Mpu und Aufbauseminar?

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Das Aufbauseminar ist fällig, weil der Verstoß innerhalb der Probezeit stattgefunden hat. Das ergibt sich aus § 2a (5) StVG

Ist eine Fahrerlaubnis entzogen worden [...] so darf eine neue Fahrerlaubnis unbeschadet der übrigen Voraussetzungen nur erteilt werden, wenn der Antragsteller nachweist, dass er an einem Aufbauseminar teilgenommen hat.

Im Aufbauseminar hat man es "lediglich" mit einem Fahrlehrer zu tun, der einem hilft, eine "risikobewusstere Einstellung im Straßenverkehr zu entwickeln und sich dort sicher und rücksichtsvoll zu verhalten".

Eine MPU (nach § 11 FeV) dagegen wird von einem Arzt durchgeführt und soll dich nicht zu einem verantwortungsvolleren Verhalten bewegen, sondern dein vorhandenes Verhalten überprüfen und schließlich feststellen, ob du (geistig bzw. körperlich) geeignet bist, um eine Fahrerlaubnis zu erwerben.

Aufbauseminar: Verhaltensänderung soll bewirkt werden

MPU: Derzeitiges Verhalten wird geprüft, um die Geeignetheit festzustellen

Dass du bei einem erneuten Punkt (innerhalb der dann noch laufenden Probezeit) "in der Regel" direkt zur MPU musst, ergibt sich ebenfalls aus § 2a (5) StVG

Auf eine mit der Erteilung einer Fahrerlaubnis nach vorangegangener Entziehung gemäß Absatz 1 Satz 7 beginnende neue Probezeit ist Absatz 2 nicht anzuwenden. Die zuständige Behörde hat in diesem Fall in der Regel die Beibringung eines Gutachtens einer amtlich anerkannten Begutachtungsstelle für Fahreignung anzuordnen, sobald der Inhaber einer Fahrerlaubnis innerhalb der neuen Probezeit erneut eine schwerwiegende oder zwei weniger schwerwiegende Zuwiderhandlungen begangen hat.

Eine defekte Glühlampe zählt da allerdings noch nicht zu. (Wie kommst du darauf, dass es einen Punkt dafür gibt?)

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Vielen Dank für die ausführliche Antwort. Als ist es möglich beide Auflagen zu bekommen aber wieso kommt eine dann früher als die andere. Das mit der defekten Glühlampe am Fahrzeug habe ich im Bußgeldkatalog.org gelesen.

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@Mechatroniker18

Warum das mit der MPU noch nicht kam, kann ich dir nicht sagen. Vielleicht wollen sie erstmal das Aufbauseminar abwarten. Vielleicht kommt es demnächst. Vielleicht hat sich die Dame doch noch anders entschieden (das Aufbauseminar ist gesetzlich festgelegt, bei der MPU nach § 11 FeV (nicht bei der nach § 2a StVG) gibt es einen gewissen Spielraum).

Da hilft nur abwarten oder nachfragen, aber keine schlafenden Hunde wecken ;-)

Bußgeldkatalog.org ist echt eine superschlechte Seite, wenn man wirklich verlässliche Informationen haben möchte.

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Nochmals danke für die hilfreichen Antworten werde auch nicht weiter nach fragen wenn ich die Teilnahme des Aufbauseminar abgegeben habe und bis dahin nichts kam.

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Wäre denn in meinem Fall ihrer Meinung nach eine erneute MPU von Nöten, falls ich das mal so fragen darf. MfG

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@Mechatroniker18

Dazu kann ich nichts sagen.

