Motorradunfall - zahlt die Haftpflicht?

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11 Antworten

@proach1995,

dein Text verwirrt mich.

Du stellst Fragen hinsichtlich der Erstattung deines Motorrades.

Wie hast du denn deinen Führerschein bestanden?

Von deiner Straftat und was da evt. auf dich und deinen Freund zukommen kann wie z.B. Führerscheinentzug, Geldstrafe, unter Umständen auch Freiheitsentzug schreibst du nichts.

Nein - den Schaden an deinem Fahrzeug darfst du selbst zahlen. Da gibt es von niemandem nur einen Cent dazu.

Oder werden die eventuell mit grober Fahrlässigkeit argumentieren?

Nein - hier handelt es sich um eine Straftat die vorsätzlich ausgeübt wurde.

 

§ 21  Fahren ohne Fahrerlaubnis

(1) Mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer

1.

ein Kraftfahrzeug führt, obwohl er die dazu erforderliche Fahrerlaubnis nicht hat oder ihm das Führen des Fahrzeugs nach §

44

des Strafgesetzbuchs oder nach §

25

dieses Gesetzes verboten ist, oder

2.

als Halter eines Kraftfahrzeugs anordnet oder zulässt, dass jemand das Fahrzeug führt, der die dazu erforderliche Fahrerlaubnis nicht hat oder dem das Führen des Fahrzeugs nach §

44

des Strafgesetzbuchs oder nach §

25

dieses Gesetzes verboten ist.

 

 

 

 

 

1.  Um haftpflichtig zu sein müsste dein Freund gegen den Paragraphen § 823 BGB verstoßen haben. Darin heißt es: wer WIDERRECHTLICH ein Recht oder die Gesundheit eines anderen verletzt. Da er das Motorrad nicht gegen deinen Willen benutzt hat liegt kein Verstoß gegen §823 BGB vor und somit auch kein Fall für die private oder irgend eine andere Haftpflichtversicherung.

2. Fallen Motorrad und alle anderen versicherungspflichtigen Fahrzeuge unter die Benzinklausel die Schäden welche durch die Benutzung eines Kfz entstehen grundsätzlich ausschließt.

3. Eine Teilkasko Versicherung versichert keine selbst verursachten Unfälle,  das wäre ein versichertes Risiko der Vollkasko Versicherung.

4. Ob der Fahrer in diesem Fall einen Führerschein Besitzt oder nicht spielt für die Versicherung keine Rolle,  da der Schaden ohnehin nicht versichert ist.

5. Dein Freund ist dir gegenüber Schadensersatzpflichtig, da es stillschweigend zum Rechtsgeschäft des Verleihen gekommen ist. Genauso wie beim mieten einer Sache geht auch beim leihen einer Sache die Gefahr auf den Entleiher über, der dem Verleiher die geliehene Sache im gleichen Zustand zurück geben muss wie er sie übernommen hatte. Anders sieht die Rechtslage aus, wenn dein Freund das Kfz in deinem Auftrag benutzt hat, in dem Fall trägt der Auftraggeber das volle Risiko.

6. Zu Deiner Frage der groben Fahrlässigkeit,  die würde nur vorliegen wenn dein Freund den Unfall wieder besseren Wissens billigend in Kauf genommen hätte,  spielt jedoch in diesem Fall keine Rolle.

7. Über die bestehende teilkasko Versicherung werden in diesem Fall alle Glasschäden abzüglich evtl. vereinbarter Selbstbeteiligung reguliert,  dabei spielt es keine Rolle warum es zum Glasbruch kam.

 Da er das Motorrad nicht gegen deinen Willen benutzt hat liegt kein Verstoß gegen §823 BGB vor

Bitte was? Selbstverständlich muss ein Verursacher haften, wenn er eine ihm überlassene Sache beschädigt. Auch wenn der Eigentümer ihm diese Sache wissentlich und willentlich zur Verfügung gestellt hat. 

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@NamenSindSchwer

Sorry - aber der Fahrzeugeigentümer hätte das Fahrzeug dem Schadensverursacher gar nicht herausgeben dürfen.

Da liegt schon eine Straftat nach § 21 StVG Abs. 1 Nr. 2 vor.

Außerdem wenn man den Text des TE liest, könnte man schon vermuten, dass die Aufforderung zum fahren von ihm kam.

