Moslem, Islam und Angst?

23 Antworten

Die beste Weise, der Angst vor dem Islam zu begegenen, ist, sich intensiv mit dem eigenen Glauben bzw. der eigenen Weltanschauung auseinanderzusetzen. Da dürften diejenigen schon ins Schleuden kommen, die gar nicht wissen, welche Überzeugungen sie überhaupt haben. Darüber muss man sich erstmal klar werden, denke ich.

Und dann geht es darum, ob man die eigenen Anschauungen überzeugend in das Leben (das eigene!) umsetzt. Wie wirkt also mein Leben auf Andersdenkende und Andersgläubige?

Ein dritter Schritt wäre, in den Diskurs einzutreten. Also z. B. eine gute Koranübersetzung zu lesen (ganz und nicht nur aufgeschnappte Phrasen!) und dann zu überlegen, in wie weit der Islam die eingenen Anschauungen in Frage stellt und in welchen Punkten man selbst den Islam hinterfragt.

Damit hätte man die Auseinandersetzung von der Angst- und Gefühlsebene auf die Vernunftebene gehoben. Das wäre schon mal ein gutes Ziel, denke ich.

ein später Kommentar zu dem Satz: "Da dürften diejenigen schon ins Schleuden kommen, die gar nicht wissen, welche Überzeugungen sie überhaupt haben."

Ich möchte entgegnen: ist es notwendig, Überzeugungen im Sinne einer Religion zu haben, oder reicht es nicht, ein friedfertiges Mitglied der Gesellschaft zu sein?

Und wenn einer überzeugt ist, daß es ungut ist, anderen den Schädel einzuschlagen, ohne dazu eine Religion zu brauchen, ist er dann ohne Überzeugung?

Und - so ganz nebenbei - wie moralisch ist es denn, anderen nur wegen der angedrohten Höllenqual nicht den Schädel einzuschlagen - also nur wegen der Angst vor Strafe (wie tatsächlich von manchen als Argument gebracht).

Dann ist doch derjenige, welcher es aus freien Stücken nicht macht (Schädel einschlagen) definitiv moralisch höher stehend.

So gesehen ist der Satz vollkommen überflüssig, denn es gibt niemanden der ohne Überzeugung wäre: auch ein Atheist kann davon überzeugt sein, daß das menschliche Zusammenleben ohne Gewalt und Unterdrückung besser funktioniert. Im Umkehrschluß kann auch ein gläubiger Christ bzw. Moslem davon überzeugt sein, daß seine Religion notfalls mit Gewalt verbreitet werden muß.

Wer kommt hier also ins Schleudern.

Oder könnte es sein, daß dieser Spruch nur heissen soll: "Ungläubige haben keine Moral und dürfen sich daher dazu nicht äußern" - steht ja auch so da, denn im Anschluß schreibst Du: "darüber muss man sich erst mal klar werden".

Das halte ich für ziemlich schräg und unmoralisch, und darüber solltest Du dann mal kurz ins Schleudern kommen.

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@sarahj

"Ich möchte entgegnen: ist es notwendig, Überzeugungen im Sinne einer Religion zu haben, oder reicht es nicht, ein friedfertiges Mitglied der Gesellschaft zu sein?"

Ich habe ganz bewusst den Begriff "Weltanschauung" mit einbezogen. Damit meine ich sowohl religiös neutrale Ergebnisse aufgeklärten Denkens wie z. B. Demokratie wie auch explizit atheistische Anschauungen.

"...reicht es nicht, ein friedfertiges Mitglied der Gesellschaft zu sein?"

Nein, reicht nicht.

Auch in der Nazi-Zeit gab es viele viele unbescholtene, friedfertige Mitglieder der Gesellschaft.

Worin bestand deren Versagen? - In friedfertiger Passivität. Darin, die eigene Einstellung nicht zu überdenken und vor der Auseinandersetzung zurückzuscheuen.

Ich habe schon häufiger die Meinung vertreten, dass die Demokratie kein "Zustand" ist, in dem man passiv vor sich hin lebt und alle paar Jahre mal ein Kreuzchen auf ein Sück Papier zeichnet. Sie ist eine Ideologie. Eine sehr radikale Ideologie, die dem Teilnehmer sehr viel abverlangt.

"...notfalls mit Gewalt..." - Nein!

Als dritten Schritt hatte ich den Diskurs genannt. Gundsatz des Diskurses ist, dass keine der vertretenen Meinungen den Anspruch erhebt, in unwidersprochener Absolutheit gültig zu sein.

Das gilt auch für Religionen. Auch sie müssen sich hinterfragen lassen.

Das Mittel des Diskurses ist das Wort, das Argument.

Immer!

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Wer sind denn die Muslime?
Oder welche kenne ich?

Im Privatleben sind es sicher zig, wie auch im Prominentenumfeld.
Aber in beiden Bereichen vermute ich es eher, es war eigentlich nie eine Frage.

Ist der Tabakhändler, die Friseuse oder die in der Apothe mit Kopftuch Muslim(a), oder Gülcan Karahancı/Kamps, Özil, Khedira, Özdemir?

Ich kenne noch mehr Deutsche, die aber keine Nationalisten sind.

Ich weiß nicht, woher die Gefahr eines Tages kommen wird, im Moment machen mir weder der Islamismus noch der Nationalismus ernsthafte Sorgen.
Bislang unbekannte Kräfte können es genau so sein wie die "üblichen Verdächtigen".

Augen auf und Hirn ein, mehr kann ich nicht als Empfehlung bieten.

Genau dasselbe, was ich von den anderen Religionen auch halte...
Ist mir gleich, an was die Menschen glauben, solange sie niemanden anderen Schaden... 
Und da fängt es bei mir schon an, dass ich Punkte habe, die ich bei Religionen zu kritisieren pflege:

1. Glaube an ein Buch im Gegensatz zum Glauben (oder Wissen) an die Erkenntnisse der WISSENschaft.
2. Bekehrungen anderer "Nichtgläubigen", Menschenverfolgung, Tieropferungen und Morde, die auf "Gottes Namen gehen"
3. Die immerwährenden Kriege zwischen den Religionen (Gott ist der einzige Gott, nein Allah ist der einzig wahre richtige Gott)

Ich toleriere und akzeptiere Religionen, solange man mich damit nicht belästigt... Religion ist ein Glaube und sollte absolute Privatsache sein und ganz und gar aus der Politik rausgehalten werden.

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