kind, wird es stolz der Familie und Freunden zeigen und hat damit alle Möglichkeiten den Erreger unbehandelt weiter zu verbreiten. Ist nun noch ein Mensch dabei, der aus irgend einem Grund immunschwach ist, dann würde ich sagen, die Katastrophe ist vorprogrammiert.

Die Behandlung solch einer Infektion gehört in fachmännische Hände. zumal die Mutter sicherlich kein Interesse daran hat gegebenenfalls ihr neugeborenes anzustecken.

Ich hoffe nicht zu schwarz gemalt zu haben,

Viele Grüße an dich

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ischdem 27.03.2013, 06:24

weniger ist mehr......

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Nuralhuda 27.03.2013, 07:57

wenn 30% unbemerkt infiziert sind und MRSA so dramatisch ist, dann würden die Menschen doch aussterben...

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ich würde das baby nicht an die mutter lassen.. es kann sich ganz schnell anstecken. der keim sitzt auf der haut, in den schleimhäuten und auf den oberen atemwegen. damals im krankenhaus wurde bei einem fall von mrsa kittel,mundschutz und handschuhe getragen. also das baby sollte nicht unbedingt die finger der mutter in den mund nehmen.

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Hallo,

naja, das heißt zunächst ja nur, dass es da multiresistente Keime gibt - was bis dahin noch nichts Schlimmes ist. Schlimm wird es erst, wenn sich diese Keime auf wunden Stellen am Körper niederlassen. Bei einem Säugling könnte das eventuell schon ein wunder Po durch die Windeln sein. Allerdings werden diese Keime ja nicht einfach nur "durch die Luft" übertragen sondern durch Berührungen, von daher kann man Vorsicht walten lassen. Wenn man sicherheitshalber zum Windelwechsel Einweghandschuhe anzieht, dann ist das vielleicht sogar übertrieben vorsichtig. Würde ich persönlich allerdings machen.

Das Gescheiteste ist aber, da den Hausarzt, der jetzt ja die Behandlung übernommen hat, noch einmal gezielt um Rat zu fragen.

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Servicewüste Deutschland hat wiedermal zugeschlagen. Ab ins Krankenhaus mit ihr. Multiresistente Keime, sind nur gegen viele und nicht alle Antibiotika resistent. Es gibt Test, mit denen man die Nichtresistenz des Stamms testen kann.

LG Synapse22

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Nuralhuda 26.03.2013, 12:48

ihrer ist noch sensibel. Das passende Antibiotikum hat aber nicht gewirkt.

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Synapse22 26.03.2013, 15:38
@Nuralhuda

Dann muss gleich das nächste Verschrieben werden, sonst bildet der Stamm weitere Resistenzen selber aus.

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Die erste Regel zur Vermeidung einer Infektion lautet:

Immer die Hände gründlich waschen!

Leider beobachte ich in Krankenhäusern immer wieder, dass nach der Toilettenbenutzung selten sich einer die Hände wäscht. Auf Neugeborenenstationen kommt die ganze Verwandtschaft und findet es niedlich, wenn das Baby am Zeigefinger des Besuchers lutscht. Sogar im Fernsehen wurde das unkommentiert gezeigt.

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das muss der Arzt klären....

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