Hallo, Ich habe heute einen guten Freund, der keinen Motorradführerschein hat, zum Spaß und zum Probieren mit meinem Motorrad in einem abgelegenen Industriegebiet fahren lassen.

Warum ihr hier überhaupt auf dem BGB herum reitet kann ich auch nicht nachvollziehen.

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Hallo, Ich habe heute einen guten Freund, der keinen
Motorradführerschein hat, zum Spaß und zum Probieren mit meinem Motorrad in einem abgelegenen Industriegebiet fahren lassen.

Dass das eine Straftat ist, weißt du (§ 21 Abs. 1 StVG)?

Dir und ihm droht eine Freiheitsstrafe von jeweils bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe.


Meine Frage ist nun ob seine Private Haftpflichtversicherung für den Schaden aufkommt

Auf gar keinen Fall.

Der Schaden wurde beim Betrieb eines Kraftfahrzeugs verursacht, also ist die private Haftpflicht raus. Den Schaden an der Maschine ersetzt dir in aller erster Linie dein Kumpel aus der eigenen Tasche, sofern er schuldhaft gehandelt hätte.

Guten Abend,

der "normale" zivilrechtliche Schadensersatz den du von deinem Freund fordern würdest und den er dann an seine Versicherung weiterreichen könnte wird vermutlich scheitern.

Für deinen Anspruch auf Schadensersatz wird auch die Rechtswidrigkeit des Schadens, den dein Freund dem Motorrad zugefügt hat, geprüft. Da du trotz Wissen um die Umstände (keine Fahrerlaubnis) eingewilligt hast, warst du gewissermaßen damit Einverstanden (wie ein Chirurg der operiert und damit eine Körperverletzung zugefügt wird der Anspruch auf Schadensersatz durch  die Einwilligung fast ausgeschlossen) Somit bist du für Fahrlässigkeit selbst verantwortlich. Möglicherweise könnte bei Vorsatz, also wenn dein Freund das Motorrad beschädigen wollte, davon abgesehen werden. Das scheint hier aber nicht der Fall zu sein.

Da du nicht direkt zugestimmt hast, dass dein Motorrad zerstört wird, würde die Schadenssumme unter euch aufgeteilt werden. In der Regel greifen KFZ Versicherungen z.B. nur auf öffentlichen Straßen und nur für Schäden die mit dem Versicherten Fahrzeug entstanden sind. Somit würde auch diese eine Zahlung verweigern.

Tut mir Leid für diese Feststellung, aber wenn es um viel Geld geht suchen Sie sich eine Erstberatung bei einem Anwalt der Sie genau über Ihre Möglichkeiten aufklärt.

Gruß Merlin

Hier zahlt gar keine Versicherung. Ändert natürlich nichts daran, dass dein Kumpel dir zum Schadenersatz verpflichtet ist. Da muss er dann halt aus eigener Tasche zahlen. Wenn er das nicht macht müsstest du ihn zivilrechtlich verklagen. Wäre aber wohl eine dumme Idee, weil da ja noch eine andere Sache im Raum steht....

Einen solchen Schaden übernimmt keine Privathaftpflichtversicherung. Auf diesem Schaden bleibst Du alleine sitzen.

Und sei froh, wenn Du nicht noch dafür belangt wirst, dass Du wissentlich einem anderen ohne Fahrerlaubnis Dein Motorrad zu einer "Probefahrt" zur Verfügung gestellt hast.

Es obliegt dem Verleiher nicht zu kontrollieren ob er das Fahrzeug jemandem mit oder ohne Fahrerlaunis übergibt.  Der Entleiher muss sich schon selbst fragen ob er das Fahrzeug im öffentlichen Verkehrsraum benutzen darf oder nicht.

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@RudiRatlos67

Es obliegt dem Verleiher nicht zu kontrollieren ob er das Fahrzeug jemandem mit oder ohne Fahrerlaunis übergibt. 

§ 21 Abs. 1, Nr. 2 StVG sieht das anders.

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Nein, das zahlt die Versicherung nicht. Die sagen dann mit Sicherheit, daß der Fahrer grob fahrläßig gehandelt habe, da er keinen Führerschein hat und somit offiziell kein Motorrad fahren darf.

Was auch noch negativ dazukommt ist ja, daß es kein Privatgrundstück war, sondern eine öffentliche Straße, auch wenn es nur ein Industriegebiet war.