Allerdings habe ich mir den § 11 FeV noch mal genauer angesehen und dort steht:

Die Beibringung eines Gutachtens einer amtlich anerkannten Begutachtungsstelle für Fahreignung (medizinisch-psychologisches Gutachten) kann zur Klärung von Eignungszweifeln für die Zwecke nach Absatz 1 und 2 angeordnet werden, [...]
4.bei einem erheblichen Verstoß oder wiederholten Verstößen gegen verkehrsrechtliche Vorschriften,
5.bei einer erheblichen Straftat, die im Zusammenhang mit dem Straßenverkehr steht, oder bei Straftaten, die im Zusammenhang mit dem Straßenverkehr stehen,
6.bei einer erheblichen Straftat, die im Zusammenhang mit der Kraftfahreignung steht, insbesondere wenn Anhaltspunkte für ein hohes Aggressionspotenzial bestehen oder die erhebliche Straftat unter Nutzung eines Fahrzeugs begangen wurde,
7.bei Straftaten, die im Zusammenhang mit der Kraftfahreignung stehen, insbesondere wenn Anhaltspunkte für ein hohes Aggressionspotenzial bestehen, [...]
9.bei der Neuerteilung der Fahrerlaubnis, wenn
a)die Fahrerlaubnis wiederholt entzogen war oder
b)der Entzug der Fahrerlaubnis auf einem Grund nach den Nummern 4 bis 7 beruhte.

Mit der Gefährdung des Straßenverkehrs, aufgrund derer dir die Fahrerlaubnis entzogen wurde, hast du eine Straftat im Zusammenhang mit dem Straßenverkehr begangen. Ich würde mich daher mental eher schon mal auf eine MPU einstellen.

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Vielen Danke für die ausführliche und detaillierte Antwort!

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Ich bin um 3 Uhr nachts nach links über ein Stoppschild abgebogen ohne stehen zu bleiben und habe jemanden die Vorfahrt genommen, dazu habe ich mein Fahrlicht nicht eingeschaltet gehabt mir ist es wegen der guten Beleuchtung der Straße nicht aufgefallen 

und dass deine Tacho-Instrumententafel, die ganzen Knöpfe und alles Drumherum schwarz war, ist dir mitten um 3 Uhr nachts auch nicht aufgefallen? Da würde ich als verantwortlicher mir auch die Frage stellen, ob alles in Ordnung ist bei dir

Es ist nicht eine Sperre von 1 Jahr sondern ein Führerscheinentzug für 1 Jahr, Fahrverbot ist 1-3 Monate , Entzug ist ab 6 Monate und nach der Neuerteilung beginnt deine Probezeit ganz von vorn volle 2 Jahre .

Nach der Entziehung der Fahrberechtigung wird eine Sperrfrist verhängt.

Diese kann von 6 Monate und 5 Jahre andauern.

Etwa 3 Monate vor Ablauf der Frist kann der Fahrausweis wieder erteilt werden.

Ob dann eine erneute Fahrschulausbildung absolviert werden muss oder an einer medizinisch-psychologischen Untersuchung sowie einem Aufbauseminar teilgenommen werden muss, ist vom Einzelfall abhängig.

Wird die Fahrberechtigung wieder erlangt, beginnt die Probezeit von neuem.

Begeht der Fahranfänger dann Verkehrsvergehen können die Strafen in der Regel höher als gewöhnlich ausfallen.

Neben dem Führerscheinentzug in der Probezeit kann es auch zu einer Freiheitsstrafe kommen.

Und da bist du ganz knapp vorbeigehuscht am KNAST .

https://www.bussgeldkatalog.org/fuehrerscheinentzug/

Der Führerscheinentzug wird durch ein Gericht oder die Verwaltungsbehörde angeordnet.

Sobald das Urteil rechtswirksam ist, ist der Fahrausweis ungültig.

Er wird entweder von den zuständigen Beamten einbehalten oder mit einem Vermerk über die Ungültigkeit versehen.

Zusätzlich wird eine Sperrfrist verhängt.

Diese beträgt mindestens 6 Monate und definiert den Zeitraum, in dem keine neue Fahrberechtigung beantragt werden darf.

Etwa 3 Monate vor Ablauf der Frist darf der Verkehrsteilnehmer einen Antrag auf die Wiedererteilung der Fahrerlaubnis stellen.

Jedoch kann sie in der Regel nicht ohne weiteres wieder erlangt werden. Meist stellt die zuständige Fahrerlaubnisbehörde Bedingungen.

Diese sind als Voraussetzungen zu verstehen, welche erfüllt sein müssen, damit die Fahrberechtigung wieder erlangt werden kann.

