Keine Hilfe beim Motorradunfall. Ist man nicht dazu verpflichtet zu helfen?

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11 Antworten

Das ist schlimm!

Zuerst einmal Glückwunsch, dass Du zumindest körperlich die Sache gut überstanden hast.

Die Reaktion der anderen Verkehrsteilnehmer.... eine Katastrophe! Ich kann Dir nachfühlen, dass Du Dich schlecht - alleingelassen fühlst. Außerdem gibt es - so glaube ich - tatsächlich eine gesetzliche Pflicht der Hilfeleistung.

Was hast Du ja mit dem Motorrad gemacht? Hast Du die Polizei gerufen?

Trotzdem, Hauptsache, Dir ist sonst nichts passiert.

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Hallo, grüß Dich, ich hoffe, Du hast mittlerweile die Enttäuschung etwas abgeschüttelt. Ich will mich für's Sternchen bedanken. Alles Gute.

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Laut §323 StGB macht man sich durch nicht helfen strafbar. Allerdings gibt es viele Faktoren, die Menschen davon abhalten. Beispielsweise haben manche Frauen Angst, wenn sie allein im Dunkeln unterwegs sind. Es gab mal die Studie vom barmherzigen Samariter, anhand derer wurde festgestellt, dass man unter Zeitdruck weniger bereit ist zu helfen. Ansonsten gibt es Studien, die besagen, dass je mehr Leute bei einem Unfall da sind, desto weniger wird geholfen. Warum? Mann kann die Verantwortung abgeben: Die anderen können ja auch helfen - vl ist das ganze gar nicht so schlimm. Und warum schauen viele zu: Weil es eine Lust zum Gaffen gibt. Man fühlt sich sicher, wenn man sieht, was einem passieren könnte und was man für ein Glück hat, dass es einem nicht passiert ist.

Leider ist deine Situation keine Seltenheit. Vielleicht sagt dir der Fall Kitty Genovese etwas? 

Genovese fuhr am frühen Morgen des 13. März 1964 nach Hause. Sie kam gegen 3:15 Uhr an und parkte etwa 30 m von ihrer Wohnungstür entfernt, als sich ihr Winston Moseley näherte. Genovese wechselte möglicherweise die Richtung zu einer Polizeinotrufstation in der Nähe, doch Moseley holte sie ein und begann, auf sie einzustechen und sie zu vergewaltigen. Genoveses Schreie wurden von mehreren Nachbarn wahrgenommen, keiner rief jedoch die Polizei. Als einer der Nachbarn das Fenster öffnete und laut fragte, was los sei, rannte Moseley davon, woraufhin Genovese sich gegen 3:30 Uhr um die Ecke des Gebäudes zu ihrer Wohnung schleppte. Sie war schwer verletzt, nun jedoch außerhalb der Sichtweite jener, die Grund zu der Annahme gehabt hätten, dass sie Hilfe benötigen könnte.

Andere Zeugen beobachteten Moseley, wie er in seinen Wagen einstieg und davonfuhr, fünf Minuten später aber zurückkehrte. Er suchte den Appartementkomplex systematisch ab und folgte der Blutspur von Genovese, die – kaum bei Bewusstsein – in einem Flur auf der Rückseite des Gebäudes lag. Nun, da er sich außerhalb der Sichtweite der Straße und der Menschen befand, die etwas von dem ersten Angriff gehört oder gesehen haben könnten, begann er, sie erneut zu vergewaltigen, auszurauben und noch achtmal auf sie einzustechen. Der gesamte Angriff hatte mit Unterbrechung etwa eine halbe Stunde gedauert.

Gegen 3:50 Uhr, einige Minuten nach dem zweiten Angriff, rief ein Zeuge, Karl Ross, die Polizei.[2] Er war vermutlich nicht der Erste, aber Aufzeichnungen aller früheren Anrufe sind undeutlich, und ihnen wurde zweifellos keine hohe Priorität seitens der Polizei eingeräumt. Polizei und medizinisches Personal trafen Minuten nach Ross’ Anruf ein; Genovese verstarb jedoch während der Fahrt zum Krankenhaus. Spätere Untersuchungen ergaben, dass mindestens 38 Personen in der Nähe Teile des Angriffs gesehen oder beobachtet hatten, obwohl niemand den ganzen Vorgang sehen konnte oder seines als solchem gewahr wurde. Viele hatten keine Ahnung, dass ein Übergriff oder Mord im Gange war; einige dachten, das, was sie sahen oder hörten, sei ein Beziehungsstreit oder eine Gruppe von Freunden, die die Bar verließen, vor der Moseley das erste Mal an Genovese herantrat.

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Kommentar von Iceman2004
04.12.2015, 17:04

Ergänzung: Viele wissen auch nicht, was sie in einer solchen Situation machen sollen. Du könntest ja verletzt sein und dann haben sie Angst etwas falsch zu machen. 