Ich hab einen Kollegen, der hat fast das gleiche gemacht: er hat ein fremdes Motorrad ohne Führerschein gefahren und hatte einen schweren Unfall. Da zahlte auch keine Versicherung. Ich weiß nur nicht mehr, ob er eine Strafe bekommen hat oder nicht - auf jeden Fall war der körperliche Schaden schon eine hohe Strafe. Er lag lange im Krankenhaus und mußte zahlreiche Operationen machen lassen.

Wegen fahren ohne Fahrerlaunis muss sich der Unfallfahrer nur strafrechtlich verantworten.  zivilrechtlich (Schadensersatz) spielt das in diesem Fall keine Rolle

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Die Benzinklausel schließt eine Regulierung durch seine Privathaftpflicht aus. Die Teilkasko greift in dem Fall nicht. Findet ohne großes Aufsehen eine Lösung (z.B. 50/50), denn ihr habt euch beide strafbar gemacht.

Falsch,  den Verleiher trifft keine Schuld und der Unfallfahrer hat ausschließlich und ohne Zutun des Verleiher gegen die StVO verstoßen.

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@RudiRatlos67

... verleihe keine Frau, die kommt meist auch nicht heile wieder zurück.

Wenn ich ein gutes Stück weggebe, habe ich auch die Fahrerlaubnis zu kontrollieren oder ich bin eben fällig, so jedenfalls hier bei uns auf dem Land.

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@RudiRatlos67

@RudiRatlos,

du verblüffst mich - mit dem Hinweis, dass den Verleiher keine Schuld trifft.

Der Eigentümer des Fahrzeugs darf nur dann jemanden fahren lassen, wenn er sich davon überzeugt hat, dass dieser auch einen entsprechenden Führerschein besitzt.

Ansonsten trifft hier § 21 StVG zu

1) Mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer

2.

als Halter eines Kraftfahrzeugs anordnet oder zulässt, dass jemand das Fahrzeug führt, der die dazu erforderliche Fahrerlaubnis nicht hat.

 

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Privathaftpflichtversicherungen kommen (fast) grundsätzlich nicht auf für Schäden, die ich als Führer eines Kfz verursacht habe, Denn hier kommen zunächst einmal andere Versicherungen auf.

Das stimmt. Leider scheint der Fahrer des Motorrades weder einen Führerschein zu haben noch eine KFZ Versicherung für das Motorrad. Daher würde nur die Privathaftpflicht als Notlösung zur Frage stehen. Aber auch dieser Anspruch scheidet wohl aus.

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Bitte "(fast)" weglassen oder durch "ganz sicher"  ersetzen, dann ist der Satz richtig.

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Die Teilkaskoversicherung bezahlt Schäden am Fahrzeug durch Diebstahl, Unwetter, Brand, Wildunfälle (oft nur "Haarwild") und Glasschäden.

Angesichts der geringen jährlichen Kosten und der Risiken für ein Motorrad durch Unwetter, Umkippen im Stand oder des hohen Diebstahlrisikos (insbesondere bei Supersportlern und Harleys) ist die Teilkasko für viele, wenn nicht alle Motorradfahrer zu empfehlen.

Die Teilkaskoversicherung bezahlt nicht für selbstverschuldete Schäden und Vandalismus. Diese Leistungen sind der Vollkasko vorbehalten.

Selbstverschuldete Schaden was hier der Fall ist du bleibst auf dem Schaden sitzen das zahlt keine Versicherung selbst wen du dein zu Schrott fährst  

Die Leistungen einer Motorrad Teilkasko

Die Teilkasko der Motorradversicherung übernimmt in der Regel die Kosten für folgende Schäden: 

    Unwetterfolgen, wie zum Beispiel die Beschädigung des Motorrads durch Sturm, Hagel, Blitz, oder Überschwemmungen
    Brand, Kabelkurzschluss, Explosion
    Glasbruch von z.B. Lampen oder Blinker
    Marderbisse
    Schäden, die durch den Zusammenstoß mit Haarwild entstanden sind (oftmals auch Schäden, die durch andere Tierkollisionen entstehen)
    Diebstahl (auch von Fahrzeugteilen)
    http://www.sparen.de/faq/was-beinhaltet-eine-motorrad-teilkasko

... nein, warum sollte sie auch wuppen müssen?

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