Als Beispiele sind hier eine MPU, also eine medizinisch-psychologische Untersuchung, oder eine Nachschulung für die jeweiligen Führerscheinklassen zu nennen.

https://www.bussgeldkatalog.org/fuehrerscheinentzug/

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3 Zeilen eigener Text des Antwortenden und die sind komplett daneben:

Es ist nicht eine Sperre von 1 Jahr sondern ein Führerscheinentzug für 1 Jahr

Das ist zwar ein bisschen Wortklauberei, aber du hast damit angefangen: Die Fahrerlaubnis wird entzogen (einmalige Handlung) und anschließend eine Sperre zur Wiedererteilung verhängt. Es ist also eine Sperre von 1 Jahr und nicht ein Fahrerlaubnisentzug für 1 Jahr (steht ja auch im Folgenden in deinen kopierten Texten).

Fahrverbot ist 1-3 Monate

Nur bei Ordnungswidrigkeiten. Bei Straftaten ist ein Fahrverbot von 1-6 Monaten möglich.

nach der Neuerteilung beginnt deine Probezeit ganz von vorn volle 2 Jahre .

Nein, sie läuft nur so lange, wie sie vorher noch gelaufen wäre (inkl. Probezeitverlängerung)

Nun zur (mangelhaften) Qualität der Quelle "bussgeldkatalog.org":

Etwa 3 Monate vor Ablauf der Frist kann der Fahrausweis wieder erteilt werden.

Es sind 6 Monate (und es heißt Fahrerlaubnis, nicht Fahrausweis).

Wird die Fahrberechtigung wieder erlangt,  beginnt die Probezeit von neuem.

Wie oben bereits erwähnt tut sie das nicht.

Begeht der Fahranfänger dann Verkehrsvergehen können die Strafen in der Regel höher als gewöhnlich ausfallen.

(Der Ausdruck "können die Strafen in der Regel" ist echt super)

Die Fahrerlaubnisentziehung hat keinen Einfluss auf die Höhe der Strafe. Es kommt wie bei jedem anderen ausschließlich auf vorherige Verstöße und die Umstände des aktuellen Delikts an.

Neben dem  Führerscheinentzug in der Probezeit kann es auch zu einer  Freiheitsstrafe kommen.

Das schreibt bussgeldkatalog.org auch bei anderen Delikten sehr gerne, gilt aber grundsätzlich für jede Straftat und ist daher nicht ansatzweise so dramatisch, wie es dort formuliert wird.

Diese beträgt  mindestens 6 Monate und definiert den Zeitraum, in dem keine neue Fahrberechtigung beantragt werden darf.

Sie darf in der Zeit nicht erteilt, wohl aber 6 Monate vor Ablauf der Frist beantragt werden.

Etwa  3 Monate vor Ablauf der Frist darf der Verkehrsteilnehmer einen Antrag auf die Wiedererteilung der Fahrerlaubnis stellen.

Siehe vorheriger Absatz.

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In der Probezeit habe ich eine MPU angeordnet bekommen?

Innerhalb eines Zeitraums von 2 Monaten muss ich ein medizinisch-psychologisches Eignungsgutachten vorlegen. Mir wurde bereits 2010 meine Fahrerlaubnis wegen Trunkenheitsfahrt in Probezeit entzogen, daraufhin beantragte ich 2015 Wiedererteilung nach Vorlage einer Teilnahmebescheinigung an einem Aufbauseminar. Daraufhin habe ich 2015 erneut den Führerschein bekommen mit Probezeit bis ende 2017. Und jetzt brauche ich wegen überschreiten der Höchstgeschwindigkeit ( 2mal Zuwiderhandlungen nach Abschnitt A) und halten eines Mobiltelefon (1mal Zuwiderhandlung Abschnitt B) eine med.-psych. Gutachten. Bei nicht einhalten der 2 Monate Frist wird mir der Führerschein abgenommen. Meine Frage... wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit das ich die MPU positiv abschneide? Wird mir der Führerschein danach entzogen? Wird der Führerschein nicht normalerweise vor der MPU schon entzogen? Ich bin wirklich am verzweifeln mein Job hängt davon ab...

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