Mountainbike mit Shimano Alfine 11

4 Antworten

Nun, ich bin ja ein Fan von der alten Sachs-3-Gang und ihren Nachfolgern, fahre auch noch ein Rad damit. Klar, wenn man fit ist, kommt man damit überall hoch, aber eigentlich hat die an einem sportlichen Rad nichts zu suchen. Die ist sehr gut für meine Mädchen oder überhaupt an Alltagsrädern. Die Alfine ist wesentlich besser. Sie bietet einen größeren Bereich, also größere und kleinere Gänge, und der Abstand zwischen den einzelnen Gängen ist nicht zu groß.

Ein Besonderheit der Alfine ist der große Sprung vom ersten zum zweiten Gang. Der erste ist also ein extra kleiner Berggang.

Mit dem Entfaltungsbereich einer einfachen 3X9-Kettenschaltung kann die Alfine 11 aber nicht mithalten, auch nicht die noch viele teurere Rohloff. Hier steht es 409 zu 618%.

http://fahrradzukunft.de/16/koenigsklasse-der-nabenschaltungen/

Fazit: Die Alfine passt optimal zu dem Stevens-Supermoto, für ein Mountainbike, mit dem ich steile Trampelpfade hoch wollte, würde ich sie nicht haben wollen.

(Da ich persönlich keine Wildwechsel hochfahren muss, entschärfe ich die klassischen MB-Kettenschltungen gern, nehme hinten eine kleinere Kassette zugunsten feinerer Abstufungen und zulasten der ganz kleinen Untersetzungen).

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Erfahrung mit Fahrrädern.

Es kommt auf dein Kettenblatt an, inwieweit das Rad bergtauglich wird. Kleines Blatt ist für steile Berge geeignet, allerdings musst du dann Abstriche in der Endgeschwindigkeit machen, da die Entfaltung der Nabe nicht so gross ist, wie schon genannt. Für ein MTB ist das aber eher unrelevant, ebenso wie enge Gangsprünge. Treten bis 35km/h sollte auch mit kleinem Kettenblatt möglich sein. Inwieweit die Nabe harte Antritte, bzw. hohe Drehmomente aushält kann och dir leider nicht sagen, aber wenn du nicht gerade 100kg wiegst, sollte das kein Problem darstellen.

im Idealfall baut man die Nabe bei Sportlichen Rädern in Rahmen ein, die für Singlespeed vorbereitet sind. Ansonsten brauchts einen Kettenspanner und der zerstört die eigentlich gewollte aufgeräumte Optik. Gern werden auch Gates Riemenantriebe damit kombiniert, dazu brauchst aber teilbare Kettenstreben auf der rechten Seite.

Also die 3 Gang Nabenschaltung solltest du sofort vergessen, auch wenn sie zunächst einen guten Eindruck bei dir hinterlassen hat.

Fahrradfahren hat sehr viel mit Rhythmus zu tun.

D.h. je besser eine Rad Schaltung abgestuft bist, desto besser kannst du beim Radfahren den Rhythmus halten auf den du dich eingetreten hast.

Man kann z.B. sehr gut beobachten, wenn sich bei einem Radrennen (z.B. der Tour de France) ein Fahrer am Berg verschaltet hat - und er dann „im Getriebe rührt“ – wie sehr ihn das aus dem Rhythmus wirft und er dann den Kontakt zu dem Feld abreißen lassen muss.

Mit der Alfine11 bist du sicher gut bedient.

Übrigens haben bei der Tour de France z.B. Berge der „Ehrenkategorie“ eine durchschnittliche Steigung von 6 % -8 %. 20 prozentige Steigungen wirst du im Alltags- und Freizeitverkehr äußerst selten bezwingen müssen (es sei denn es ist eine Grundstücksauffahrt o.ä.).

Shimano empfielt eine Übersetzung von 1.9:1 für Kettenblatt zu Ritzel. Mit dem niedrigsten Gang liegt man dann bei einer Gesamtübersetzung von ~1. Der nächste Gang liegt 30% drüber, da der unterste Schritt doppelt ausgeführt ist. Die Auslegung ist nicht aufs Steigen optimiert...

Übliche MTB kurbeln haben 42-32-22 und hinten eine Kassette mit bis zu 36 Zähnen, also 30% weniger Entfaltung und entsprechend braucht man auch 30% weniger Kraft. Es gibt allerdings keine feste Aussage, ab welcher Übersetung man die Alfine überlastet und einige Leute haben auch schon MTBs damit gebaut.

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