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Erstmal, gut das dir nichts schlimme passiert ist.

So, dass verhalten der anderen lag vermutlich an mehrere Dingen.
Erstmal kann es sein, dass sie sich unsicher fühlten, aus Angst, etwas falsch machen zu können.
Außerdem war das Problem, dass mehrere da waren. Da waren dann Gedanken im Spiel, von wegen da sind ja noch mehr Leute, die können das doch machen. Oder, wenn die nichts machen, dann muss ich auch nichts machen.
Was bestimmt auch ne Rolle spielt ist, wie lange du da gelegen hast oder ob du sofort wieder aufgestanden bist.
Das alles ist aber absolut keine Entschuldigung und gilt definitv als unterlassene Hilfeleistung und mangelnde Zivilcourage.

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schweinerei.

lass dich nicht entmutigen, motorradfahrer sind nicht nur organspender oder rocker, sondern teilen auch ein sehr schönes hobby, was andere in ihrem leben nicht verstehen werden.

ich habe mich allerdings nach mehreren beinaheunfällen und einem schweren unfall auf der landstraße auf die rennstrecke zurükgezogen.
klingt schräg, ist es aber nicht:
viel mehr spaß, weil nur noch kurven, kein querverkehr, kein gegenverkehr, auslaufzonen und kiesbetten, wo sonst parkende autos und bäume stehen.
die überlebenschancen sind deutlich höher...

ansonsten freue ich mich, dass es überhaupt noch jemand tut        :D

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Ja, jeder ist verpflichtet zu helfen. Er muss zwar keine erste Hilfe leisten, wenn er Angst hat etwas falsch zu machen, aber zumindest den Notruf absetzen und Strasse absichern (nach Möglichkeit) muss jeder.

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Kommentar von Mumoffline
04.12.2015, 10:30

Oder zumindest mal ansprechen, ob alles in Ordnung ist....
Alles andere ist unterlassene Hilfeleistung

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Das ist das verwerfliche an unserer Gesellschaft.Keiner will helfen,keiner mischt sich ein,keiner übernimmt noch gerne Verantwortung.Was dir hier passiert ist,tut mir wirklich leid.Sei froh,dass es so ausgegangen ist,ohne weiteren Schaden für deine Gesundheit.Und nimm dir an diesen Menschen bitte kein Beispiel.Mir wäre es ein Bedürfnis gewesen sofort nach dir zu sehen,so ist das bei dir sicherlich auch.

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Ich meine ist das nicht die erste menschliche Reaktion wenn man vor sich ein 18 jähriges Mädchen mit dem Kopf auf die Straße fliegen sieht zu helfen??

Ich bin jetzt mal ganz sachlich:

Man sieht dir (wenn du dir richtige Schutzkleidung trägst) weder dein Alter noch dein Geschlecht (zumindest eher selten) an.

Hier ist es auch völlig egal wie jung oder alt und welches Geschlecht du hast.

Klar hast du Recht man hätte dir helfen sollen - leider heutzutage nicht mehr selbstverständlich.

Ist denn überhaupt jemand vorbeigefahren? Wenn es keiner sieht hilft auch keiner - ist ja logisch.

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Kommentar von pbheu
04.12.2015, 10:28

liest du hier: ....."es standen ja sogar Autos direkt hinter mir.".....

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Kommentar von unwichtigxoxo
04.12.2015, 10:29

ich trage eine pinke Jacke mit langem Zopf und bin ziemlich klein. aber auch wenn nicht man sollte jedem.helfen! die Autos standen ja direkt hinter mir! haben dann halt gewartet bis ich mich aufgerappelt und meine Maschine hochbekommen hab. ich bin richtig krass enttäuscht.

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Die waren definitiv verpflichtet dir zu helfen.
Mir ist was ähnliches passiert, 4 Autos haben es gesehen, bei mir sind zum Glück alle ausgestiegen und haben mir geholfen das Motorrad wieder hoch zu heben und auf Seite zu schieben, einer wollte mir auch helfen das Motorrad nach hause zu schieben da das nur 5 Minuten zu Fuß war von da aus.
Was ich damit sagen möchte ist das nicht alle Menschen gleich sind, bei mir standen 5 Menschen im strömenden regen und haben geholfen.

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Daß Du ein 18jähriges Mädchen bist, konnte ja keiner wissen, sonst wäre schon wer gelaufen. ;)

Problem war, daß da mehrere Fagrzeuge waren. Jeder hat gedacht, der andere wird schon... Ist leider ein bekanntes Phänomen. :(

Aber Kopf hoch, sei froh, daß Dir nichts passiert ist, auch wenn mich das Andere schon wurmen würde.

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Ich hatte selbst im Mai einen schweren Motorradunfall in Italien, mir haben sofort dutzende Leute geholfen. Ich kann aber nachvollziehen was du meinst. Egoismus und fehlende Menschlichkeit ist heutzutage leider fast zum Standard geworden

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