Motivation finden um zu schreiben?

...komplette Frage anzeigen

4 Antworten

Hallo,

dir scheint ja etwas am Schreiben zu liegen, sonst würdest du uns ja nicht fragen, wie du deine Motivation verbessern kannst. Also erst einmal Kopf hoch! Aus dir wird bestimmt noch ein toller Autor.

Ich denke zum einen solltest du dir ganz klar über dein Ziel sein. Was willst du erreichen? Schreibst du wirklich nur für dich? Oder möchtest du deine Texte am Ende auch wirklich irgendwo veröffentlich sehen (entweder im Selbstverlag, traditionell oder auch auf einer Website).

Wenn ich irgendetwas anfange und kein Ziel vor Augen habe und auch niemanden, der den Erfolg kontrolliert, ist die Gefahr groß, dass ich die Lust daran verliere. Damit komme ich zu Punkt zwei, der dir bei deiner Motivation helfen kann: das Umfeld.

Ich habe jahrelang mehr oder minder viel geschrieben, aber ein System ist erst daraus geworden, als ich Mitglied in einer Schreibgruppe geworden bin. Plötzlich habe ich nämlich nicht mehr allein vor mich hergeschrieben, sondern andere haben sich für meine Geschichte interessiert, sich meine Probleme mit der Handlung oder den Personen angehört und entsprechend hinterfragt bzw. Ratschläge gegeben.

Erst als ich darüber gesprochen habe, wurde mir bewußt, wie wichtig mir die Personen sind und wie sehr ich wollte, dass sie Ziel X in meiner Story erreichen. Sie so halbfertig zu sehen und vor sich herzudümpeln war frustrierend und wenig motivierend.

Dazu kam natürlich auch, dass regelmäßig nach dem Fortschritt gefragt wurde und wenn man immer nur mit den Schulter zuckt und sagt "bin nicht weiter", dann sollte man es vielleicht wirklich lassen.

Die Frage ist aber auch, wieviel Kopf du beim Schreiben einsetzt. Schreiben sollte vor allem eines: Spaß machen! Ich finde den Tipp mit dem Plot ausarbeiten gut, aber als ich es versucht habe, habe ich vor allem die Lust verloren. Warum soll ich denn eine Geschichte schreiben, wenn ich von vornherein schon weiß, wie sie ausgeht? Für mich ist das, als ob ich den Anfang und das Ende eines Buches lesen würde oder einen Film im schnellen Vorlauf.

Das soll jetzt nicht bedeuten, dass du völlig planlos an die Sache gehen sollst, aber belohne dich mit Szenen, die Spaß machen. Spiel mit deinen Charakteren, gib ihnen die Chance, sich zu entwickeln. Lass sie kämpfen, sich verlieben, Abenteuer erleben oder über das Leben sinnieren, wenn dir danach ist. Du kannst später, solltest du mit allem soweit zufrieden sein, immer noch daran arbeiten, alles in die richtige Form zu bringen.

Beim Überarbeiten muss man i.d.R. sowieso vieles opfern, dass zwar Spaß gemacht hat, aber von der eigentlichen Geschichte ablenken würde. Was solls - so durfte ich es wenigstens erleben und wer weiß, vielleicht werde ich doch noch berühmt und kann ein ganzes Buch mit den ganzen Nebengeschichten füllen ;-)

Für dein Schreiben kann ich dir vor allem drei Tipps geben:

  • Spaß am Schreiben haben
  • Menschen finden, mit denen du dich darüber austauschen kannst
  • ein umsetztbares Ziel befinieren bzw. kleinere Schritte machen

Ganz wichtig ist aber auch, sich selber nicht entmutigen zu lassen, sondern am Ball zu bleiben. Du hast selbst gemerkt, dass sich deine Texte verbessern. Ich benutzte immer gern den Ausdruck "Schreibsportler", denn mit dem Schreiben ist es wie im Sport: du muss trainieren, um genug Ausdauer zu entwickeln.

Wunderbar geholfen hat mir der folgende Artikel:

https://federreiter.de/5-gruende-die-dich-vom-schreiben-abhalten/thema#more-198

Daran konnte ich wunderbar überprüfen, woran es bei mir wirklich liegt oder welche Ausreden ich benutze, denn wenn man etwas wirklich möchte, ist Motivation eigentlich das kleinste Problem ;-)

Viele Erfolg!

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Digarl
21.04.2017, 19:03

Ans Umfeld habe ich bisher noch nicht gedacht. Ich habe bisher ein paar Kurzgeschichten hochgeladen und durchaus positive Rückmeldungen bekommen, woraufhin ich auch mehr schrieb als z.B. jetzt. Auch hat mir geholfen, dass es am Anfang negative Kritiken gab. Ich habe diese Punkte wirklich "abgearbeitet" (waren am Anfang wirklich noch grobe Fehler) und sie kommen mir heute wirklich fremd vor, wenn ich altes lese.

Mein Umfeld interessiert sich weder fürs Schreiben, noch fürs Lesen. Auch wissen nicht mal alle, dass ich überhaupt schreibe. Also ich habe das bisher wirklich nur für mich selbst gemacht.

Vielen Dank für deine Antwort (auch für den Link)! 

0
Kommentar von federreiter
21.04.2017, 19:45

Das Umfeld macht eine ganze Menge aus. Wenn man von seiner Geschichte oder seinem Projekt erzählen darf, ohne schräg angeguckt zu werden, bringt einen das ein gutes Stück voran. Sehr viele Autoren tummeln sich auch auf Twitter (#autorenleben). online ist nicht Jedermanns Sache, daher hilft eine Schreibgruppe, VHS-Kurs gerade am Anfang ungemein. Mit dem Selbstbewusstsein/Erfolgserlebnissen wächst schließlich auch die Motivation.

