Moses (Bibel) an den Wänden der ägyptischen Geschichtsschreibung?

10 Antworten

Ramses (II) fällt einem in diesem Zusammenhang vielleicht deshalb ein, weil der Hollywoodfilm Die zehn Gebote ihn in in diese Geschichte eingebaut hat.

Thutmosis III, der Stiefsohn von Hatschepsut, ist seinen biographischen Einzelheiten nach aber wohl ein plausiblerer Kandidat für den Pharao, der herrschte, als die Hebräer Ägypten verließen.

Einige Einzelheiten und Abbildungen, die diese These stützen sollen, sind hier zusammengestellt: http://www.bible.ca/archeology/bible-archeology-exodus-date-1440bc.htm

Z.B. lebte zur Zeit Thutmosis III der hohe Beamte Rechmire. In seinem Grab
sollen die einzigen Wandbilder sein, die ausländische Sklaven beim
Herstellen von Lehmziegeln zeigen.

Ein Nachkomme von Thutmosis III war  Amenophis IV, der sich Echnaton nannte, und dem oft die Erfindung des Monotheismus zugeschrieben wird. Daß umgekehrt die Hebräer den Glauben an Adonai (=Aton?) nach Ägypten gebracht haben könnten, scheint kaum jemandem einzufallen.

Die Bibel darf man nicht als Geschichtsbuch betrachten, auch wenn einigen der biblischen Mythen mit gewisser Wahrscheinlichkeit reale Ereignisse zugrunde liegen.

Es ist tatsächlich durch außerbiblische Quellen schriftlich verbucht, dass "Hebräer" in Ägypten als Zwangsarbeiter gelebt haben. Allerdings sind die Angaben, die die Bibel zur Größe dieses Volkes macht, maßlos übertrieben (etwa eine halbe Million Mann, Frauen und Kinder nicht einberechnet). Das gilt ebenso für die Behauptung, die Israeliten hätten bei ihrem Auszug aus Ägypten mal eben schnell das ganze Land ausgeplündert und wären anschließend vierzig Jahre (!!!) durch die Wüste marschiert.
Ägyptische Quellen sprechen übrigens nicht von einem geordneten Auszug der Israeliten, sondern von einer gewaltsamen Vertreibung durch die Ägypter.

Auch die nachfolgenden Bibelmärchen von der Eroberung Kanaans durch Mose und Josua widersprechen den Erkenntnissen der modernen Altertumsforschung. Die Bibel behauptet, die Israeliten hätten schon immer ihren Gott (YHWH/Jahwe) angebetet und wären aus Ägypten nach Kanaan marschiert, wo sie auf fremde, "Götzen" anbetende Völker trafen, welche sie anschließend fast vollständig vernichteten.

Die Wahrheit sieht wohl eher so aus, dass die Israeliten selbst aus diesen Völkern hervorgegangen sind. Diejenigen, die irgendwann nur noch einen Gott anbeteten, wurden quasi die ersten Juden: der Rest bildete eigene Völker (z.B. die Phönizier). Die Verwandtschaft dieser Völker ist gut dokumentiert, unter anderem durch die sich stark ähnelnden Sprachen. Irgendwann gab es religiöse Konflikte zwischen den verschiedenen Gruppen, und das Ganze wurde später von den Juden zu einem epischen Heldenmythos ungedichtet, mit dem sie sich von ihren verhassten Nachbarn abgrenzen wollten.

Es gibt noch jede Menge weitere Punkte, an denen die Bibel nachweislich falsch liegt. So wertvoll sie als Werk der Menschheitsliteratur auch sein mag - sie als absolut zuverlässiges Geschichtswerk zu betrachten ist völlig unangemessen.

Die Herrscher fast aller Epochen hatten und haben die Angewohnheit, peinliche Niederlagen NICHT aufzuzeichnen.

So ist zu erklären, warum in den Annalen der Ägypter nichts über die Niederlagen des Pharaos und seinen Tod im Roten Meer zu finden ist.

Hinzu kommt, dass - wenn man das ausgezeichnet hätte - alle <magietreibenden Priester und andere dubiose Gestalten im Dunstkreis des damaligen und dem folgenden Pharao - Stark im Ansehen geschwächt.....das mußte natürlich verhindert werden.

cheerio

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