1

Hallo erstmal :)
Oh ich kenne deine Situation soo gut und kann dich komplett nachvollziehen. Ich dachte ich wäre damit die einzige, doch als ich bei einer Lesung von dem Autor von "Das Labyrinth" (Rainer Wekwerth) war, schilderte er die genau gleiche Situation. Dass man ungefähr 100 Seiten schreibt, dann "keinen Bock mehr hat", einem plötzlich eine andere, neue, viel bessere Idee für eine Geschichte einfällt und man dann dieser Idee nachgeht. Ich glaube das einzige was da hilft ist sich zusammenzureißen. Ich persönlich zum Beispiel, nehme mir manchmal ein Buch zur Hand, fahre mit geschlossenen Augen über den Buchrücken, fasse die lesefalten die der Buchrücken hat an, Taste die Seiten, rieche an dem Buch und dann stelle ich mir vor dass es meins ist. Dass Leute meinen Namen gedruckt sehen, dieses Buch und seine Charaktere lieben, die Story Feiern, das Cover mögen, meinen Namen kennen. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass du ein Lieblingsbuch hast, dann erinnere dich daran, wie du dich gefühlt hast, als du es zum ersten Mal gelesen hast. Welche Glücksgefühle du empfunden hast, wie du nachts durchgelesen hast, wie du alles mit den Charakteren erlebt hast. Dann stelle dir vor, dass du Menschen mit deinem Buch so sehr berühren kannst, wie dein Lieblingsbuch dich berührt (hat) Ich hoffe ich konnte etwas helfen, wenn nein habe ich dir mal ein paar Seiten verlinkt, an denen du auch Tipps für Inspirationen findest ;)
Lg
http://www.kreativesdenken.com/artikel/inspirationsquellen-fuers-schreiben.html

http://motivation-blog.de/inspirationen-zum-schreiben/

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Digarl
21.04.2017, 00:07

Exakt diese Situation versuchte ich auch zu beschreiben. Es fällt einem dann etwas "besseres" ein und man will mit etwas komplett neuem anfangen, ohne das alte beendet zu haben. 

Deine Antwort hat mir durchaus schon geholfen. Ich weiß auch, dass ich mir keinen zu großen Druck machen sollte, da es im Endeffekt ja nur ein Hobby für mich und niemand anderem ist (so sollte es zumindest sein). Alles was folgt ist schön und gut, doch nicht die eigentliche Intention dazu zu schreiben.

Ich werde mir beide Links auf jeden Fall mal durchlesen und eventuell auch mal meine eigenen "Werke" durchlesen, um mich mal von einem anderen Blickwinkel aus betrachten zu können.

PS: Es ist beruhigend zu lesen, dass man nicht die einzige Person mit diesem Problem ist (auch wenn man sich das bereits denken konnte) :)

0

ich glaube nicht dass du die Motivation finden musst um schreiben zu können ich glaube du brauchst eine Inspiration dazu müsste man aber wissen über welches Thema du gerne schreiben möchtest um dir eventuell Tipps und Inspirationen geben zu können.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Digarl
20.04.2017, 23:51

Erstmal danke ich dir für die Antwort.
Ich habe diese Momente oft, da setze ich mich an den Schreibtisch und fange an zu schreiben. Dabei habe ich auch Spaß und bin inspiriert (das können die unterschiedlichsten Dinge sein die mich inspirieren). Inspiration an sich zu finden ist nicht mein Problem. Doch nach ein paar Seiten vergeht diese und das Schreiben fühlt sich wie eine Pflicht an, die ich mir selbst aufzwang, ohne sie es eigentlich zu wollen (und ich wollte/will es). 

Meistens sprudeln die Ideen danach weiterhin in meinem Kopf. Nur das Verschriftlichen dieser Ideen wird irgendwann "anstrengend", bzw. zieht sich wie Kaugummi. Und das obwohl ich prinzipiell Spaß daran habe. Liegt also wohl eher an meiner Arbeitshaltung. 

0

Planst du deinen Kram oder schreibst du einfach drauf los und hörst auf, sobald du nicht mehr weiter weißt?

Dann solltest du mal überlegen, deine Ideen vorher zu plotten.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Digarl
20.04.2017, 23:59

Sowohl als auch. Dabei kommt es drauf an, was ich schreiben will (und wie lang das Geschriebene voraussichtlich werden soll). Nicht kreative Texte beispielsweise plane ich prinzipiell nicht, wobei ich auch keine Probleme habe.
Kreative Texte plotte ich durchaus, wenn sie länger werden sollen. Um genau zu sein habe ich mehrere Plots. Sogar eine ganze (fiktive) Weltkarte (auch politisch), sowie die Grundhandlung der dazugehörigen Geschichte und einige Charaktere habe ich auf zwei USB Sticks abgespeichert, doch seit letztes Jahr nicht mehr wieder aufgerufen. Kurzfristig macht mir das Schreiben Spaß, doch nach relativ kurzer Zeit verliere ich den Spaß an einer Geschichte. Fange ich dann eine neue Geschichte an, habe ich wieder den alten Spaß.

Für Kurzgeschichten, Gedichte und nicht kreative Texte reicht es, doch kreativer Prosa, der sich über "viele" Seiten erstreckt wird mir beim Schreiben irgendwie zu langweilig. Sprich ich will was neues.

0

Was möchtest Du wissen?